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Teppichweberei - Raffinierte Motive und ungewöhnliche Farbkombinationen

Das Weben war traditionell den Frauen vorbehalten. Fast jede sardische Familie besaß Ende des 19. Jahrhunderts einen Webstuhl, an dem in eigener Handarbeit Wäschestücke, Decken, Teppiche und Arazzi aus Leinen, Wolle und Baumwolle hergestellt wurden. Dann wurden ganz bestimmte Strukturen, Formen und Motive auf Farbkombinationen abgestimmt - nicht selten wurden auch dekorative Borten und Einfassungen senkrecht und waagerecht eingearbeitet. Ursprünglich wurden am Webstuhl die sogenannten "coperibanga" oder "cobericascia" gefertigt: Kleine rechteckige Decken mit denen man den Deckel der Holztruhen, in denen die Aussteuer aufbewahrt wurde, dekorativ schmückte. Erst später ging man dazu über am Webstuhl auch manuell gefertigte Teppiche, Wandteppiche und andere Stücke herzustellen.
Heute lassen sich wieder viele junge Sarden von den seit Generationen überlieferten Webtechniken, Motiven und Farbkombinationen inspirieren, um einen traditionellen doch auch ganz "neuen" Webstil zu verwirklichen. In vielen Dörfern werden von der Region Sardinien Handwerkskurse finanziert und betreut: Für einige Sarden ist dies das Sprungbrett, um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.


An diesem Webstuhl schafft die geübte Weberin einen qm2 pro Woche

Was Sie über manuell angefertigte sardische Teppiche
wissen müssen
Webtechnik: Man unterscheidet vier Webtechniken. "A stuoia" - glattgewebte Teppiche, die vorwiegend in Gadoni, Nule, Orune, Sarule und Tonara gefertigt werden; " a pibiones" - mit einem Relief-Effekt gewebte Teppiche, die vorwiegend in Ittiri, Atzara, Bonorva, Busachi, Paulilatino, Ploaghe, Pozzomaggiore, Osilo, Sardara, Santulussurgiu und San Vito gefertigt werden; "a punto" - am Webstuhl "gestickte" prunkvollen Wandteppiche, die vorwiegend in Boborva, Mogoro, Morgongiori, Santa Giusta, Ploaghe und Sant'Antioco gefertigt werden und "un'in dente" - gewebte Teppiche mit verdecktem Kettfaden, die vorwiegend in Aggius, Bolotana, Isili und Samugheo gefertigt werden. Seit einigen Jahren werden in Dorgali, Zeddiani und Nuoro auch Handgeknüpfte Teppiche hergestellt.
Motive: Neben den geometrischen Motiven, den Wappenbildern und den anderen Zeichen, die symbolisch für eine Person, eine Familie, eine Dynastie oder eine Körperschaft stehen, bevorzugten die sardischen Weberinnen bei der künstlerischen Gestaltung ihrer Teppiche und Textilien Tier- und Pflanzenmotive.
Farben: Einige Webereien färben ihre Materialien mit Naturfarben, die aus allen nur denkbaren Pflanzen gewonnen werden. Unter anderem wird auch wilder Spargel zum Einfärben benutzt.

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Unser Tipp:
Immer wieder Sardinien! Was gibt es Besonderes zu bestaunen? Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:

>> Handgewebte Teppiche
>> Filigranes von der Insel
>> Keramik die lebt!
>> Coltello dorgalese
>> Sa Leppa: Michele Lavra
>> Die Campanacci-Schmiede
>> Sardegna-Koralle


Wie heisst das auf Italienisch?
Tappeto - Teppich
Arazzo - Wandteppich
Lana - Wolle
Cotone - Baumwolle
Lino - Leinen
Colori naturali - Naturfarben
Tessitrice - Weberin
Laboratorio tessile - Weberei

Teppichweberei
Gruppo Tessitrici "G. ORRÙ"
Via Garibaldi 24, Isili (NU)
Tel.: +39/0782/802843

Ferreli Tessile
Villamassargia

Teppich aus Isili (17. Jahrhundert)


A punto - Technik


A pibionis -Technik
 
 
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