Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten. Sardinien.com: Das Fest zu Ehren des Heiligen Efisio

Festa di Sant’Efisio in Cagliari
Großes Volksfest mit Trachtenumzug

  • <b>Sagra di Sant'Efisio: Die Prozession startet an der unscheinbaren Chiesa di Sant'Efisio im Stadtteil Stampace</b>
  • <b>Sagra di Sant'Efisio: Zahlreiche Gläubige drängen sich um den Heiligen</b>
  • <b>Sagra di Sant'Efisio: Türen, Fenster und Balkone werden zur Feier des Tages mit Stoffen geschmückt</b>
  • <b>Sagra di Sant'Efisio: Die Prozession ist eines der bedeutendsten religiösen Feste auf Sardinien</b>
  • <b>Die Krypta soll das ehemalige Gefängnis von Ephisius gewesen sein, in dem er vor seiner Enthauptung in Nora gefoltert wurde</b>
  • <b>Die Cripta di Sant'Efisio liegt im Stadtteil Stampace, gleich neben der gleichnamigen Kirche </b>
  • <b>S'Arramadura</b>
  • <b>Sagra di Sant'Efisio </b>
  • <b>Sagra di Sant'Efisio: Ankunft in der Villa Ballero</b>
  • <b>Die Wache des Heiligen Ephisius von Elias</b>
  • <b>Sagra di Sant'Efisio: Ankunft am Abend in der Villa D’Orri im Ortsteil von Sarroch</b>
  • <b>Sagra di Sant'Efisio: Die Rückkehr des Heiligen Ephisius nach Cagliari </b>
  • <b>Sagra di Sant'Efissio</b>

Unter dem lauten Sirenengeheul der Schiffe im Hafen von Cagliari zieht die goldene Kutsche mit dem prachtvoll gekleideten Standbild des Heiligen Ephisius am 1. Mai alljährlich von der Kirche Sant’Efisio den Largo Carlo Felice entlang und am Rathaus in der Via Roma vorbei, begleitet von zahlreichen Pilgern, Reiter- und Trachtengruppen. Die Wallfahrer kommen aus Cagliari und Umgebung und setzten mit ihrer Pilgerreise eine Tradition fort, die die Hauptstadtbewohner 1656 begründeten. Das Ziel des Bittgangs ist die Kirche von Sant’Efisio in Nora an der Südwestküste von Sardinien.

Vom 1. bis 4. Mai erinnert die Sagra di Sant'Efisio alljährlich an das Gelübde, dass die Stadt Cagliari dem Schutzpatron von Capoterra und der Diözese Cagliari um 1650 ausgesprochen hatte, als er die Inselbewohner vor der Pest rettete.
 
Damals, zwischen 1652 und 1656, wütete das große Sterben auf der Insel. 1652 wurde Sardinien zunächst von einer großen Heuschreckenplage heimgesucht, die sämtliche Ernten vernichtete. Noch im gleichen Jahr brach dann auch die Pest aus. Allein in Alghero und Sassari raffte sie Tausende Sarden dahin. Die Einwohnerzahl der Inselhauptstadt Cagliari schrumpfte um fast die Hälfte.

In ihrer Not riefen die Hauptstadtbewohner den Heiligen Ephisius an, der sie erhörte und die Stadt von der Pest befreite. Zum Dank für die Errettung von der Epidemie gelobten die Cagliaritaner den Heiligen mit einem Fest zu ehren und von seinen Wundern zu erzählen. Seit 1656 lösen Cagliaritaner und Gläubige ihr Versprechen regelmäßig Anfang Mai mit einer vier Tage währenden Wallfahrt ein.
 
Ausgangspunkt der Pilgerreise, bei dem das prächtig gekleidete Standbild des Heiligen in einer goldenen Kutsche von Ochsen gezogen wird, ist die kleine Kirche Sant’Efisio im Stadtviertel Stampace
 
Punkt zwölf verlässt Ephisius das Gotteshaus. Er wird von Wächtern in Frack und Zylinder zu Ross, vom Alter Nos (einem Mitglied der Gemeindeverwaltung, das für die Beziehungen zwischen Kirche und Stadt zuständig ist), der Bruderschaft und Schwestergesellschaft von Sant'Efisio im Bußgewand sowie Tausenden Pilgern begleitet. 

Der Umzug, bei dem festlich geschmückte Karren, Reiter und Folkloregruppen aus der ganzen Insel in traditionellen Kostümen dem Standbild vorangehen, führt von Stampace über Giorgino, La Maddalena, Su Loi, Villa D’Orri, Sarroch, Villa San Pietro und Pula nach Nora.
 
 
AI bagliori del Santo: Entkleidung, Rosenkränze und Reliquien in Girogino

Der Stadtteil Giorgino putzt sich zum Festtag des Heiligen immer besonders heraus. Jedes Jahr Anfang Mai werben hier die Villa Ballero und die Kapelle Sant’Efisio um die Gunst der Wallfahrer. 
Giorgino, mit etwa 500 Einwohnern das kleinste Stadtviertel der Inselhauptstadt, ist untrennbar mit der Sagra di Sant’Efisio verbunden. Die kleinen Kapelle in der Villa Ballero ist für Ephisius die erste Etappe auf seinem Weg nach Nora. Hier werden dem Standbild des Heiligen am ersten Tag des Festes die prächtigen Kleider abgenommen und durch andere, weniger prunkvolle ersetzt. Auch die prachtvolle Kutsche wird hier gewechselt. 

Zum 353. Festtag des Geheiligten wurde zum ersten Mal auch eine prächtige Ausstellung sakraler Kunstgegenstände gezeigt. Neben aufwendig gearbeiteten Rosenkränzen gab es einige kostbare Heiligenreliquien zu sehen. Prunkstück der Ausstellung war eine silberne Kreuzreliquie mit einem Körperteil des Heiligen.
 
Nach der Entkleidung des Heiligen zieht der Prozessionszug mit zahlreichen Gläubigen über La Maddalena und Su Loi zur Villa D’Orri im Ortsteil von Sarroch. Der herrschaftliche Landsitz der Familie Manca aus Vallermosa beherbergte von 1797 bis 1817 Karl Felix von Savoyen und andere Mitglieder der Königsfamilie. Heute gehört es zur Tradition der prächtigen Villa, am 1. Mai das Standbild des Heiligen vor seinem Weiterzug nach Sarroch in der kleinen Kapelle aufzustellen.
 
Am 2. und 3. Mai geht es über SarrochVilla San Pietro und Pula weiter nach Nora, wo Ephisius, der religiösen Überlieferung nach, im Jahr 303 n.Chr. von einem römischen Soldaten enthauptet wurde. 
 
Am Morgen des 4. Mai wird die Rückreise angetreten und nachts in Cagliari beendet. Um das feierliche religiöse Gelübde für erlöst zu erklären, muss der Heilige innerhalb Mitternacht die Kirche von Sant’Efisio in der Inselhauptstadt erreichen.
 
 
 
Votivgaben als Dankzeichen der Gläubigen 

Als Dank beschenken die Gläubigen Ephisius mit zahlreichen Votivgaben. Sie bezeugen die durch den Heiligen erfahrenen Gnaden. Die Form der Gaben reicht von einfachen Rosenkränzen über schlichte Goldkettchen bis hin zu wertvollen Anhängern und Kolliers. Eine der ersten bekannten Votivgaben, ein kostbares Goldmedaillon, wurde Sant’Efisio von der Habsburger Fürstin Maria Theresia von Österreich gespendet. 

Auf dem Weg von Giorgino nach Nora erhält Ephisius von Pilgern und Gläubigen am Wegesrand als Ausdruck ihrer Verehrung und Hingabe zudem zahlreiche Gedenkgeschenke. Das ist auch der Grund, warum sich die Prozession auf dem Weg nach Nora und zurück nach Cagliari merklich verlangsamt.
 
 
 
Efisio di Elia – vom Christenverfolger zum Apostel Jesu 

Der bei Antiokien in Kleinasien geborene Ephisius von Elias befand sich Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. als Anführer einer Heerschar des römischen Kaisers Dioklezian auf Sardinien. Hier führte er den Befehl aus, die jungen christlichen Gemeinschaften der Insel blutig zu unterdrücken, bis ihm eines Tages in einer visionären Lichterscheinung der auferstandene Jesus begegnete. Ephisius erfuhr die Begegnung als Berufung zum Jünger Jesu, die von da an sein weiteres Leben bestimmte. Vom Christenverfolger wurde er ein begeisterter Anhänger des Gottessohnes und zum Martyrer seines Glaubens. Nach einem Gefängnisaufenthalt in Cagliari wurde er in Nora, an der Südwestküste von Cagliari, auf Befehl des Kaisers umgebracht und von der Kirche bald als Heiliger verehrt.
 
 
 
Mehr Informationen: Ufficio del Turismo  - Cagliari - santefisio@comune.cagliari.it - www.cagliariturismo.it