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Die Campanacci haben einen Überzug aus Messing, der sie vor
Korrosion schützt. Dazu werden die Campanacci-Rohlinge ineinander
gesteckt, die Hohlräume mit Sägespäne ausgefüllt,
und mit einem Stückchen Zinkblech und einer Messingpatrone
in Kokillen (mehrfach verwendbare Gussbehälter) gefüllt.
Ist die Kokille voll - je nach Größe passen etwa fünfzehn
bis sechzig Campanacci-Rohlinge in einen Gussbehälter – wird
sie mit Ton abgedeckt und in die Esse gerollt. Es bleibt eine Öffnung
zum Entweichen der Luft. Nach der Galvanisierung und dem Abkühlen
werden die fertigen Campanacci ausgegraben. Es folgt die Klangprüfung.

Video
Clip Campanacci-Herstellung
Die Kunst des Stimmens ist dem Schellenrichter vorbehalten
– sie erfordert viel Geschick, musikalisches Verständnis und
vor allem Gehör. Antonio Sulis legt großen Wert auf einen
harmonischen Klang seiner Schellen. Er stimmt die Campanacci klanglich
aufeinender ab, denn dadurch unterscheiden sich die Geläute
der verschiedenen Weidetiere bzw. Herden. Und das dient dem Hirten
und Schäfer, der beispielsweise am Ton der Schellen jedes einzelne
Tier erkennen kann. Zu deren Nebentätigkeiten gehört deshalb
auch die Reparatur der Schellen, die Dellen oder Risse bekommen
haben und die Wartung des Zubehörs: Lederriemen und Klöppel.
Klangkorrekturen werden durch erneutes Dengeln vorgenommen. Campanacci
werden auf Sardinien jedoch nicht nur als Signalinstrument den Weidetieren
umgehängt. Zu verschiedenen Anlässen, wie beispielsweise
Karnevalsumzügen, schmücken große Campanacci-Trauben
das Mamuthones-Kostüm. Im Rahmen solcher Veranstaltungen steht
die kultische Funktion der Schellen im Mittelpunkt: Ihr Klang soll
die bösen Geister vertreiben. Und Antonio muss dafür sorgen,
dass sich der Klang einer Mamuthones-Gruppe beim Umzug zu einem
harmonischen Akkord zusammenfügt. Das „Laboratorio Sulis“ in
der Via Giovanni XXIII ist eine der drei letzten Campanacci-Werkstätten.
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