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Für zwei Fiore-Sardo-Käseformen braucht er vierzig Liter
Schafsmilch, Lab vom Lamm und Salz. Sorgfältig filtert Salvatore
die Milch und erwärmt sie im Kessel, dann setzt er ihr etwas
Lab vom Lamm bei. „Das ermöglicht die Gerinnung“, erklärt
er, „die Schafsmilch verfestigt sich immer mehr, bis sie langsam
eindickt“. Die entstandenen gallertartige Masse presst er in zwei
runde, durchlöcherte Aluformen. „Da läuft die Molke wieder
in den Kessel“, begründet der Käsemeister sein Tun. Salvatore
kneift die Käsemasse jetzt geschickt ein, damit sich die noch
vorhandene Molke davon trennt. Er presst und wendet den Käse
so lange, bis keine Molke mehr austritt. Nun muss der Käse
etwa eine halbe Stunde ruhen, danach übergießt er die
Formen nochmals mit warmer Molke und „knetet“ sie wieder raus. „So
bildet sich langsam die Rinde“, beteuert er. Nach fünf bis
sechs Stunden werden die Käseformen mindestens sechsunddreißig
Stunden in eine Salzlake getaucht, wo sie Salz aufnehmen und restliches
Wasser ausscheiden.

Die frisch gemolkene Schafsmilch wird erwärmt
Um den Käse zu trocknen, wird er etwa eine Woche lang täglich
fünfzehn Minuten geräuchert. Dann beginnt die Reifungszeit.
Bei Salvatore reift der junge Käse auf Holzbrettern in einem
frischen und trockenen Ambiente mindestens fünf Monate lang.
Während dieser Zeit muss er die Formen jeden Tag wenden. Im
Sommer, wenn es sehr trocken ist, reibt er den Käse sogar mit
Olivenöl oder Tierfett ein.
Sein Kupferkessel ist voll mit aufgefangener Molke. Gleich im Anschluss
will er Ricotta kochen. Dazu muss er die Molke erneut erwärmen
– diesmal auf 80 bis 85 Grad Celsius. „Aus der bei der Käseherstellung
angefallenen Molke“, so der Käsemeister, „wird von jeher der
„Ricotta-Käse“ gewonnen“. Die Wärme lässt diesmal
die Molke gerinnen. Die gewonnene weiche, krümelige Ricotta-Masse
wird dann nochmals erwärmt, um die restliche Flüssigkeit
vom Ricotta-Käse zu trennen. Weitere Molke fließt ab.
Nach einer kurzen Ruhepause wird der noch warme Ricotta von Salvatore
mit einem riesigen Schöpflöffel aus dem Kupferkessel in
drei kleine „Körbchen“ zum Abtropfen gegeben. Zu unserer Freude
hält er uns einen Löffel hin - jetzt dürfen wir den
Ricotta auch gleich frisch probieren!
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Sardiniaproductions
Srl
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