Wonach suchen Sardiniens Gourmets im Juni und September? Nach
reifen Feigen natürlich: wohlschmeckend süßes rotes
Fruchtfleisch unter dunkelvioletter oder hellgrüner Schale!
„Nachdem Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten,
wurden sie sich ihrer Nacktheit bewusst: Sie flochten Feigenblätter
zusammen und machten sich Schurze" (Genesis 3,7) – wenn
man der Bibel Glauben schenken darf, gab es den Ficus bereits im
Paradies! Zahlreiche Maler, Schriftsteller und Bildhauer haben seitdem
das sinnliche Motiv des Feigenblattes über Jahrhunderte hinweg
immer wieder aufgegriffen. Der klassische Fruchtbaum ist in der
Tat nicht nur die erste namentlich erwähnte Pflanze in der
Heiligen Schrift, sondern zählt zu den ältesten domestizierten
Nutzbäumen.
Im antiken
Griechenland war die Feige mit aphrodisischen Eigenschaften besetzt
Seit der Antike wird der Feigenbaum im gesamten Mittelmeerraum
angepflanzt – heute beträgt der Anbau pro Jahr in etwa 1,5
Millionen Tonnen Frischfeigen. Auf Sardinien gibt es zwei Ernten
im Jahr - im Juni und September. Die frischen Früchte sind
dann grün oder violett, je dunkler sie sind, um so reifer und
schmackhafter sind sie. Aber Achtung: überreife Feigen sind
matschig während unreife Früchte noch hart sind.
Frische Feigen schmecken hervorragend zu rohem Schinken und reifem
Pecorino-Käse. Viele der Feigen werden auch an der Sonne oder
in Öfen getrocknet. Die getrockneten Früchte werden dann
mit Mandeln und Haselnüssen zu Näschereien verarbeitet.
Da der Zuckeranteil der getrockneten Feigen jedoch auf rund 60%
steigt, werden diese Köstlichkeiten vor allem im Winter gereicht.
.
<
zurück
Text: Andrea Behrmann
Letzte Änderung: 25.06.2007
|