Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten. Sardinien.com: Bootstour im Golf von Orosei

Bootstour im Golf von Orosei
Traumstrände, einsame Buchten, geheimnisvolle Grotten

  • <b>Bootstour im Golf von Orosei</b>
  • <b>Mit dem Boot auf Tour an der Ostküste</b>
  • <b>Bizarrer Felsbogen im Golfo di Orosei</b>
  • <b>Ein paar Fjorde und Buchten steuern wir erst auf der Rückfahrt an</b>
  • <b>Die Bucht von Cala Goloritzé: Für viele der schönste Strand von Sardinien</b>
  • <b>In den Kalkfelsen der Cala dei Gabbiani nisten Möwen und Falken</b>
  • <b>Zum Baden geht es in eine der vielen, kleinen Buchten </b>
  • <b>Gefährlich nahe steuert Sergio seine Motoryacht an die Steilküste</b>
  • <b>Der Eingang der Feigenbaum-Grotte war früher von einem feigenbaum versteckt</b>

Es ist noch kühl am Morgen um halb neun im Hafen von Arbatax, als Sergio mit seiner Helios V zu seinem täglichen Bootstrip in Richtung Golfo di Orosei aufbricht.
Mitte Mai versammeln sich nur ein paar verschlafene Urlauber um die fast dreißig Jahre alte Motoryacht, mit der Kapitän Sergio Vacca seit mehr als zehn Jahren Ausflüge anbietet. „Fiat Motor, 27 Jahre alt, aber generalüberholt” erzählt er voller Stolz. Der gut in Schuss gehaltene, 16 Meter lange Kahn habe ihn noch nie im Stich gelassen.
Ein paar Deutsche, zwei Amerikaner, zwei Paare aus Frankreich und ein Exilsarde sind heute mit an Bord. Sergio kann nur ein paar Brocken Französisch und ein paar Wortfetzen Deutsch, aber irgendwie versteht ihn jeder. „Wenn wir Glück haben, sehen wir heute ein paar Delphine. Erst gestern hat uns ein Schwarm Tümmler bis vor die Isola d’Ogliastra begleitet“, versucht Sergio die Aufmerksamkeit seiner noch immer verschlafenen Gäste auf sich zu lenken.
Spiegelglatt ist die See vor Arbatax heute, als Sergio und sein Matrose endlich die Leinen loslegen und im Schrittempo aus dem Hafen des ehemaligen Fischerdorfs ausfahren. Doch der Blick auf die blauen Meeressäuger bleibt uns heute verwehrt: Kein Delfin weit und breit. Dafür steuert Sergio schnurstracks auf die Isola dell'Ogliastra zu. Die kleine Felsinsel aus rotem Prophyrgestein war vor hundert Jahren einer der wenigen sicheren Ankerplätze an der Ogliastra-Küste, bis 1903 der Hafen von Arbatax gebaut wurde. Heute sorgen auch die Yachthäfen von Santa Maria Navarrese und Cala Gonone für sicheren Halt und das Inselchen wurde sich selbst überlassen.
Nur ein altes Fischerhaus, ein Landungssteg und ein Altar sind heute noch übrig. Den Rest hat sich die Natur zurückgeholt: Unzählige Möwen, Kormorane, Reiher und Seeschwalben bevölkern die kleine Felsinsel, die rot leuchtend im frühen Sonnenlicht strahlt. 
Es geht weiter in Richtung Norden, vorbei an ein paar einsamen Fischerbooten. "Wer im Naturschutzgebiet zwischen Santa Maria Navarrese und Cala Gonone Fischen will, braucht eine Sondergenehmigung", weiß Sergio. Er kennt fast jeden, der zwischen Tortolí und Orosei unterwegs ist. Schließlich ist der in Arbatax geborene Sarde seit mehr als zehn Jahren mit Touristen zwischen der Ogliastra und Cala Gonone unterwegs. „Das ist Bruno, il Maniaco“, meint Sergio und grüßt einen einsamen Fischer in seiner kleinen blauen Schaluppe, der ganz allein und gemächlich ein paar Fische aus seinem Netz angelt, „Der ist bei jedem Wind und Wetter unterwegs und wirft seine Netze aus“. 
Vor uns liegt die fast achtzig Meter hohe Felsnadel Perda Longa und das gewaltige Capo di Monte Santo, wo die wuchtigen Berge des Supramonte ganz plötzlich im Meer zu versinken scheinen. Das senkrecht ins Meer abfallende Felskap aus rötlich-weißem Kalkstein markiert das Ende der Ogliastraküste. „Das ist der Punkt Sardiniens, der am nächsten an Italien liegt“, erzählt unser Kapitän stolz. Das stimmt zwar nicht ganz, denn Nordsardinien liegt glatt 50 Kilometer näher an der Apenninenhalbinsel, aber die Gäste sind beeindruckt von dem Seemannsgarn des braungebrannten Sarden. 
Biegt man um die windumtoste Felswand, an der Möwen und Falken nisten und sich ein paar Ginsterbüsche in den steilen Felsen krallen, öffnet sich ein neuer Ausblick: Der etwa vierzig Kilometer lange Golf von Orosei liegt vor uns, ein grün leuchtender Küstenstreifen, nur von ein paar weißen Tupfern unterbrochen, die sich später als die vielleicht schönsten und beeindruckendsten Strände Sardiniens entpuppen.
Entlang der steilen Felswände geht es hinein in ein winzige Buchten und kleine Fjorde, und zu jeder Ecke hat Sergio ein paar Anekdoten parat. Eine davon heißt Ziegenbucht, weil hier die wilden Ziegen und Mufflons aus dem Supramonte gerne absteigen, um Meersalz von den Steinen zu lecken, erzählt uns Sergio. In einige der kleinen Fjorde fahren wir jetzt schon ein, in ein paar andere erst auf dem Rückweg, wenn die Sonne höher steht und die Buchten nicht im Schatten liegen. 
Auf die Buchten folgen Grotten, in denen sich fast auf Meereshöhe Tropfsteine gebildet haben. Sergio steuert seine Holzyacht selbstsicher ganz nah an die Felswand. In der Grotta San Pasquale sollen wir in einem Stalagmiten die Umrisse eines Heiligen erkennen – und das Boot nähert sich der Felswand gefährlich nahe. Da ist nicht allen ganz wohl dabei. Doch Sergio hat seine Helios im Griff.
Um uns die Grotta della Contessa zu zeigen, fordert uns Sergios Matrose ganz unvermittelt auf, in ein kleines Beiboot zu steigen, denn die Helois V sei dazu zu groß. Und tatsächlich: Um in die beiden Tropfsteinhallen zu gelangen, muss man schon die Köpfe einziehen, weil der Eingang gerade mal einen Meter über dem Meeresspiegel liegt. Unser Mut wird belohnt: Die versteckten Kalksteinhöhlen sind wirklich beeindruckend!
Das Beiboot leistet ein paar hundert Meter weiter schon wieder treue Dienste: Sergio verspricht uns einen ausgiebigen Badestopp in der großartigen Bucht von Cala Goloritzé, wo man eigentlich nicht anlegen darf und wo man auch sonst nur nach eineinhalbstündiger Wanderung hinkommt. Die traumhaft schöne Badebucht, eingerahmt von einem spektakulären Felsbogen und der Steilküste, bewacht von der wuchtigen, spitzen Felsnadel Punta Caroddi und umspült von glasklarem, türkisgrün schimmerndem Wasser, gilt für manche als der schönste Strand Sardiniens. Einfach traumhaft!

 

Nach einer einstündigen Badepause und einem Sprung ins eiskalte Nass bringt uns Sergio in die nächste Badebucht: Die breite Cala dei Gabbiani, die so heißt, weil in den porösen Kalksteinwänden endlos viele Möwen nisten, deren Schreie mit dem sanften Plätschern der Wellen in den Felsnischen widerhallen. Kein Mensch weit und breit, nur ein paar Möwen und die Helois V, die geduldig vor der Küste auf uns wartet.
Sergio bereitet in der Zwischenzeit in der Bordkombüse das Mittagessen vor. Auf dem Boot und vor dieser Kulisse aus weißen Kalksteinfelsen und karibikblauem Meer kann es natürlich nichts anderes geben als Fisch und Meeresfrüchte (wer dem Kapitän am Vortag schon Bescheid gibt, für den gibt’s natürlich auch ein vegetarisches Menu oder ein Fleischgericht), dazu ein frischer Rosé oder Weißwein und Popmusik aus Sergios CD-Player. Nach der Mittagspause sucht Sergio die nächste Badebucht aus: Manchmal ist es die Cala Mariolu oder der etwas weiter nördlich gelegene Strand von Biriola, Sergios Lieblingsbucht an dem endlos scheinenden Küstenstreifen, an dem sich eine Bucht an die andere reiht.
Doch bald schon heißt es Abschied nehmen von den Traumstränden und unvergleichlichen Buchten des Golfs von Orosei. Wenn am Nachmittag die Berge des Supramonte langsam ihre Schatten auf dieses paradiesische Fleckchen Erde werfen, hat Sergio noch ein letztes Highlight auf Lager: Entweder mit dem Tenderboot in die Grotta Turchese, oder wenn Wind, Wellen und Besucherströme es zulassen, ein Besuch in der berühmten Grotta del Fico. Nach dem halbstündigen Besuch in der kühlen Grotte geht die Reise entlang der sardischen Ostküste auch langsam zu Ende. Gegen Abend zieht an der Küste oft eine leichte Brise auf. Doch Sergio will uns noch ein letztes Highlight zeigen: Süßwasserquellen, die sich unterirdisch ins Meer ergießen. Das Quellwasser schießt mit enormer Kraft aus den Bergen, und das leichtere Süßwasser steigt nach oben, so dass es im Meerwasser eine zwei Meter breite Blubberblase bildet. Mit den letzten Sonnenstrahlen und zu Musik von Eros Ramazotti und Gianna Nannini geht es mit Vollgas zurück Richtung Arbatax. Noch ist Zeit für ein wenig Sonnenbaden auf Deck und ein wilder Duft aus Meer und Macchiakräutern weht uns um die Nase. 
Doch schon bald taucht das Abendrot die gewaltigen Berge des Supramonte in leuchtende Orangetöne, bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Ein paar kreischende Möwen begleiten uns, als wir an der Isola dell’Oglistra vorbei in Richtung Arbatax steuern. Auf offener See legt unser Kapitän noch einen Zahn zu: Nach zehn Stunden auf See, an der Steilküste entlang, mit Badepausen an den schönsten Stränden Sardiniens und nach der Entdeckungsreise in Fjorden, Grotten und Höhlen sind wir alle ein wenig müde, aber glücklich über dieses einmalige Erlebnis.
Nur Sergio ist morgen wieder unterwegs: Vielleicht mit Delfinen, mit Sicherheit aber vorbei an Bruno il Maniaco, mit Vollgas um das Capo Monte Santo und beim Kochen in der Kombüse, während seine Gäste in der Sonne schmoren.

 
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Zur Saison tuckern täglich Ausflugsboote ab Arbatax, Santa Maria Navarrese oder Cala Gonone in den Golf von Orosei. Zu buchen beispielsweise bei: Nuovo Consorzio Marittimo Ogliastra - Via Monsignor Virgilio, 1/A – 08048 Tortolì - Telefon: +39 0782 628024 - Mobil: +39 331 1523963 - E-Mail: info@mareogliastra.com - www.mareogliastra.com