
Vini d' Italia 2004, dtsch. Ausgabe
Museo del Vino
07022 Berchidda (SS)
Tel.:+39/079/704587
E-Mail: museodelvino@tiscalinet.it
Web: www.web.tiscali.it/museodelvino
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Auch die für den Richteramtsbezirk Arborea zuständige
Richterin Eleonora d’Arborea erkannte das Potential in Klima und
Böden der Insel und unterstützte die Sarden beim Weinanbau.
Sie bestimmte 1392 in ihrer „Carta de Logu“, einer in sardischer
Sprache verfassten Gesetzessammlung, die Anlegung von Weinbergen
in noch unbepflanzten Gebieten.
Bis vor kurzem war Sardinien hauptsächlich für Rotweine
mit einem hohen Alkoholgehalt und wenig ausgefeilte Weißweine
bekannt. Heute keltern die Winzer Sardiniens außergewöhnlich
gute Weine mit duftendem Macchia-Bukett und vollem Geschmack.
Die Anbaugebiete der Weiß- und Rotweine liegen in den Provinzen
von Sassari, Nuoro, Cagliari und Oristano.
Einen Überblick über die
Weinbaugebiete
Sassarese
Das Sassarese
liegt im Norden der Insel. Diese Region ist für die wunderschönen
Farben des Meeres, die unberührten Strände und eine bizarre
Felslandschaft berühmt. Aus diesem Anbaugebiet stammt der Vermentino
di Gallura, der einzige DOCG-Wein (Denominazione di Origine
Controllata e Garantita) der Insel. Er wird aus Vermentino-Reben
gekeltert, die einst aus Ligurien eingeführt wurden. Sein feines
und delikates Bouquet passt hervorragend zu den Fisch- und Meeresspezialitäten
dieser Region.
Die Anbaugebiete des Sassarese bringen zudem ausgezeichnete Rotweine
hervor: Den Rosso di Tempio
und den Monica aus Berchidda. Weitere erstklassige Weine werden
in der Alghero-Ebene
hergestellt, wie beispielsweise der Terre Bianche Torbato Alghero
und die roten Marchese di Villamarina und Tanca Farrà.
Nuorese
In der Region Nuorese
hat sich ein ertragreicher Weinanbau vor allem in den Küstengebieten
entwickelt. Im gebirgigen Inland gibt es nur wenige Gemeinden, die
ausgedehnte Rebflächen bewirtschaften. Zu den Orten mit einer
größeren Anbaufläche gehören Oliena,
Dorgali, Jerzu
und Tertenia. Die auf ganz Sardinien verbreitete Cannonau-Rebe wird
zum größten Teil im Osten der Insel (Oliena, Jerzu, Dorgali)
angebaut. Der rubinrote, körperreiche Cannonau mit ausgewogenem
Tanningehalt und zartem Bukett aus Himbeer- und Brombeeraroma passt
hervorragend zu Fleisch und Wurstwaren, sowie zu reifem Käse.
Cagliaritano
Das Cagliaritano erstreckt sich über den ganzen Süden
der Insel. Die Region grenzt im Norden an die Marmilla
an. Aus diesem Anbaugebiet stammen die meisten D.O.C. Weine Sardiniens.
Der bekannteste unter ihnen ist der halbsüße Nuragus
di Cagliari,
der hervorragend zu weißem Fleisch, Fisch und Krustentieren
passt. Der Weißwein wird aus der namensgebenden Nuragus-Rebsorte
gekeltert, die wahrscheinlich von den Phöniziern eingeführt
wurde. Die Anbaugebiete des Cagliaritano bringen zudem vier weitere
ausgezeichnete Weine hervor: Den lieblich bis süßen Weißwein
Girò di Cagliari und die Rotweine Cannonau di Sardegna,
Monica di Sardegna und Carignano del Sulcis.
Oristanese
Das Oristanese
erstreckt sich von der Westküste bis ins mittlere Inland der
Insel. Aus dem Anbaugebiet im unteren Tirso-Tal stammt der berühmte
Vernaccia di Oristano: Seine Farbe ist goldgelb oder bernsteinfarben,
sein zarter Duft erinnert an Mandelblüten und sein Nachgeschmack
ist angenehm bitter. Der Weißwein eignet sich hervorragend
als Aperitif und als Dessertwein; außerdem passt er ausgezeichnet
zum intensiven Geschmack der für das Oristanese typischen Bottarga
(Rogen der Meeräsche). Der Vernaccia war übrigens der
erste Wein in der Geschichte des italienischen Weinbaus, der 1966
die kontrollierte Herkunftsbezeichnung DOC bekam.
Text: Andrea Behrmann
Letztes Update: 16. Mai 2008
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