Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten. Sardinien.com: Bootsausflug entlang der Küste von Villasimius

Sommer: Törn an der Küste
Tipp für Baderatten, Abenteurer und Romantiker

  • <b>Bootsausflug mit der Matilda II</b>
  • <b>Bootsausflug mit der Matilda II</b>
  • <b>Bootsausflug mit der Matilda II</b>
  • <b>Bootsausflug mit der Matilda II</b>

Wir sitzen im Heck des Autos und befinden uns auf der Fahrt nach Villasimius. Die Straße, eine der schönsten Panoramastrecken der Insel, schlängelt sich an den kargen Granithängen des Sarrabus entlang. Zahlreiche felsige Buchten mit kleinen Sandstränden prägen die Küstenlandschaft. In Villasimius angekommen, folgen wir der Ausschilderung zum Hafen.
 
Unsere Augen gleiten vom Meer hinauf zu den weißen Segeln der vielen Boote die hier vor Anker liegen. Dann sehen wir es, das große braune zweimastige Segelschiff Matilda II. Mindestens fünfzehn Leute hocken oder liegen schon auf dem Boot, im Heck steht Roberto und begrüßt die Ankommenden. Täglich bieten er und seine Mannschaft Naturfreunden und Sonnenanbetern einen Tagesausflug auf dem Segelschiff. Wellen plätschern. Wir packen unsere Sachen aus und gehen an Bord.
 
Roberto und seine Mannschaft verbringen die Sommermonate auf ihrem Segelboot. Sie schweifen zwischen dem Hafen, der Isola dei Cavoli und dem Capo Carbonara; zwischen lauschigen kleinen Buchten und über die reiche Meeresfauna. Roberto läuft täglich aus, und nie allein. Immer sind Daniele und Leonardo dabei. Die drei kennen sich schon seit Jahren. Sie haben ihr Boot selbst gebaut. Daniele, der am liebsten sein ganzes Leben auf dem Wasser verbringen würde, hat das Projekt entworfen, Roberto und Leonardo haben ihm bei der Durchführung geholfen. Vier Jahre dauerte der Bau des Schiffes, bis es soweit war und sie auf das offene Meer hinaus segelten. 
 
Wir setzen uns ins Boot und kramen erst mal unsere Sonnenmilchtuben heraus. Die Sonnenkreme, Schutzfaktor 30-45, verteilen wir dann über den ganzen Körper. Das schützt und pflegt die Haut damit sie nicht krebsrot wird. Es ist inzwischen 10:30 Uhr und auch die letzten Nachzügler sind nun an Bord. 
 
Roberto nimmt den Anker auf und wir stechen in See. Wir schieben uns langsam aufs offenen Meer. Daniele hisst die Segel und schaltet den Motor aus, es wird still. Wir schweigen und genießen die Stille und das Panorama. Es geht ein leichter Wind, das Schiff gleitet auf dem glatten Wasser. Unser erster Abstecher gilt der Isola dei Cavoli, gegenüber dem Capo Carbonara
 
Die meißten der langen Strände an denen wir uns vorbeischieben sind aus feinem Sand: Campulongu, Cala Giunco, Simius und Punta Molentis. Auch einen tollen Ausblick auf die Fortezza Vecchia hat man vom Boot aus. Gegen Mittag erreichen wir die Isola dei Cavoli, die ein einsamer Leuchtturm überragt. Kein Haus weit und breit, nur ein alter Lagerraum an der Anlegestelle. In der Zeit des Vogelzugs kann man auf dieser kleinen Insel seltene Vogelarten beobachten. Eine Gruppe junger Botaniker der Universität Cagliari verbringt gerade aus Studiengründen einige Tage auf der Insel. Normalerweise ist die Insel jedoch unbewohnt.
 
Ein Schlauchboot bringt uns an Land. Der Strand besteht aus Felsen. Wir legen unsere Sachen ab und stürzen uns in die Fluten. Heute tauchen wir, kommen prustend wieder hoch und sind schon wieder unter Wasser. Wer Glück hat, kann Zahnbrassen, Muränen oder Langusten beobachten.
 
Anderthalb Stunden später sitzen wir wieder an Bord. Aus der Kombüse steigt ein leckerer Geruch. Hier sind Töpfe, Wasserkanister und die Kochstelle untergebracht. Leonardo hat ein köstliches Mittagessen vorbereitet. Neben einem Nudelgericht aus Sardinien (Malloreddus alla Campidanese) gibt es Schafskäse, Wurst und ein knackiges Pane Carasau. Zum Nachtisch Gebäck. Dazu werden Rotwein, Mirto und ein starker Espresso serviert. Für die Kleinen natürlich Wasser oder Cola.
 
Genau das Richtige, um nach einer kurzen Verdauungsfahrt wieder ins Meer springen zu können. Wir nehmen also wieder den Anker auf und segeln weiter auf das Meer hinaus. Inzwischen hat der Wind zugenommen. Direkt der Isola dei Cavoli gegenüber liegt die traumhafte Punta Molentis, ein felsiges Kap mit kleiner Sandstrandbucht. Früher wurde sie als Steinbruch genutzt. 
Das Meer ist nun durchsichtig und Türkisblau. Roberto verankert das Boot erneut. Wer will kann sich an den Strand bringen lassen, der jedoch zu dieser Zeit sehr überlaufen ist. Die meisten von uns bleiben jedoch an Bord und springen vom Boot aus ins glasklare salzige Wasser. Was für ein Gefühl! Hier fühlt man sich frei. 

Es ist inzwischen 16:30 Uhr. Wir müssen zurück. Wir blicken alle noch einmal auf diese traumhafte Bucht, dann treten wir die Rückfahrt an. Nach einer Weile holt Daniele das Segel ein, der Wind ist zu schwach. Wir hocken im Bug oder im Heck und unterhalten uns mit den anderen Ausflüglern. Wir tauschen Eindrücke und Adressen aus. Keiner wird diesen wunderschönen Tag so schnell vergessen. 

Wieder im Hafen angekommen gehen wir an Land. Jetzt merken wir, wie erschöpft wir doch sind. Die Sonne und das salzige Wasser haben uns und unserer Haut zugesetzt, doch wir fühlen uns glücklich. Ich drehe mich um und sehe Leonardo, ich winke, er winkt zurück. Leonardo und seine Freunde bleiben an Bord.