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Ist Sardinien Atlantis? der griechische Philosoph Platon schrieb vor 2300 Jahren die Geschichte von Atlantis und dessen Untergang nieder
vor 2300 Jahren schrieb der griechische Philosoph Platon (427 – 347 v. Chr) in zwei seiner Dialoge, dem Timaios und dem Kritias, die Geschichte von Atlantis und dessen Untergang nieder.











Sardinien, Nuraghen,  Kegelförmige Wehrbauten Gut erhaltener Nuraghe in Nordsardinien













Sardinien, Sergio Frau, Atlantika: Eine detektivische Untersuchung des antiken Mittelmeerraums
Sergio Frau, Atlantika
 
Ist Sardinien das antike Atlantis und wurde einst von einer riesigen Flutwelle zerstört?

Die Säulen des Herkules waren in der griechischen Mythologie eine Meerenge, die zur Zeit Homers das Ende des Einflussgebiets der griechischen und römischen Welt markierte. Dahinter lag das sagenumwobene Atlantis, eine riesige Insel, beherrscht von einem mächtigen Königreich, das auf grausame Weise in den Fluten des Meeres unterging.
Nach gängiger Theorie verbirgt sich hinter den mystischen Säulen des Herkules die Meerenge von Gibraltar, die das Ende des Mittelmeers markiert. Dahinter vermuten Forscher und Mythologen bis heute die Insel Atlantis, die, so überlieferte der griechische Philosoph Platon, vor Urzeiten im Meer unterging. Der atlantische Ozean ist heute nach dieser mythischen Insel benannt.

Sardinien, Nuraghe auf einer Anhöhe bei Mogoro
Nuraghe auf einer Anhöhe bei Mogoro


Vielleicht war aber doch alles ganz anders? Vielleicht war das Einflussgebiet der Griechen zur Zeit Platons doch kleiner als man bisher denkt? Markierte vielleicht die Straße von Sizilien, zwischen der größten italienischen Mittelmeerinsel und dem heutigen Tunesien, die sagenumwobene Meerenge, die Platon einst die Säulen des Herkules nannte? Weit hinter der Straße von Messina liegt die Insel Sardinien, einst bevölkert von den sagenumwobenen Nuraghern, über die die Forschung heute noch erstaunlich wenig weiß.
Atlantis
ging der Sage nach einst in den Fluten des Meeres unter. Tatsächlich gibt es auf Sardinien Hinweise auf eine Naturkatastrophe, die mehr als Tausend Jahre vor Christus über die Ost- und Südküste der Insel hereinbrach. Teile der Insel wurden in der Zeit zwischen 1178 und 1175 plötzlich verlassen. Die Turmbauten der sardischen Ureinwohner, von denen etwa 7000 bis 8000 über die ganze Insel verstreut liegen, weisen eine nennenswerte Besonderheit auf: Die Nuraghen, die nahe am Meer oder in tiefen Lagen gefunden wurden, sind heute wesentlich schlechter erhalten als diejenigen, die auf Hügeln oder in den Bergen errichtet wurden. Viele Nuraghen sind soweit zerstört, dass kaum ein Stein auf dem anderen geblieben ist, während die Bauten im Norden oft noch sehr gut erhalten sind. Vielleicht hat eine riesige Flutwelle mit den Ausmaßen eines Tsunami zur Bronzezeit Sardinien erschüttert?
Mit dieser beachtlichen Theorie hat der sardische Archäologe Sergio Frau die Wissenschaft und Mythologie-Fans in Aufregung versetzt. In seinem 672 Seiten starken Werk Le colonne d’Ercole: un’inchiesta (dt. Die Säulen des Herkules: Eine Untersuchung) zerlegt er die platonische Mythologie in ihre Einzelteile und führt die wissenschaftliche Beweisführung, warum gerade Sardinien das sagenumwobene Atlantis sein könnte.

Text: Timo Gerd Lutz. Aktualisiert von Andrea Behrmann
Letzte Änderung: 26, März 2010
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