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Fata - Fee
Domus de Janas - Häuser der Feen
Nuraghe - Rundturm
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In den alten Zeiten lebten, auf einem Hügel, die "Janas":
ganz kleine Feen, die nicht länger als ein Daumen waren. Sie trugen
rote Kleider, prächtig ausgestickte Kopftücher und goldene Halsbänder.
Von morgens bis abends taten sie schwere Arbeit, standen früh vor
Tag auf, trugen Wasser, kochten, wuschen, sponnen Gewänder aus Seide
und bestellten das Feld.
Sie wohnten in kleinen Höhlen, die aus dem Fels geschlagen wurden,
den sogenannten "Domus de Janas". Hier lebten sie glücklich, denn
sie besassen alles was sie sich wünschen konnten: einen Ofen zum
Brotbacken, Möbel aus Blättern und Eicheln, Webstühle zum Weben,
Kirschkerne zum Ballspielen. Die Zeit verging und die Janas wurden
immer zarter und schöner. Doch je zarter und schöner sie wurden,
desto eitler und fauler wurden sie. Damit die Sonne ihre weisse
Haut nicht bräunte, gingen sie nur noch bei Nacht ausser Haus. Auch
bestellten sie das Feld nicht mehr, da sonst ihre Schönheit darunter
gelitten hätte. Um sich das tägliche Brot zu beschaffen, begannen
sie, die von ihnen prächtig ausgestickten Kopftücher bei den Bauern
gegen Korn einzutauschen. Damit die Tücher aber so prächtig und
glänzend wurden, wie es noch keine gehabt, mussten die Janas sie
des nachts dem Mondschein aussetzten, denn nur so bekamen sie den
goldenen Glanz. Jeden Abend legten sie die Tücher in die Nähe des
Nuraghen Tramalitzu, denn es heisst, dieser Ort sei dem Mond am
nächsten. Das ging so lange gut, bis die Menschen diesen Ort ausfindig
machten. Eines nachts kam ein Räuber des Weges. "Ich will nehmen
was hier liegt" sprach er und ritt fort. Als die Janas nun sahen,
wie der Räuber ihren ganzen Reichtum forttrug, wurden sie zornig,
doch sie hatten nicht die Kraft ihm zu folgen, um ihm die Beute
wieder abzunehmen. Von nun an kam der Räuber jede Nacht. Die Janas
konnten ihre Tücher nicht mehr gegen Korn oder anderes eintauschen.
Bald darauf verschwanden sie und niemand weiss wohin sie gingen.
Frei übersetzt nach einer Erzählung von Sergio Atzeni
und Rossana Copez
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