
Vini d' Italia 2004, dtsch. Ausgabe

Die Helfer erreichen Battizzones zu
Fuß oder auf ihren Pferden

Beim traditionellen Weinlesefest in
Norbello werden die Kelterbottiche auf einem Ochskarren transportiert

Aldo Nicosia unterstützt seinen
Vater nicht nur tatkräftig bei der Lese; der Sohn soll die Weinproduktion
mal übernehmen
Die Trauben werden vom
Winzer auf Güte geprüft
|
|
Seit
22 Jahren baut Freizeitwinzer Salvatore Nicosia einen der besten
Rotweine Norbellos an. Die Weinberge des aus Sizilien stammenden
Polizisten im Ruhestand liegen in einer Höhe von 350 Metern
in Battizzones, dem Gebiet von S. Ignazio. Nur sieben Kilometer
entfernt liegt Norbello, das 1200-Seelen-Dorf in Sardiniens
Westen. Salvatores Rebfläche ist von Korkeichen, Nuraghen-Ruinen,
Weiden und grünen Feldern umgeben. Da in dieser Landschaft
besonders die roten Trauben eine lange Tradition haben, ist seine
Rebfläche derzeit mit verschiedenen roten Rebsorten bepflanzt:
Monica, Barbera, Nebbiolo, Cannonau, Nuragus und Muristello. Neben
3500 Litern Rotwein mit schönem Tannin und süßen
Fruchtnoten produziert Salvatore aber auch einen kleinen Anteil
an Moscato-Weinen. Der Rotwein wird in einem großen Eichenfass
gelagert und später von Hand in die Flaschen von Nachbarn und
Freunden gefüllt. Schon sein Schwiegervater hatte Wein für
Familie und Nachbarn gekeltert, doch erst Salvatore füllt ihn
auch für den Verkauf ab.

Auf 1 ha Rebfläche bringen Salvatores
dunkle Rebsorten Jahr für Jahr volle und ausdrucksstarke Weine
hervor
Ein besonderes Fest war für Salvatore die Weinlese 2004. Auf
dem Tagesprogramm vom 16. Oktober stand: "S'innenna a s'antiga",
in seinem Rebgarten. Es ist ein Weinlese- und Kelterfest, das alljährlich
zusammen mit dem Mostfest (Sagra de sa Sapa) von der Pro Loco Norbellos
organisiert wird. Dass das Fest in seinem Rebgarten stattgefunden
hat, fand Salvatore gar nicht so ungewöhnlich, schließlich
ist seine Rebfläche die größte im Umkreis von Abbasanta
und Ghilarza, beteuert er.

Bei "S'Innenna a s'antiga",
der herkömmlichen Weinernte werden Lesekörbe und traditionelle
Scheren eingesetzt
Der Weinbauer und seine Helfer tragen schwarze Cordhosen und dunkle
Westen über karierten oder weißen Hemden. Die Füße
stecken in ledernen Stiefeln, auf den Köpfen "sa berritta",
die typisch sardische Kopfbedeckung. Es ist 8.30 Uhr morgens, die
Männer machen sich mit einem Ochskarren und Pferden auf den
Weg zu Salvatores Rebgarten. Der Weg ist nicht lang, doch sie gehen
zu Fuß und brauchen etwa anderthalb Stunden. Unterwegs erzählt
Salvatore, dass sie dieses Jahr spät dran sind, da der Sommer
sehr trocken war. Die Lese in einem privaten Rebgarten gehört
normalerweise schon Anfang Oktober zum festen Programmpunkt des
Festes.
<
zurück |
weiter >
|