Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten. Sardinien.com: Die Steinkistengräber von Li Muri

Li Muri
Ausflug in die Jungsteinzeit in Arzachena: Die Steinkistengräber von Li Muri

  • <b>Arzachena birgt auch Fundstücke aus der Jungsteinzeit</b>
  • <b>Li Muri bei Arzachena: Steinkistengräber und Kreise aus Granitplatten</b>
  • <b>Ausflug in die Jungsteinzeit in Arzachena</b>
  • <b>Steinkreise und Kistengräber</b>
  • <b>Li Muri bei Arzachena: Steinkistengräber und Kreise aus Granitplatten</b>
  • <b>Steinkistengrab in Li Muri</b>
  • <b>Ausflug in die Jungsteinzeit in Arzachena</b>

Neben zahlreichen archäologischen Fundstücken und Sehenswürdigkeiten aus der Nuraghenzeit birgt Arzachena auch Fundstücke aus der Jungsteinzeit. Denn weit vor den bekanntesten frühzeitlichen Sarden machten sich im Norden der Insel zwei neolitihische Kulturen breit - nach den Fundorten ihrer wichtigsten Überreste "Ozieri-Kultur" beziehungsweise "Kultur von Arzachena" genannt. Eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten dieser Zeit ist die Nekropole "Li Muri", etwa acht Kilometer von Arzachena entfernt.

Die Überreste der "Kultur von Arzachena" geben den Forschern auch heute noch Rätsel auf. "Li Muri", zu deutsch "die Mauern" stammen aus der Zeit um Ende des 4. Jahrtausends vor Christus und bestehen aus mehreren rechteckigen Steinkisten, die von Kreisen aus Steinplatten umgeben sind. Ursprünglich fassten diese Steinkreise aufgeschüttete Grabhügel ein, an deren Rändern jeweils ein Menhir stand. Diese Grabsteine liegen heute umgekippt neben den Steinkreisen.

In Opferkisten neben den Grabmälern hat man Messerklingen aus Feuer- und Speckstein sowie Schmuck gefunden. Außerdem Behälter mit Ocker-Resten. Diente die rote Farbe vielleicht zur Bemalung der Toten? Rot galt bei vielen jungsteinzeitlichen Völkern als Farbe des Blutes und des Lebens. Deshalb könnte man die rote Farbe mit einem Widerauferstehungsritual verbinden.
Ob die Ockerfarbe jedoch tatsächlich zur Bemalung der Beigesetzten diente, ist unbekannt. Im sauren Granitgestein haben sich keine menschlichen Überreste erhalten. Deshalb haben Archäologen auch oft Interpretationsprobleme: Wer wurde hier bestattet? Wurden hier mehrere Menschen in einer Nekropole begraben oder wurden hier einzelne, wie die aufwändig gebaute Grabanlage vermuten lässt, wichtige Persönlichkeiten beigesetzt? "Li Muri" bietet also noch viel Unentdecktes und viel Stoff für Spekulationen. Einzelne Funde deuten außerdem darauf hin, dass die Arzachena-Kultur Handelbeziehungen nach Korsika und auf die fernen Balearen-Inseln hatte.

Die Ausgrabungsstätte wird von der gemeindeeigenen Gesellschaft GeSeCo Arzachena Srl angeboten. Führungen gibt es das ganze Jahr über und auf Vorbestellung auch auf Deutsch. Eintritt 3,50 Euro (Sammeltickets für mehrere Monumente in Arzachena), geöffnet täglich von 9 bis eine Stunde vor Sonnenuntergang