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Orani
Kunst und Kultur im Bergbaustädtchen

  • <b>Orani: Die Chiesa di Nostra Signora d'Itria mit Zeichnungen von Costantino Nivola</b>
  • <b>Orani: Die Chiesa Parrocchiale di Sant'Andrea Apostolo</b>
  • <b>Costantino Nivola, der berühmteste Sohn Oranis war mit Ruth Guggenheim verheiratet und starb am 6. Mai 1988 in Long Island</b>
  • <b>Das Museo Nivola in Orani zeigt vor allem Ausstellungsstücke aus Nivolas spätem Werk</b>
  • <b>Sand-Casting: Eine von Nivola entwickelte Relief-Technik, bei der ein Negativ aus Sand angefertigt wird, das mit Zement oder Gips ausgegossen wird</b>
  • <b>Su Bundu heißt die Karnevalsmaske aus Orani</b>
  • <b>Die Narren sind los! In Orani erobern Su Bundu die Gassen des Ortes</b>

Das 2900-Seelen-Dorf Orani, knapp 25 Kilometer südwestlich von Nuoro gelegen, ist zweifellos eine Reise wert.
 
Eingebunden in die reizvolle Landschaft des 1083 Meter hohen Monte Gonare, lockt die Gemeinde im Herzen der Insel mit zahlreichen archäologischen Ausgrabungsstätten, einem Bergwerk, in dem noch heute Talk abgebaut wird, und zwei berühmten Persönlichkeiten.
 
Der prominenteste Sohn des Städtchens ist der 1988 in Long Island verstorbene Bildhauer und Maler Costantino Nivola, dem Orani 1990 ein eigenes, kleines Museum gewidmet hat. 

Nivola, Jahrgang 1911, arbeitete als Werbegrafiker, Maler, später als Töpfer und Bildhauer. 1938 heiratete er seine Studienkollegin Ruth Guggenheim. Damit seine Frau gegen Ende der 1930-er Jahre der antisemitischen Verfolgung entkommen konnte, floh er mit ihr aus Italien zunächst nach Frankreich, später nach New York. Auf dem Big Apple war Nivola als künstlerischer Leiter für die Zeitschrift „Interiors and Industrial Design“ tätig und schloss unter anderem mit Le Corbusier und Saul Steinberg Freundschaft. 1948 zog er nach East Hampton, in Long Island, wo er Jackson Pollock und Bernard Rudofsky kennen lernte.
 
Das Gesamtwerk des sardischen Künstlers ist umfangreich, was künstlerische Techniken und Materialien betrifft. Bei den Themen entwickelte Nivola hingegen eine erstaunliche Kohärenz: Nahezu alles, was er geschaffen hat, schließt an die Schönheit und Herrlichkeit der Magna Mater, der "großen Mutter", an. Seine Skulpturen, Installationen, Sand-Castings, Bilder und Wand- bzw. Fassadenpaneele, seien sie aus Marmor, Bronze, Terrakotta, Zement oder Gips, sind formal sehr reduziert und wirken vorwiegend im Empfinden des Betrachters. Der kontemplative Ausdruck der zahlreichen Mutter-Skulpturen erinnern manchmal an Engel.
 
Doch nicht nur der Künstler Costantino Nivola ist weit über die Grenzen des kleinen Bergbaustädtchens bekannt. Auch der Modedesigner Paolo Modolo stammt aus Orani
 
Der Schneider des ehemaligen Präsidenten der Republik, Francesco Cossiga, fertigt den in der Barbagia noch immer zeitgemäßen, sardischen Kordanzug heute vor allem für italienische Prominente. Neben Vittorio Sgarbi, Sergio D'Antoni, Roberto Muzzi läßt auch der Rockstar Piero Pelù bei Modolo in Maßarbeit nähen. 
 
Mehr Infromationen: Comune di Orani - Piazza Italia 7 - 08026 Orani - www.comune.orani.nu.it.
 
Museo Nivola - Via Gonare 2 - 08026 Orani - www.museonivola.it.