Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten. Sardinien.com: Brunnentempel Santa Cristina bei Paulilatino in Zentral-Sardinien

Pozzo di Santa Cristina
Brunnentempel bei Paulilatino: Auf den Spuren vorchristlicher Wasserkulte

  • <b>Pozzo di Santa Cristina - auch eine Mondphasenuhr aus der Bronzezeit</b>
  • <b>Pozzo di Santa Cristina, Paulilatino, Sardinien</b>
  • <b>Pilgerhütten bei Santa Cristina, Zentralsardinien</b>
  • <b> Unweit des Brunnentempels liegt heute die kleine Feldkirche von Santa Cristina aus dem 18. Jahrhundert.</b>
  • <b>Santa Cristina, PIlgerstätte in Zentralsardinien</b>
  • <b>Pozzo di Santa Cristina, Paulilatino</b>
  • <b>Brunnentempel von Santa Cristina, Abbasanta, Sardinien</b>
  • <b>Pozzo Santa Cristina bei Paulilatino und Abbasanta</b>
  • <b>Pozzo di Santa Cristina bei Paulilatino, Sardinien</b>
  • <b>Pozzo di Santa Cristina bei Paulilatino: Auf den Spuren vorchristlicher Wasserkulte</b>
  • <b>Pilgerhütten bei Santa Cristina</b>
  • <b>Feldkirche von Santa Cristina aus dem 18. Jahrhundert.</b>

Lange bevor das Christentum die Insel eroberte, haben die Nuragher Quellen, Brunnen und andere Gewässer verehrt, denn Wasser bedeutete Leben und Wachstum. Sie verstanden die Quelle als heiligen Ort, an dem Götter wirken und errichteten dort Gotteshäuser für ihre kultischen Rituale. Zudem offenbarten ihre Bauten ein ganz eigenes mathematisch-messtechnisches und vor allem himmelskundliches Wissen.
 
Das Brunnenheiligtum von Santa Cristina bei Paulilatino, das zu den schönsten Kultstätten Sardiniens zählt, sollen die Nuragher schon im 1. Jahrtausend v. Chr. errichtet haben.
 
Von oben betrachtet ähnelt der Brunnentempel, der von einer niedrigen Mauer umgeben ist, der Frontalansicht eines Schlüssellochs. Über eine kleine Vorhalle führen 25 mit höchster Präzision angefertigte Basaltstufen hinunter in den tholosartigen Brunnenschacht zur unterirdischen Quelle.

Wie an anderen Quellen und Gewässern der Insel wurden auch in Santa Cristina zahlreiche geopferte Bronzestatuetten gefunden. Die Figuren stellen Göttinnen und Götter, Menschen in ihrer typischen Bekleidung, aber vor allem Krieger dar.
 
Einige Astronomen haben daneben in einer aufwendig angelegten Forschungsarbeit dokumentieren können, dass sich der Mond alle 18 Jahre und 6 Monate Ende Dezember / Anfang Januar im Quellwasser des heiligen Brunnens spiegelt.  Aus der Betrachtung des Himmels zogen die Nuraghier aller Wahrscheinlichkeit nach Ihre Schlüsse über Naturgesetze, Jahreszeiten und Mondzyklen.

Das Brunnenheiligtum von Santa Cristina liegt in einem mehr als 10 ha großen Park mit zahlreichen alten Ölbäumen und ist von einem großen Tempelbezirk umgeben.
 
Reste der Grundmauern von Pilgerhütten und Verkaufsständen sind noch heute zu erkennen. Bei einem Spaziergang in den nahen Oliven- und Eichenhain kann man außerdem Reste eines nuraghischen Dorfs und einen gut erhaltenen Nuraghenturm erkennen.

Doch auch lange nachdem die Nuraghier diese Kultstätte verlassen hatten und nach den römischen Religionen auch das Christentum auf Sardinien einzog, begeisterte dieser magische Ort Generationen. Unweit des Brunnentempels liegt heute die kleine Feldkirche von Santa Cristina aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist von den sogenannten Muristenes oder Cumbessias, den Behausungen der Pilger für zwei Festtage, umgeben: Am zweiten Sonntag im Mai wird die Heilige Christina verehrt, am vierten Oktobersonntag hingegen der Erzengel Raphael.
 
Auch wenn die Bedeutung einzelner Quellen auf Sardinien mittlerweile in Vergessenheit geraten ist, hat man auf der Insel bisher mehr als 50 heilige Brunnen gefunden.
Neben dem Pozzo Sacro di Santa Cristina gehören der Pozzo Sacro Funtana Coberta bei Ballao, der Pozzo Sacro Is Pirois bei Villaputzu, der Pozzo Sacro Noddule bei Nuoro, die Fonte Sacra Su Tempiesu bei Orune, der Pozzo Sacro di Santa Vittoria bei Serri, der Pozzo Sacro Sa Testa bei Olbia und der Pozzo Sacro Predio Canapoli bei Perfugas zu den wichtigsten Brunnentempeln der Insel. 
 
Die Ausgrabungsstätte von Santa Cristina ist von der Schnellstraße S.S.131 aus gut ausgeschildert und kaum zu verfehlen.

Öffnungszeiten: Ganzjährig täglich ab 8.30 Uhr bis zum Sonnenuntergang. Neben einer Snackbude gibt es auch einen Museumsshop und in der Nähe ein Restaurant.
Die Eintrittskarte ist auch für das kleine Völkerkundemuseum Museo Archeologico - Etnografico "Palazzo Atzori" im vier Kilometer entfernten Paulilatino gültig.
 
Mehr Informationen: Cooperativa Archeotour - Tel.: +39 0785 55438 und +39 347 7746747 - www.archeotour.net.