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Charakteristisch für die niederen Gebirgslagen auf Sardinien
ist der Feigenkaktus (Opuntia Ficus-Indica). Fico d’India heißt
deshalb auch die Frucht des fleischigen Opuntien-Kaktus der überall
auf der Insel zu finden ist. Von März bis April trägt
er große gelbe Blüten.
Die stachelige Kaktusfeige wächst und gedeiht selbst dort noch,
wo nichts anderes mehr wachsen will: auf sandigen, dörren und
unfruchtbaren Böden sowie an Felswänden.
Die Kaktee verwildert leicht und schafft mit ihren fleischigen dornigen
Blättern ein undurchdringliches Dickicht. Deshalb nutzen die
Sarden sie gerne als Einzäunung für Garten, Grundstücke
und landwirtschaftliche Anwesen. Doch auch als Vor- oder Nachspeise
schätzen die Inselbewohner die Früchte ihres Fico d’India
sehr, der ab August geerntet werden kann.
Die
delikaten Früchte der Kaktusfeige findet man im Handel auch
unter der Bezeichnung Stachelfeige, Kaktusbirne oder Distelfeige.
Aber Achtung: Keine Kaktusfeigen mit bloßer Hand pflücken,
die Schale ist voller klitzekleiner feiner Stacheln die sofort in
die Haut gehen. Wer es trotzdem versucht, ist leichtsinnig und wird
sich schmerzhaft daran erinnern.
Sollten die auf dem Markt angebotenen Kaktusfeigen nicht entstachelt
sein, einfach Handschuhe anziehen und die Stacheln mit dem Messerrücken
abkratzen. Feigen dann noch kurz abwaschen und abtrocknen. Beide
Enden abschneiden, Schale längs einschneiden und mit dem Messer
abziehen. Frische Kaktusfeigen schmecken hervorragend zu rohem Schinken.
Unbedingt probieren: Eis aus Kaktusfeigen.
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Text: Andrea Behrmann
Letzte Änderung: 26.06.2007
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