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Unser Tipp:

Märchen und Geschichten aus Sardinien:
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Wie heisst das auf Italienisch?
Favola - Märchen
Fata - Fee
Domus de Janas - Häuser der Feen
Nuraghe - Rundturm






Die antike Stadt Nora und der Turm von Chia im Hintergrund
 
Die Geschichte von Chia

Sardinien hat wunderbare Strände. Weiß man doch! Ganz im Süden, in der Nähe der antiken phönizischen Stadt Nora, liegt ein Badeparadies mit wunderschönen, feinen, weißen Sandstränden und fantastisch hellblauem Wasser: „Chia“. Hier wird man zum echten Buddel- und Schwimmexperten. Die wenigsten kennen jedoch die unglaubliche Geschichte der Tochter des Nuraghier-Häuptlings Ulao, die dem Ort den Namen gab. Wie? Das erklärt die Legende:

Der Turm von Chia

Ein mutiger Phönizier-Kapitän von hohem Rang namens Cnosor kam mit seiner Familie nach Sardinien und wurde in der Stadt Nora sesshaft. Schon bald verliebte er sich in Chia, die wunderschöne, braunäugige Tochter Ulaos. Ausgerechnet Ulao war der mächtige Häuptling eines Nuraghier-Stammes auf Sardinien (Nuraghier sind die Bewohner der Nuraghen). Doch die Nachricht, dass Chia baldmöglichst Cnosors Frau werden sollte, löste sowohl bei den Phöniziern, als auch bei den Nuraghiern auf Anhieb Begeisterung aus. Cnosor der Kapitän musste mit seinem Schiff wieder in See stechen und viele Jahre in der Ferne verbringen. Als er endlich wieder nach Sardinien zurück kam, war Nora nur noch ein riesiger Steinhaufen – selbstverständlich traf er auch kein Mitglied seiner Familie mehr an. Irgend jemand hatte das Idyll gestört, die antike Stadt angegriffen und total zerstört. Seine Hauptaufgabe war es von da an, die Verantwortlichen der Attacke zu finden. Von seinem treuen Diener Mineo erfuhr er, dass die fürchterlichen Shardana (ein Seevolk, das den gesamten Mittelmeerraum zu seiner Beute machte) mit Hilfe Ulaos die Stadt vernichtet hatten. Plötzlich waren die Phönizier unliebsame Besucher, die mit Gewalt wieder vertrieben werden sollten. Nuraghier und Phönizier teilen sich in zwei verfeindete Truppen. Chia bat ihren Vater Cnosor zu verschonen, der jedoch in der Zwischenzeit Unterstützung aus Kar El (Cagliari) erhalten hatte. Ulao konnte ihren Wunsch nicht respektieren, denn die Freiheit und Unabhängigkeit Sardiniens standen auf dem Spiel – und der Kampf bevor. Ein Schwung Angreifer schlug die Phönizier in die Flucht. Cnosor gelang es, sich mit ganz wenigen Gefolgsleuten südwestlich von Nora, in Bithya, auf dem Gipfel des Vorgebirges in Sicherheit zu bringen. Ulao trieb seine Leute an, den Phöniziern zu folgen. Und keiner sah, dass auch Chia, in einem letzten verzweifelten Versuch ihren Liebsten zu retten, Cnosor entgegeneilte. Schon schwang sie sich über den letzten Stein, da wurde sie von dem Pfeil eines Nuraghiers getroffen. Cnosor eilte ihr entgegen, um sie aufzufangen und zu küssen. Da leuchtete plötzlich ein Stern am Himmel auf - viel heller als alle anderen! Zur Erinnerung an die Geschichte der beiden Liebenden, heißt der Ort von da an Chia.

Frei erzählt nach einer sardischen Legende

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