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Archäologie auf Sardinien
Von der Kupferzeit über die geheimnisvollen Nuraghen bis zur Römerzeit

  • <b>Tempietto Malchittu, Arzachena</b>
  • <b>Marmilla: Heiligtum von Santa Vittoria in Serri</b>
  • <b>Casa Zapata: Glasbrücken und Stege führen über die alten Mauern des Nuraghen  Su Nuraxi 'e Cresia</b>
  • <b>Den Nuraghen Santu Antine nennen die Sarden ehrfurchtsvoll auch Haus des Königs. Der christliche Name Santu Antine leitet sich von San Costantino ab </b>
  • <b>Der Nuraghe von Tamuli und das Nuraghendorf - zu Füßen des Bergs von Monte Sant'Antonio bei Macomer</b>
  • <b>Gleich drei Gigantengräber, ein gut erhaltenes Bronzezeitdorf, eine Nuraghenfestung und mysteriöse Kultsteine: Die Tamuli-Kultstätte bei Macomer. </b>
  • <b>Wunderbarer Ausblick über die Kulturlandschaft der Marmilla vom Nuraghen Su Nuraxi aus</b>
  • <b>Pozzo di Santa Cristina - auch eine Mondphasenuhr aus der Bronzezeit</b>

Seit Beginn der Bronzezeit bis hin zu den Anfängen der Eisenzeit entwickelte sich auf Sardinien eine Zivilisation, die auch heute noch von den Wissenschaftlern als eine der größten frühgeschichtlichen Inselkulturen im Mittelmeerraum bezeichnet wird: Die Nuraghen-Kultur
 
Die Periode dieser Kultur dauerte bis zur Eroberung der Insel durch die Römer im Jahre 238 vor Christus. Den Namen gaben ihr diese auffälligen und geheimnisvollen Turmbauten, von denen bisher an die 7000 Stück gefunden worden sind.

 
Domus de Janas - Gräber oder Wohnhöhlen?
 
Die Sarden der Kupferzeit bauten ganz besondere Grabstätten: Die sogenannten Domus De Janas, was so viel wie "Haus der Feen" bedeutet. Mehr als Tausend Domus De Janas sind bisher entdeckt worden. 

Diese ganz besonderen Behausungen sind in den harten Fels geschlagen worden. Nur die vornehmen Toten eines Stammes wurden hier bestattet. Diese Grabstätten bestehen aus verschiedenen Räumen, die miteinander durch kurze Gänge verbunden sind. Die eindrucksvollste Totenstadt auf Sardinien ist sicherlich die Nekropole von Montessu bei Villaperuccio - im Südwesten der Insel. Diesen, besonders vor Sonnenuntergang magischen Ort, kennen noch nicht viele. In Bonarva, nördlich von Macomer, wurde bei Ausgrabungen eine der bisher größten Domus De Janas entdeckt: Das Grab des Häuptlings besteht aus achtzehn verschiedenen Räumen. Nach einem bestimmten Ritual wurde den Toten Nahrung und Schmuck beigelegt. Der größte Teil der Gräber hat einen rechteckigen Grundriss, mit einem hervorstehenden Dach, das von steinernen Säulen getragen wird.
 
 
Nuraghen - geheimnisvolle Turmbauten

Bronzezeit (ca. 1700-900)
Um das Jahr 1600 vor Christus werden die ersten megalithischen Rundtürme aus tonnenschweren Steinblöcken, in der klassischen Kuppelform, gebaut: Vorwiegend an der Küste und auf den Hügeln der fruchtbaren Ebenen. Um das Jahr 900 vor Christus erreichen die ersten Phönizier die Insel. 
 
Eisenzeit (ab 800)
Die Blütezeit der Nuraghen-Kultur fällt in diesen Zeitraum. Auf der Insel werden allenthalben Nuraghenfestungsanlagen und ganze Dörfer im Stil der Nuraghen-Kultur erbaut. Die Phönizier betreiben mit den Bewohnern der Insel zunächst friedliche Handelsbeziehungen, später dringen sie immer mehr gewaltsam in das Landesinnere ein: Sie waren praktisch die ersten Kolonisatoren. Später erobern dann die von den Phöniziern abstammenden Karthager die Insel.
 
Karthager und Römer (500-238) 
Den Karthagern gelang es als erste eine Fremdherrschaft auf Sardinien einzusetzten. Doch erst um etwa 500 konnten sie die Nuragher aus den fruchtbaren Ebenen ins gebirgige Innere der Insel vertreiben. Hier im Landesinneren wurden dann, aus Verteidigungsgründen, untypische langgestreckte Nuraghen gebaut. Diese entsprachen zwar nicht der ästhetischen Gestaltung der zylinderförmigen Festungsanlagen, waren dafür aber leichter zu verteidigen. 

Nuraghen sind beindruckende Bauwerke. Für den Bau wurden tonnenschwere Steine verwendet. Um die Konstruktion so stabil wie möglich zu halten, steckte man kleinere Steine zwischen die großen Blöcke: Daraus entstanden Türme, die absolut einsturzsicher waren. Archäologen rekonstruierten, dass die Nuragher mit großer Wahrscheinlichkeit aus Spanien sowie aus dem fernen Lybien kamen.
 
Die Gesellschaft der Nuraghen-Kultur war in soziale Klassen aufgeteilt: Das einfache Volk bildete die unterste Schicht: Bauern, Hirten, Handwerker und kleine Kaufleute. Danach kamen die Priester, die sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts sein durften. Priester und Priesterinnen waren zu religiösen, magischen sowie heilenden Handlungen berechtigt. Eine gehobenere Klasse bildete der Adel: Vorzugsweise Feudalherren, doch auch Krieger. An der Spitze der Hierachie regierte der Stammeshäuptling: Herr des kleinen Reiches und Patriach seines Stammes.
 
Die ersten Nuraghen entstanden zwischen 1600 und 1200 vor Christus. Der größte Teil dieser zyklopischen Bauwerke entstand allerding zwischen 900 und 600 vor Christus: Es ist die Zeit der Besetzung durch die Phönizier und Karthager, von den Römern auch Punier genannt. Im Jahre 238 vor Christus, nachdem die politische Macht Karthagos schon durch den Ersten Punischen Krieg geschwächt war, übernahmen die Römer die punischen Zentren auf der Insel.
 
 
 
Brunnentempel - Spuren der Geschichte
 
Mehr als fünfzig Brunnentempel hat man bisher gefunden. Sie zeugen von der tiefen Religiosität der Nuragher. Sehenswert und gut erreichbar sind die Brunnentempel von Santa Cristina bei Paulilatino und Santa Vittoria bei Serri.

Das Brunnenheiligtum von Santa Cristina bei Paulilatino erreicht man direkt über die Staatsstraße SS 131. Nur wenige Schritte muss man die eleganten, mit höchster Präzision ausgeführten Steinstufen im Brunnenschacht hinabsteigen, um die kleine "heilige" Quelle zu erreichen. Die Wasserkultstätte geht auf das Jahr 1000 vor Christus zurück. Sie liegt in einem Park und ist von einem großen Tempelbezirk umgeben. Reste der Grundmauern von Pilgerhütten und Verkaufsständen sind noch heute zu erkennen.

Unweit des Brunnentempels liegt die kleine Feldkirche von Santa Cristina. Sie ist von Nuristenes, den Behausungen der Pilger für die christlichen Feste im Mai und Oktober, umgeben. Interessant ist, dass sich insbesondere bei den Brunnentempeln die kleinen Bronzestatuetten als Votivgaben fanden. Die Figuren stellen Göttinnen und Götter, Menschen in ihrer typischen Bekleidung, aber vor allem Krieger dar. 

Auch den Brunnentempel von Santa Vittoria bei Serri ereicht man über die Staatsstraße SS 131 bis Monastir. Hier zweigt man auf die SS 128 Richtung Isili ab. Über Senorbì und Mandas gelangt man schließlich nach Serri.