| |
|
„Auf einem niedrigen Eisengestell steht ein großer Kupferkessel
über dem Feuer. Der Dampf, der davon in die Höhe steigt,
entweicht durch das Hüttendach. Salvatore Maccioni steht beim
Kessel, verrührt die frisch aus dem Euter gemolkene Schafsmilch
und erwärmt sie auf 35 bis 36 Grad Celsius. Sein Freund Gianfranco
Soru sitzt daneben und wärmt sich. Die Wände von „su Pinnettu“
(Hirtenhütte) sind mit den seltsamsten Gerätschaften geschmückt.“
Die ungedüngten grasbewachsenen Felder und schmackhaften Futterpflanzen
im Gebiet um Ovodda schaffen eine außergewöhnliche Käsesorte,
die zudem besonders nahrhaft ist, denn Schafsmilch hat einen höheren
Fettgehalt als Kuhmilch. Und Salvatore weiß, dass sein Käse
aufgrund der würziger Kräuter und aromatischer Gräser
auf den Weiden etwas ganz besonderes ist. Deshalb liebt er es auch,
seinen schmackhaften „Fiore Sardo“ (Schafskäse) weiterhin zeitaufwendig
von Hand herzustellen.

Salvatore vor seiner "Hexenhütte"
Video
Clip Käseherstellung
in "su Pinnettu"
Hier, in der Barbagia gedeiht noch die traditionelle Käseherstellung
durch die Überlieferung auf die jeweiligen Söhne. Sechs
bis sieben Monate im Jahr verarbeiten die Schäfer ihre frisch
gemolkene Milch täglich. Salvatore lässt sie sich zu besonderen
Anlässen in "su Pinnettu" bringen – in seine Hirtenhütte
bzw. Hexenküche. Im schwarzen T-Shirt und dunkler Kordhose
steht er in der Hütte und kramt nach seinem Messer. Salvatore
ist 44 und Schäfer aus dem Städtchen in Mittelsardinien
mit 1900 Einwohnern. Er hat einen arbeitsreichen Morgen hinter sich,
gleich soll er Käse herstellen. Dazwischen ist gerade noch
Zeit für eine „horda“ und einen Plausch mit Giuseppe Mattu,
der ihm die frische Milch heute mit dem Esel anliefert.
<
zurück
> < weiter >
|