Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten. Sardinien.com: Antonio Todde, der einst älteste Mensch Sardiniens

Antonio Todde, der einst älteste Mensch der Welt
Alt, älter, am ältesten in Tiana

  • <b>Antonio Todde: Er war einst der älteste Mann der Welt</b>
  • <b>Über den Dächern von Tiana</b>
  • <b>Die Parrocchia Sant'Elena Imperatrice in Tiana</b>
  • <b>Laura Todde, Tochter von Antonio, dem einst ältesten Menschen Sardiniens</b>
  • <b>Das kleine Dorf Tiana, im Herzen von Sardinien, war einst führend auf dem Gebiet der Stoffbearbeitung </b>

Natürlich hatte ich mich gehütet, zu aufdringlich zu sein, obwohl das einer Autorin bekanntermaßen schwer fällt. Die Sache mit der Schwäche und Erkältung verdankt Antonio Todde offensichtlich seinem Alter: Er ist 112 Jahre alt und damit laut Guinness-Buch der Rekorde der älteste Mann der Welt.
 
Im Mai 2000 wurde zunächst der aus Oklahoma stammende und inzwischen verstorbenen Benjamin Harrison zum Patriarchen der Erde erkoren - obwohl er erst am 3. Juli 1889 zur Welt kam. Tziu Todde wie die Bewohner Tianas ihn liebevoll nennen wurde hingegen schon am 22. Januar 1889 geboren. 

Wir sitzen in der Küche und sprechen mit seiner Tochter Laura. Sie erzählt uns, dass er mit der Zeit immer kraftloser wird. Neben den Malaisen des Alters machen ihm auch die vielen Anerkennungsbesuche und Prämiierungen zu schaffen. Doch für die knapp 500 Einwohner des Dorfes Tiana ist und bleibt er ein Star.
 
Seit 1997 begann zunächst die Universität in Cagliari sich für den ehemaligen Schäfer zu interessieren. Kurze Zeit später meldeten sich die Uni Sassari und ein belgischer Arzt bei ihm. Professor Pulen gehört einer internationalen Kommission für Bevölkerungsstatistik an. Und für die ist das kleine charmante Dorf im Herzen der Insel schon länger von wissenschaftlichem Interesse: Hier untersuchen sie nämlich, was bis heute keiner so genau weiß: Warum feiern ausgerechnet in Tiana so viele Dorfbewohner ihren Neunzigsten oder gar Fünfundneunzigsten?
 
Fast ein Zehntel der Dorfbewohner ist schon weit über Neunzig. Laura lächelt und erzählt uns, dass die Untersuchung gar nicht so abwegig ist: "Meine Großmutter Maria Antonia - die Mutter von Antonio - ist 100 geworden, meine Tante - Antonios Schwester - 99 und eine Kusine ist mit 92 immer noch in den besten Jahren".
 
Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um diesen kleinen Mann mit dem sonnigen Gemüt: Da ist von einem magischen roten Wein oder einem guten Stück Fleisch die Rede, von einem Leben im Einklang mit der Natur und sich selbst. Antonio hatte es als Hirte sicherlich nicht leicht, wenn er bei Wind und Wetter seine Tiere zur Weide führen musste. Und damit die Schafe im Winter durch Frosteinwirkung nicht abstarben, brachte er sie sogar bis ins Campidano oder Oristanese: Er hat sich seinem Lebensraum angepasst - zu Fuß natürlich! 

"Und schließlich gibt es ja noch die Gesamtheit der Erbanlagen", meint Laura, "aber die Langlebigkeit, die hat er von meiner Großmutter"!
 
Tiu Todde ist knapp zwei Monate nach diesem Gespräch am 3. Januar 2002 an Herzversagen gestorben.