Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten. sardinien.com: Rundreise an der Nordwestküste

Frühling: Einsame Strände
Tipp für Ruhesuchende, Naturliebhaber und Genießer

  • <b>Heller, weicher Sand, azurblau leuchtendes Wasser und im Hintergrund Tavolara als traumhafte Strandkulisse, das ist La Cinta</b>
  • <b>... so einsam ist der herrliche Strand leider nur zur Nebensaison</b>
  • <b>In Lu Impostu gab die Natur alles: karibikfarbenes Wasser, kleine Felsen, feiner, fast weißer Sand, wilde Lilien, Mariendisteln und Mimosen und viel Sonne</b>
  • <b>In der Nebensaison sind Trubel und Badelakengewusel völlig unbekannt. Dann kann man herrrliche Strandspaziergänge machen ohne viele Menschen zu treffen</b>
  • <b>Cala Brandinchi: Ein schmales, helles Sandband, das zum Teil von einem kleinen Pinienwald und kleinen Dünen umgeben ist</b>
  • <b>Werbeträchtig wird der Strand auch La Piccola Tahiti genannt - so flach und karibikblau ist das Mittelmeer hier </b>
  • <b>Porto della Taverna ist ein toller Granitstrand, der in glasklares Wasser taucht, das über fünfzig Meter gerademal kniehoch ist</b>
  • <b>Zur Saison kann man im Café.Restaurant 12.1 vor traumhafter Kulisse kühle Getränke, doch auch ein Mittag- oder Abendessen genießen</b>
  • <b>An der Provinzstraße nach Pittulongu östlich von Olbia liegt der Brunnentempel von Sa Testa. Das Heiligtum diente einst dem Wasserkult.</b>
  • <b>Wie inszeniert ist auch der Sonnenuntergang. Zumindest, wenn man in Richtung Olbia blickt. Denn der Brunneneingang ist nach Nordosten ausgerichtet</b>
  • <b>Unser Zimmer im feinen 4-Sterne-Hotel Ollastu. Hier fallen wir abends erschöpft ins Bett</b>
  • <b>Unser Blick am Morgen auf dem Weg zum Frühstücksraum</b>
  • <b>Mit dem Zubringerboot auf dem Weg nach Tavolara</b>
  • <b>Wie ein Fischsaurier aus der Urzeit wirkt die Insel aus der Ferne</b>
  • <b>Die wuchtige Insel gehört zum marine Naturschutzgebiet von Tavolara - Punta Coda Cavallo</b>
  • <b>An der Landzunge Spalmatore di Terra legen die Ausflugs- und Zubringerschiffe an</b>
  • <b>Eines der wenigen Häusern der Inselbewohner. Sie leben längst in Porto San Paolo oder Loiri und kehren nur im Sommer zurück </b>
  • <b>Seit der legendären Begegnung 1836 mit Carlo Alberto von Savoyen betrachten sich die Angehörigen der Familie Bertoleoni als Könige von Tavolara</b>
  • <b>Hier liegen die Gräber der letzten Könige und einiger Bewohner von Tavolara</b>
  • <b>Im Vordergrund König Tonino I., der Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von Paolo I., vor seinem Restaurant und bei der Gartenarbeit</b>
  • <b>Auf die Insel ist es nur ein kurzer Weg. Das Boot schafft es in knapp 10 Minuten auf das Eiland</b>

Urlaub auf Sardinien? Nichts leichter als das. Am besten zum Sonnenbaden und Sandburgen-Bauen an karibisch anmutenden Stränden, zum Spazierengehen auf einsamen Pfaden und Vögel-Gucken in unberührter Natur, zum Energie-Tanken an Kraftplätzen und Schlemmen mit Blick auf das Meer. Doch wann ist die beste Reisezeit? Wir haben uns für den Frühling entschieden. 
 
Stille herrscht am Strand von La Cinta. Eine riesige Lagune säumt das endlos lange, puderzuckerweiße Sandband. Im Hintergrund blüht die duftende Macchia. Stark gekrümmter Wacholder, Mastixsträucher und Baumheidegewächse recken sich der Sonne entgegen. Binsengräser rascheln im Wind und in den dichten Strohblumenbüschen knistert es.
Alles hier am beliebtesten Strand von San Teodoro ist im Frühjahr noch völlig unberührt und ungestört. Nur hin und wieder rauschen ein paar schnaufende Jogger vorbei. Reiher krächzen und der noch frische Morgentau perlt von Ginster und Strandlilien. 
 
Wir seufzen. Unsere Augen gleiten vom fast menschenleeren Strand auf das spiegelglatte Meer hinaus. Mittendrin ragt die Insel Tavolara auf. Fünf Seemeilen östlich des Eilands, das wie ein gigantischer Fischsaurier aus der Urzeit aussieht, hat ein Taucher vor wenigen Tagen das Wrack eines britischen U-Boots aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Der Sporttaucher aus Genua ist sich sicher, dass es sich dabei um die seit dem 31. Dezember 1942 verschollene P311 mit 71 Mann an Bord handelt. Der Hauch alter Zeiten lässt uns schaudern.   
 
Doch es soll auch gute alte Zeiten gegeben haben, weiß unser Reiseführer zu berichten. In den sich abwechselnden Epochen, die so einfach und ungefährlich nicht waren, hat man Tempel gebaut, das kleinste Königreich Italiens ausgerufen, sich dem Ackerbau oder der Herdenwanderung zwischen Sommer- und Winterweiden gewidmet. Wir mögen die Sehnsucht nach der geruhsamen alten Zeit und nehmen uns fest vor auf ihren Spuren zu wandeln. 
 
Zunächst wollen wir aber das Farbenspiel der Strände und des Wassers genießen. Bevor sich La Cinta am späten Vormittag mit Badenixen, Spazierern und Sportlern füllt, nehmen wir unser Auto und fahren nach Norden Richtung Puntaldia. Es geht vorbei an Pinienhainen, Oleanderbüschen und kleinen Häusern, dann tauchen nach wenigen Minuten die Strände Lu Impostu und Cala Brandinchi auf. Wir atmen tief ein und halten inne. Das Meer leuchtet türkisgrün, die hellen Sandbänder sind puderzuckerweiß und die Wellen plätschern an das seichte Ufer. Wir entscheiden uns für die Cala Brandinchi, schnappen unser Badezeug und laufen an den Strand. Es ist warm, wir ziehen uns um und rennen ins Wasser. Wir müssen einige Meter laufen, bevor es tief wird, doch dann sind wir weg. Verschluckt von dem spiegelglatten, azurblauen Meer. Sekunden später tauchen wir prustend wieder auf und rennen lachend aus dem Wasser. Wir legen uns auf die Handtücher und schauen auf das glitzernde Nass. Markus will den Strand erkunden, doch ich habe keine Lust. Ich lese lieber und sonne mich. "Je früher oder später man im Jahr kommt, desto leerer sind die Strände", schreibt mein Reiseführer. Das stimmt! Im Frühling definiert sich der Reiz der Strände auch durch die Dinge, die fehlen: Keine Urlaubermassen, kein Lärm, kein Sonnencreme-Ölfilm auf dem Wasser und niemand der Schmuck, kühle Getränke oder Eis verkauft. 
 
Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg nach Porto Taverna, denn auch das feine Sandband nördlich der Cala Brandinchi ist ein echter, karibisch anmutender Traumstrand. In der Strandbar sind schon alle Tische besetzt. Während Markus sich an der Theke nach Brötchen und Wasser anstellt, suche ich nach einem schönen Plätzchen. Als er mit unserer Brottüte auf mich zukommt, duftet es bereits nach frischer Mortadella und hauchdünn geschnittenem prosciutto cotto. Wir setzen uns in den weißen Sand und finden, dass es nichts schöneres gibt als so eine Brotzeit am Strand - noch dazu mit tollem Blick auf Tavolara. Das stärkt uns bis zu unserem Abendessen im Vier-Sterne-Hotel Ollastu.       
 
Noch vor Sonnenuntergang zieht es uns nach Olbia, zum Brunnentempel Sa Testa. "Der Kraftort soll seit jeher auch Reisenden aus der Fremde für Reinigungsriten gedient haben", lese ich in einer Broschüre. Genau richtig für uns! Die heilige Stätte aus der späten Bronze- bzw. frühen Eisenzeit liegt an der Straße nach Pittulongu. Als wir das Terrain betreten, macht sich ein wohliges Gefühl breit. Es duftet nach würziger Macchia, in der Ferne surrt ein Auto. Die Sonne beginnt am Horizont niederzugehen und wir setzen uns in den trapezförmigen, gepflasterten Vorhof, an dessen Ende sich die nach unten, zur Quelle führende Treppe öffnet. Ein herrlicher Badetag geht langsam zu Ende, die Stille in der Talmulde ist betörend und wir schauen der Sonne beim Verschwinden zu. Das ist einfach nur schön und wie geschaffen für einen entspannten Abend und eine erholsame Nacht!
 
Am nächsten Morgen sind wir schon früh wach, denn heute besuchen wir Tavolara. Ich stehe auf und gehe ans Fenster. Es muss geregnet haben in der Nacht. Die Terracotta-Fliesen unserer Zimmer-Terrasse glänzen noch feucht in der strahlenden Morgensonne.Glück gehabt, denke ich. 
 
Wir machen uns auf den Weg ins Haupthaus zum Frühstückssaal. Es duftet bereits nach frischem Kaffee und Croissants. Wir decken uns mit Jogurt und frischen Früchten ein und setzen uns an einen Fensterplatz. Unser Blick fällt auf das mehr als 500 Meter steil aus dem Wasser aufragende Eiland. Allgegenwärtig, denke ich. Die mächtige, einem schuppigen Reptil ähnelnde Insel ist allgegenwärtig. Sie bestimmt das Landschaftsbild dieses Küstenstrichs, der sich von Olbia über die Costa Corallina und Porto San Paolo bis hinunter nach San Teodoro zieht.  
 
Die winzige Insel gehört zum Tavolara-Punta-Coda-Cavallo-Marineschutzgebiet, das seit 1997 besteht. Auf dem knapp 15 Einwohner zählenden Eiland gibt es seltene Pflanzen- und Tierarten, wie den Alpensegler, den Mufflon oder eine Herde wilder Ziegen, die Jagd auf ein Wolfsmilchgewächs machen, dessen gelbe Blüten ihre Zähne golden verfärben. Doch bei Urlaubern stehen vor allem die hellen Sandstrände auf der flachen Landzunge Spalmatore di Terra ganz oben auf der Liste. 
 
Wir packen unsere Badesachen zusammen und starten gemütlich in Richtung Porto San Paolo. Im kleinen Hafenort legen die Zubringerschiffe ab, die nach kurzer Fahrt im Westen von Tavolara andocken. Am Ticketschalter erklärt man uns, dass die Schiffe im Frühjahr fast nur am Wochenende  auf die Insel schippern, denn dann nehmen auch viele Einheimischen das Boot. Im Winter ist Tavolara hingegen nur mit dem eigenen Wasserfahrzeug zu erreichen. Wieder Glück gehabt, denke ich und quetsche mich mit Markus zwischen eine italienische Familie auf die Bank. "Schon mal von Paul dem Ersten gehört?", fragt uns unser Nachbar. "Dem Kaiser von Russland?", fragen wir zurück. "Nein, dem König von Tavolara", entgegnet er lachend. "Wer bitte hat ihn gekrönt und wann?", fragen wir nach. "Karl Albert, der König von Sardinien-Piemont. Paolo Bertoleoni hat ihn 1836 mit den Worten 'Der König von Tavolara begrüßt den König von Sardinien' empfangen und schon durfte er sich König nennen", erwidert er. Ob die Geschichte wahr ist? Absolut. Als wir anlegen, steht der 83 Jahre alte Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von Paolo I. am Ufer vor seinem Restaurant. Offiziell anerkannt haben Italien und andere Staaten sein Königreich allerdings nicht.
 
Der Weg vom Landungssteg zu den hellen Sandstränden führt auf einem schmalen Pfad nach Westen, vorbei an zwei Restaurants und den wenigen Häusern der früheren Inselbewohner. Die leben alle längst in Porto San Paolo oder Loiri und kehren nur im Sommer für ein paar Tage oder Wochen nach Tavolara zurück. Ziemlich genau in der Mitte der schmalen Halbinsel gelangen wir zu dem klitzekleinen Friedhof, wo auf vielen Gräbern die Namen der Könige von Tavolara eingraviert sind. Nur wenige Ruhestätten tragen andere Familiennamen. Hier also liegen die längst verstorbenen Vorfahren dieses Fantasielands. 
 
Wir blicken uns an und überlegen ob wir kurz ins kristallklare Wasser springen oder doch lieber nur ein Sonnenbad nehmen sollen. Während ich mich in den Sand plumpsen lasse, merke ich, dass Markus weitaus weniger an einer Rast interessiert ist. Er will auf die 565 Meter hohe Punta Cannone. Die Fischsaurier-Silhouette der Insel reizt ihn seit heute Morgen, als er sie vom Hotel gesehen hat. Also lasse ich mich in Richtung der steilen Kalksteinfelsen ziehen. Je höher wir auf dem längst nicht mehr sandigen, sondern schotterigen Weg steigen, desto schöner wird die Aussicht. Der Anstieg ist steil, aber nicht schwierig. Kurz darauf machen wir Rast in 250 Metern Höhe. Tief unter uns leuchtet das azurblaue Meer. Jetzt kommt der schwierige Teil der Tour mit mehreren gesicherten Passagen, an denen man sich anseilen muss. Ich hätte es wissen können, auf was ich mich einlasse. Ich bin nicht schwindelfrei und kann nicht weitergehen. 
 
Wir beginnen den Abstieg, reden nicht viel und genießen den betörenden Duft der Macchia. Nach zwei Stunden ist er geschafft und ich bohre meine Füße in den warmen Sand. Wir legen unsere Handtücher ganz dicht ans Wasser und stärken uns mit einem leichten, fruchtigen Snack. Markus stürzt sich in die kühlen Fluten, liegt aber schon bald wieder neben mir. Wer braucht schon die Gipfelspitze, wenn er ein spiegelglattes, azurblaues Meer haben kann? Inklusive Strand-Restaurant, das die besten Fischspezialitäten bereithält.    
 
Als die Sonne hinter uns am Horizont versinkt, serviert uns der Kellner des Ristorante La Corona einen eisgekühlten, weißen Terra e Mare und spannende Kombinationen aus Tintenfisch mit Kartoffeln sowie Nudeln mit Venusmuscheln und geriebenem Rogen von der Meeräsche. Ein zweiter himmlischer Tag geht langsam zu Ende, ein Tag auf einer einsamen, wilden und noch unberührten Insel mit royaler Ehre.
 
 
Hier Hotel Ollastu buchen und einsame Strände im Frühling genießen
 

 
 
Reiseinfos
 
Übernachten 
Hotel Ollastu. Herrliche Anlage mit atemberaubenden Blick auf das Meer. Direkt an der Costa Corallina mit eigenem Strand-Restaurant auf der Tavolara-Insel. Ein guter Stützpunkt an der Nordostküste von Sardinien. www.ferien-in-sardinien.com.
 
Essen und Trinken
Ristorante S'Ollastu. Hotelrestaurant mit feiner italienischer Fisch-, aber auch Fleisch-Küche in romantischem, gepflegten Ambiente.
 
Ristorante La Corona. Das Strand-Restaurant des Hotel Ollastu auf Tavolara. Frische Meeresfrüchte, hervorragender Fisch. Hier kann man einen perfekten Badetag stimmungsvoll ausklingen lassen. Der hauseigene Bootshuttle bringt die Gäste nach dem Abendessen ins Hotel zurück. 
 
Mietwagen
Sunny Cars. Wir haben unseren Mietwagen günstig im Internet gebucht. www.ferien-in-sardinien.com/mietwagen.
 
Zubringerschiff
Zur Hochsaison fährt ein Schiff ab Porto San Paolo mehrmals täglich. Wenn in der Niedrigsaison unter der Woche wenig los ist, fährt das Schiff nur am Wochenende. Fahrplan und Preise: www.tavolaratraghetti.it.