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Michelangelo Marongiu, 51, steht an der Spitze der Azienda Agricola
Zootecnica - eine erfolgreiche sardische Dorfkäserei, die ihren
Qualitätskäse vorwiegend auf dem italienischen Festland
und in den USA vertreibt. Fast jeder Tag im Jahr ist für den
Käsemeister aus Ovodda ein 16-Stunden Tag. Das wird klar, wenn
man ihn früh morgens, schon um viertel vor sechs Uhr, in seine
hell gekachelte Käseproduktionsstätte stiefeln sieht.
Zuvor mussten die Schafe gemolken werden. Und das 365 Tage im Jahr.
Fünf Minuten später schießen 800 Liter Milch aus
einem Schlauch in einen großen Behälter mit Rührwerk
für 120 Kilogramm Schafskäse.

Michelangelo beim Temperaturmessen
Video
Clip Herstellung
in der Käsefabrik
Die Milch wird zunächst gerührt, damit die frisch gemolkene
Milch und die des Vorabends sich gut vermischen und eine gleichmäßige
Temperatur erreichen. Michelangelo weiß, dass die Qualität
der Milch nur bewahrt werden kann, wenn deren Verarbeitung spätestens
vierundzwanzig Stunden nach dem Melken erfolgt. Bei genau 36 Grad,
mischt Michelangelo der Milch Lab vom Lamm bei. Nach etwa dreißig
Minuten spaltet sich von der Molke der sogenannte Käsebruch
ab. Während die Molke über einen zweiten Schlauch vorläufig
in einen anderen Behälter fließt, wird die Käsemasse
in kleine zylindrische Formen gepumpt. „Nun steht „pressen“ an“,
erklärte Michelangelo, „denn der Käsebruch enthält
noch viel Molke“: Also rein in die Form und pressen, wenden und
erneut pressen – und so weiter bis keine Molke mehr austritt. Nach
einer Ruhepause von etwa sechs Stunden gibt Michelangelo den „Fiore
Sardo“ ins Salzbad. Einige Tage später kommen die Käselaibe
vom Bad in die Räucherkammer zum Trocknen. Dann beginnt der
Reifungsprozess im Lager, in dessen Verlauf Michelangelo die Laibe
pflegt und wendet. In der Azienda Agricola reift der Käse mindestens
drei Monate lang im feuchten Käsekeller bei einer Temperatur
von etwa fünfzehn Grad° C. „Im Prinzip“, sagt Michelangelo,
„ unterscheidet sich die Herstellung in der Käserei nur wenig
vom traditionellen Handwerk. Wir erzeugen nur größere
Mengen an Käse und der Prozess läuft halbautomatisch sowie
unbedingt hygienisch ab". Neben dem schmackhaften „Fiore Sardo“
produziert Michelangelo noch “Quagliato“ und „Quagliato Salato“
(eine besondere Frischkäseart), Ricotta und Ricotta Salata
(gesalzen) sowie „Crema di Fiore Sardo" (einen pikanten Schmelzkäse).
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Sardiniaproductions
Srl
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