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Ein großes Schild und ein Madonnenaltar
kennzeichnen den Beginn des Wanderwegs.
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A piedi - Zu Fuss
Scalare - Klettern
Montagna - Berg
Monte - Hügel
Grotta - Grotte
Zaino - Rucksack
Atemberaubender Blick auf das Oddoene-Tal
bis nach Dorgali im Norden

In den Steineichenwäldern blühen im Frühjahr wilde
Pfingstrosen

Wanderung über Geröllfelder

Der Eingang zur Goroppu-Schlucht

Bis zu 400 Metert tief hat der Flumineddu die Schlucht in den Fels
gegraben

Manchmal ist etwas Fantasie gefragt, um in dem Labyrinth von rundgeschleiften
Felsbrocken voranzukommen.

Nach ein paar Kilometern geht es nur für erfahrene Canyonkletterer
weiter
Manche behaupten, am Ende der Schlucht lebe der Teufel höchstpersönlich
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Charakterisierung: mittelschwere Berg-Tal-Wanderung
über etwa 900 Höhenmeter. Mit Schatten, teilweise steile
Abschnitte; dann anspruchsvolle Schluchtenwanderung mit Kletterstrecken.
Gleicher Hin- und Rückweg.
Schwierigkeitsgrad: einige anspruchsvolle Stellen
(steinige Pfade, steile Abschnitte); Bei feuchter Witterung sind
die glatten Felsen und Steine in der Schlucht sehr rutschig; festes
Schuhwerk erforderlich.
Dauer: ca. 1,5 Stunden je Strecke bis zum Eingang
der Schlucht, in Su Gorropu ca. 1 Stunde pro Strecke
Erreichbarkeit mit dem Auto: Über die S.S.
125 von Baunei oder Dorgali zu der Passstation von Genna Silana
(unbewachter Parkplatz vor dem ehemaligen Straßenwachthaus
und Einkehrmöglichkeit). Alternativ kann man auch direkt von
Dorgali aus in das Flumineddu-Tal fahren.
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Mit den Bussen der ARST von Baunei Richtung Dorgali oder umgekehrt
(Girasole-Siniscola oder Arbatax-Nuoro), allerdings ist Genna Silana
kein regulärer Stopp und die Busse nicht verpflichtet, anzuhalten.
Deshalb ist die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln
nicht zu empfehlen.
Von der Passtation Genna Silana führt der Wanderweg über
Geröllfelder und durch uralte Kork- und Steineichenwälder
sowie entlang der Felswand des Monte Su Nercone in etwa 1,5 Stunden
zu einem der tiefsten Canyons Europas.
Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz vor dem ehemaligen
Straßenwachthaus Cantoniera "Genna Silana". Der
Pass ist mit 1017 Metern gleichzeitig der höchste Punkt der
Panoramastraße S.S. 125 von Dorgali nach Baunei. Der wanderweg
ist mit einem großen Schild "Gola Gorroppu. Trekking
ore 1,15" und einem Madonnenaltar gekennzeichnet. Die gesamte
Strecke ist zwar nicht markiert, aber kaum zu verfehlen. Zunächst
führt der Weg steil bergab durch einen dichten Steineichenwald,
in dem im Frühjahr Alpenveilchen und wilde Pfingstrosen blühen
und im Herbst Erdbeerbäume gelb und rot leuchtende Früchte
tragen. Der Blick schweift über die Berge des Supramonte di
Dorgali. Vor uns liegt das Oddoene-Tal, durch das sich der Gebirgsbach
Flumindeddu wie ein weißes Band durch die dichten, saftigen
Wälder zieht. Ab und zu stöbert ein halbwildes Hausschwein
in das Unterholz. Mit etwas Glück kann man an den Berghängen
ein seltenes Mufflonschaf erkennen. Steinadler, Turmfalken und Sperber
ziehen ihre weiten Kreise über dem Tal.

Über Geröllfelder und schattige
Waldstücke geht es hinab in das Flumineddu-Tal
Über Geröllfelder und schattige Waldstücke geht es
weiter in Richtung der massiven Bergwand des Monte Su Nercone, wo
man in einigen Felshöhlen alte sardische Schäferhütten
(barraccu) aus Holzscheiten und Korkrinden bestaunen kann. In den
meterhohen engen Höhlen und Spalten der Felsnadel Il Campanile
hausen Schwalben.
Von hier aus erahnt man schon den Eingang der engen Schlucht. Nach
einer weiteren steilen Strecke gelangt man zur Talsohle, wo der
Rio Flumineddu mit kleinen Wasserbecken und schattigen Oleanderbüschen
für Erfrischung sorgt und dazu einlädt, die geschundenen
Wanderbeine vor der nächsten Etappe ein wenig abzukühlen.
Vor uns liegt der mehrere hundert Meter hohe Eingang zu einem der
gewaltigsten Canyons Europas: Der Gola Su Gorroppu.
Die kolossale, acht Kilometer lange Schlucht, die der kleine, unscheinbare
Bach in Jahrtausenden bis zu 400 Meter tief in den Supramonte gefräst
hat, teilt sich die Liste der tiefsten Canyons Europas mit der Samaria-Schlucht
auf Kreta, der Verdonschlucht in den französischen Alpen und
dem Canyon des Tara-Flusses in Montenegro.

Am Eingang der Schlucht tritt der
meist unterirdisch verlaufende Gebirgsbach hervor
In der Schlucht, die wuchtig in den strahlend weißen Karst
führt, versperren große, runde Felsbrocken den Weg, ganz
als wolle der Flumineddu-Bach nicht, dass Eindringlinge den beeindruckenden
Canyon bevölkern. Dennoch führen zahlreiche geführte
Trekkingtouren in dieses beeindruckende Wunderwerk der Natur.
Bis zum frühen Mittag treffen die Sonnenstrahlen noch bis in
die Sohle der Felsspalte, danach wird es selbst im Sommer etwas
kühl, insbesondere wenn ein scharfer Wind durch die Schlucht
pfeift. Der Flumineddu führt im Inneren des Canyon bereits
im Frühjahr nur noch unterirdisch Wasser.
Der erste Teil der Gorroppu-Schlucht kann noch recht einfach erwandert
werden. Manchmal ist allerdings etwas Fantasie gefragt, um in dem
Labyrinth von hausgroßen Felsbrocken voranzukommen. An manchen
Stellen hilft auch ein Ausweichen auf kleine Pfade an den steilen
Hängen der Schlucht. Nach etwa einer Stunde Wanderung und kurz
nach einer Kletterstelle über eine glatte Felsplatte, die nur
mit Hilfe eines Seils zu erklimmen ist, endet der gut zu erschließende
Teil der Schlucht. Hier geht es nur für erfahrene Canyonkletterer
weiter. Hier endet die Etappe für die meisten Wanderer mit
einem sonnigen Platz zum Picknicken.
Zurück geht es auf demselben Weg. Wer in der sengenden Mittagshitze
zurückwandert, sollte sich vor dem Aufstieg noch mit etwas
kalten Wasser aus dem Bach versorgen.
Hausgroße weiße Steinkugeln versperren den Weg
Wie häufig bei so beeindruckenden Naturschauspielen auf Sardinien
ranken sich auch um Su Gorroppu zahlreiche Legenden. Manche sagen,
die Schlucht sei Su Gorroppu so tief, dass die steilen Felswände
den Himmel berührten und man am hellichten Tag die Sterne sehen
kann. Andere Volksglauben behaupten, am Ende der Schlucht lebe der
Teufel höchstpersönlich und warte nachts auf Sterbliche,
die ihre Seele im Tausch für Reichtum, Glück, Ehre oder
die Liebe einer Frau verkauften.
Wandern
auf Sardinien: Die schönsten Wanderstrecken auf einer größeren
Karte anzeigen
Text und Fotos: Timo Gerd Lutz (05/2009)
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