Märchen und Geschichten aus Sardinien:
>>
Die Legende von Ichnousa
>>
Der Teufelssattel
>>
Die verschwundenen Janas
>>
Die Geschichte Chias
>>
Der Hirtenjunge aus Tacco
Favola - Märchen
Fata - Fee
Domus de Janas - Häuser der Feen
Nuraghe - Rundturm
Seitenansicht der "Sella del Diavolo"
|
|
Wer schon mal in Cagliari war, kennt vielleicht die Geschichte
vom Teufelssattel. Seit über zweitausend Jahren liegt die Hauptstadt
Sardiniens am "Golfo degli Angeli" - am "Golf der
Engel". Umringt vom Meer und einem wunderschönen langen
Sandstrand grenzt die Stadt aber auch an einen Berg, den die Menschen
hier "Sella del Diavolo" - den Teufelssattel - nennen.
Warum? Das erfahrt ihr in der Geschichte:
Der Teufelssattel von vorne gesehen
Vor langer Zeit, hatte Gott, als er Sardinien erschuf, nicht nur
ein paar nackte Felsen im Meer angeordnet; er brachte außerdem
viele schöne Pflanzen, Tierarten, und Buchten aus anderen Ländern
der Erde nach Sardinien. Als nun die Dämonen und ihr Anführer
"Luzifer" (oder Teufel, wie man ihn in Deutschland nennt)
an der südlichen Küste strandeten, fanden sie die Insel
sehr schön. Aber Gott wollte ihnen natürlich auch nicht
einen klitzekleinen Teil von der Insel abgeben. Also stahlen sie
ihm in einer Nacht- und Nebelaktion die Bucht von Cagliari. Daraufhin
schickte Gott seine Engel mit ihrem Anführer, dem "Erzengel
Michael" nach Sardinien, damit sie ihm seine Bucht zurückerobern
sollten. Es gab einen erbitterten Kampf und nachdem die Engel die
Dämonen endlich besiegt hatten, mussten diese fliehen. Bei
der Flucht aber stürzte Luzifer aus dem Himmel mit seinem Pferd
ins Meer und verlor dabei seinen Sattel, der auf dem Berg neben
der Bucht von Cagliari landete. Der Sattel hinterließ beim
Aufprall eine tiefe Einbuchtung, die man auch heute noch sehen kann.
Deshalb heißt dieser Berg bis heute "Sella del Diavolo"
was auf deutsch "der Sattel des Teufels" bedeutet. Und
weil die Bucht von Cagliari seit dem Sieg der Engel über die
Dämonen von den Engeln bewacht wird, nennt man sie auch "Golfo
degli Angeli", also die „Bucht der Engel".
Frei erzählt nach einer sardischen Legende
< zurück
|