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Guspini
Lebendige Kleinstadt mit langer Messerschmiede-Tradition und meterhohen Basaltsäulen

  • <b>Guspini: Das lebendige Städtchen wurde im Mittelalter als Bergarbeiterdorf gegründet</b>
  • <b>Die Markthalle in Guspini</b>
  • <b>Die Basaltsäulen von Guspini</b>
  • <b>Das Coltello Guspinese mit stumpfer Spitze galt langezeit als das Taschenmesser der Bergarbeiter</b>
  • <b> in den letzten beiden Jahrhunderten Wohnort vieler Arbeiter des nahegelegenen Montevecchio-Bergwerks.</b>
  • <b>Chiesa San Nicolò Vescovo in Guspini</b>
  • <b>Guspini ist eine lebendige Kleinstadt mit langer Messerschmiede-Tradition</b>

Im Westen der Campidano-Tiefebene und an den Bergen der Costa Verde liegt die Kleinstadt Guspini.
 
Der lebendige Flecken mit knapp 13.000 Einwohnern wurde im Mittelalter als Bergarbeiterdorf gegründet und war in den letzten beiden Jahrhunderten Wohnort vieler Arbeiter des nahegelegenen Montevecchio-Bergwerks. Als die alten Blei- und Zinkminen ab den 1970-er Jahren nach und nach geschlossen wurden, zogen viele Guspinesi in die nahe Inselhauptstadt Cagliari oder versuchten ihr Glück als Gastarbeiter, viele davon in Deutschland. 

Nach Jahren der Auswanderung kehrt heute wieder Leben nach Guspini. Weil viele Gastarbeiter nach ihrer Pensionierung in ihre Heimat zurückgekehrt sind, kommt es nicht selten vor, das der Kneipenwirt Ruhrpott-Dialekt spricht oder der Tankwart in breitem Schwäbisch seine deutschen Kunden begrüßt.
 
Bars und Kneipen ziehen Besucher aus den umliegenden Gemeinden an und rund um die gotische Kirche von San Nicoló im Ortszentrum gibt es Geschäfte und Einkaufsläden. Auf der Piazza vor der Kirche wird den Sommer über Musik und Spektakel geboten.
 
Guspini lohnt also einen Abstecher und ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Costa Verde, das Iglesiente, das Campidano und die Marmilla zu erkunden.
 
Unter dem unscheinbaren Hügel von Zeppara, mitten in einem Wohngebiet, versteckt sich das Highlight von Guspini: Die Basaltsäulen Basalti Colonnari. Die meterhohen, wie Orgelpfeifen angeordneten Steinpfeiler sind ein seltenes Naturphänomen. Sie entstehen, wenn eruptiertes Vulkangestein verzögert abkühlt, sich zusammenzieht und sich senkrecht zur Abkühlungsfläche Kanten bilden. Die sechseckigen Basaltsäulen von Guspini sind über 160 Meter hoch und erstrecken sich über eine Felswand von fast 250 Metern Breite. Der harte Basaltstein wurde seit etwa 1800 als Baumaterial für die Häuser in Guspini genutzt, bis die Säulen 1971 als Naturdenkmal geschützt wurden.
 
Die Kleinstadt ist außerdem auf der ganzen Insel für seine Hirtenmesser bekannt. Die von Hand gefertigten Einzelstücke der Coltelli Guspinesi haben eine leicht runde Klinge und einen Griff aus Hammelhorn. Schaft und Klinge werden in tagelanger filigrander Handarbeit gearbeitet - viele der kostbaren Einzelstücke sind fast zu schade zum Schneiden.
 
Das Coltello Guspinese existiert in zwei Varianten - mit spitzer und mit stumpfer Klinge. Letztere ist auch als sardisches Bergarbeiter-Messer bekannt. Es entstand 1908, nachdem ein Gesetz, das Decreto Giolotti, verbot, in den Bergwerken und Arbeiterunterkünften mehr als vier Zentimeter lange Spitzmesser mitzuführen. In der rauhen Bergarbeitergesellschaft kam es nicht selten zu Aufständen, Streitigkeiten und Messerstecherein zwischen den Kumpels und so wollte man allzu blutige Auseinandersetzungen verhindern. Heute wird das Coltello Guspinese in zahlreichen Messerschmieden und Andenkenläden verkauft.
 
Mehr InformationenComune di Guspini - Via Don Minzoni 10 - 09036 Guspini - comune.guspini.vs.it