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„Safran macht den Kuchen gel“ – der Vers des Kinderliedes „Backe,
backe Kuchen“ dürfte jedem noch bekannt sein. Und sicher nicht
wenige fragen sich, was „gel“ eigentlich bedeutet. Hier des Rätsels
Lösung: dieses Wörtchen spielt auf die Eigenschaft des
Safrans als Färbemittel an und bedeutet schlicht und einfach
„gelb“. Doch Safran macht nicht nur Kuchen gelb, sondern auch noch
jede Menge anderer Gerichte: Reis, Suppen, Saucen, Gebäck ...
Daneben dient es wegen seiner ätherischen Öle als Würzmittel.
Und als Pharmazeutikum soll es eine "verdauungsfördernde,
Schmerz stillende und Krampf lösende" Wirkung haben. Doch
Vorsicht: in großen Mengen (ca. 10 Gramm) eingenommen, wirkt
das Allzweckmittel tödlich.
Doch was genau ist eigentlich Safran? Safran ist ein Zwiebelgewächs,
welches zur Krokusfamilie gehört. Die Blüte besteht aus
sechs zart lila bis leuchtend violetten Blütenblättern,
Perigon genannt. Doch nicht aus allen Krokusarten lässt sich
Safran gewinnen; nur bestimmte Sorten wie der „Crocus Sativus“ bilden
die entscheidenden, rot- bis purpurfarbenen Narben – auch Fäden
oder im Italienischen „stimmi“ genannt. Diese kleinen Fäden
sind der Safran.

Herr Atzeni, der sympathische Pensionär mit Schnauzer, baut die
Pflanze eher zum Zeitvertreib und aus Passion an
Die Heimat des „roten Goldes“ ist der Orient, wo es seit
mehreren Jahrtausenden kultiviert wird. Von dort kam es über
Griechenland nach Italien und wurde hier ab dem 1. Jahrhundert n.
Chr. als Gewürz-, Duft- und Farbstoff sowie als Arzneimittel
verwendet. Heute wird es auf italienischem Boden vor allem in den
Abruzzen und auf Sardinien gezogen. Die sardischen Anbaugebiete
sind San Gavino, Turri und Villanovafranca.
San Gavino Monreale ist ein kleines, gemütliches Städtchen
im Gebiet der Campidano-Ebene. Kaum 10.000 Einwohner leben hier;
die meisten Jugendlichen ziehen weg, um woanders ihr Brot zu verdienen.
Der Ort verfügt weder über ein schönes historisches
Zentrum, noch ist die Umgebung außergewöhnlich reizvoll.
Und doch ist San Gavino Monreale etwas Besonderes – die Insel-Hauptstadt
des Safrans.
Jedes Jahr Anfang November verwandeln sich die umliegenden braunen
Felder in leuchtend violette Blütenmeere - „su groffu“ im Sardischen
genannt. Dann wird jeder, selbst der Dorfälteste, für
die Safranernte benötigt. Denn das „rote Gold“ kann nur in
Handarbeit gepflückt und verarbeitet werden.
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