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Kaum ein Tourist kommt an Michele Lavras Geschäft vorbei, ohne
einen Blick rein zu werfen. Das kleine Haus in der via Dante in
Gavoi wirkt einladend. Neben der Tür hängt ein Schild mit dem Logo
des Kunsthandwerkers. Der Verkaufsraum ist einfach und edel. Genau
so sind seine handgemachten Messer und Holzmasken. Vor den naturbelassenen
Steinmauern liegen sie in einem Regal aus. Gleich rechts geht es
in die Werkstatt. Lavra ist wie viele Messerschmiede ein Autodidakt.
"Das Handwerk habe ich von einem Freund gelernt. Am Anfang war es
nur ein Hobby", bemerkt Lavra. "Seit einigen Jahren mache ich es
professionell." "Sa Leppa" heißt das Messer aus Gavoi. Die Klinge
hat die für das Pattada-Messer typische Blattform, der Griff ist
aus Mufflon- oder Schafbockhorn.

Michele Lavra in seiner Werkstatt
In seiner Werkstatt experimentiert der Meister mit verschiedenen
Materialien. Seine Masken schnitzt er etwa aus Wacholder- oder Birnbaumwurzeln.
Diesen verästelten Teil der Pflanze benutzt er ebenfalls für
einige seiner Messer. Andere Griffe sind wiederum aus Perlmutt.
Auch bei seinen Klingen ist Lavra experimentierfreudig, so verwendet
er zum Beispiel Damaszenerstahl. "Statt die Klinge aus einem Stück
Stahl zu schmieden, werden viele dünne Schichten über einander gelegt",
erklärt Lavra. "Die Arbeitsweise stammt aus Japan und den arabischen
Ländern." Der Experte weist auf eine Klinge mit gewelltem Muster.
"Sie besteht aus 320 Stahllagen. In Japan sind es über 1000.
Nur ist dann kein Muster mehr zu sehen", weiß Lavra. Einige seiner
Messer schmücken Silber- oder Goldringe mit filigranen Gravierungen.
Die lässt er von Fachleuten machen.
Carmela Mudulu
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