
Vini d' Italia 2004, dtsch. Ausgabe
Beim Weinlesefest 2004 sorgte die
Pro Loco für den Festtagsschmaus
Der Winzerzug ist für die Rückfahrt
nach Norbello bereit
An kleinen Ständen konnten die
Besucher Gebäck aus Most oder andere kleine Geschenke erwerben
Bevor der Most ausgeschöpft
wird, muss der ausgepresste
Saft von Kernen, Stielen und
Stängeln befreit werden
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Die Weinlese beginnt gegen 10.00 Uhr, wenn die Trauben schön
trocken sind, und dauert den ganzen Vormittag. 12 Helfer, angeleitet
von Salvatore und seinem Sohn Aldo, durchstreifen die Rebzeilen,
in den Händen halten sie "sos serros de pudare",
das traditionelle Werkzeug mit dem sie die dunkelblauen Früchte
von den Stöcken schneiden. Schon nach anderthalb Stunden werden
die Trauben von 800 Monica-Pflanzen zum Karren gebracht und in zwei
große Bottiche gefüllt. Keine Stunde später steht
die Gruppe vor einer reich gedeckten Tafel mit Käse, Schinken,
Wurst, gegrilltem Spanferkel, Brot und einem dunkelroten, körperreichen
Rotwein. Salvatore sagt, um das Bankett zu erklären, dass der
Winzer nach jeder Weinlese Freunde und Helfer zum Essen einlädt.
Für den Rücktransport und
das Keltern wurden die geernteten Trauben in zwei Bottiche eingefüllt
Die Luft ist angefüllt mit den würzigen Düften der
heimischen Spezialitäten und dem vollen Aroma, das aus den
Weinbottichen und Lesekörben strömt.
Wenn die Helfer dürften, dann stünden sie sicherlich noch
mehrere Stunden hier. Doch in Norbello ist das traditionelle Kelter-
und Mostfest am Nachmittag der feierliche Höhepunkt der Weinbaugemeinde,
begründet Salvatore den schnellen Aufbruch des Winzerzuges:
„In der Viale Libertà lockt ein umfangreiches Programm“.
Dort wohnt Salvatore. Dort steht sein Weinkeller und dort hält
gegen 15.30 Uhr auch der Winzerzug.
So haben aller Wahrscheinlichkeit
nach auch schon die Nuragher ihre Cannonau-Trauben zerstampft
Wie ihre Vorfahren klettern Quirico Vinci, Efisio Carbone und der
kleine Marco Ruggiu in die Bottiche, stellen sich auf die Trauben
und zerstampfen sie mit ihren nackten Füßen. Der durch
das Treten ausgepresste Saft wird in Terrakotta-Schüsseln aufgefangen
und von den Kernen und Stielen entfernt. Später wird der Most
in einem großen Holzfass zur Gärung und Lagerung abgefüllt.
Neben guten Norbello-Weinen für jeden Geschmack gibt es kulinarische
Kleinigkeiten aus Traubensirup wie „panischedda“ und „tziriccas“.
Musik und Tanz sorgen noch bis spät in den Abend für weitere
Unterhaltung.
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Andrea Behrmann, Timo G. Lutz, Michael
Müller
Letztes Update: 20. Oktober 2004
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