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Wanderführer:
Mehr Infos unter Reiseliteratur

Schild und ein Madonnenaltar kennzeichnen den beginn des Wanderwegs Ein großes Schild und ein Madonnenaltar kennzeichnen den Beginn des Wanderwegs.

Wie heißt das auf Italienisch?
Escursione - Ausflug
Itinerario - Tour
Guida - Bergführer
Passeggiata - Spaziergang
A piedi - Zu Fuss
Scalare - Klettern
Montagna - Berg
Monte - Hügel
Grotta - Grotte
Zaino - Rucksack

Atemberaubender Blick auf das Oddoene-Tal bis nach Dorgali im Norden

wilde Pfingstrosen Peonia auf Sardinien
In den Steineichenwäldern blühen im Frühjahr wilde Pfingstrosen

Wanderung über Geröllfelder
Wanderung über Geröllfelder

Unterkünfte in der Ogliastra:
Hotel Lanthia in S. Maria Navarrese
Hotel Nascar in S. Maria Navarrese
Hotel Nicoletta in S. Maria Navarrese

Unser Tipp:

Clubhotel Saraceno in Tortolì



Der Eingang zur Goroppu-Schlucht

Bis zu 400 Metert tief hat der Flumineddu die Schlucht in den Fels gegraben
Bis zu 400 Metert tief hat der Flumineddu die Schlucht in den Fels gegraben



Manchmal ist etwas Fantasie gefragt, um in dem Labyrinth von rundgeschleiften Felsbrocken voranzukommen.



Nach ein paar Kilometern geht es nur für erfahrene Canyonkletterer weiter

Ende der Goroppu Schlucht Manche behaupten, am Ende der Schlucht lebe der Teufel höchstpersönlich

 
Su Gorroppu: Anspruchsvolle Wanderung mit tollem Panoramablick zu einer der tiefsten Schluchten Europas!

Charakterisierung: mittelschwere Berg-Tal-Wanderung über etwa 900 Höhenmeter. Mit Schatten, teilweise steile Abschnitte; dann anspruchsvolle Schluchtenwanderung mit Kletterstrecken. Gleicher Hin- und Rückweg.
Schwierigkeitsgrad: einige anspruchsvolle Stellen (steinige Pfade, steile Abschnitte); Bei feuchter Witterung sind die glatten Felsen und Steine in der Schlucht sehr rutschig; festes Schuhwerk erforderlich.
Dauer: ca. 1,5 Stunden je Strecke bis zum Eingang der Schlucht, in Su Gorropu ca. 1 Stunde pro Strecke
Erreichbarkeit mit dem Auto: Über die S.S. 125 von Baunei oder Dorgali zu der Passstation von Genna Silana (unbewachter Parkplatz vor dem ehemaligen Straßenwachthaus und Einkehrmöglichkeit). Alternativ kann man auch direkt von Dorgali aus in das Flumineddu-Tal fahren.
Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit den Bussen der ARST von Baunei Richtung Dorgali oder umgekehrt (Girasole-Siniscola oder Arbatax-Nuoro), allerdings ist Genna Silana kein regulärer Stopp und die Busse nicht verpflichtet, anzuhalten. Deshalb ist die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu empfehlen.

Von der Passtation Genna Silana führt der Wanderweg über Geröllfelder und durch uralte Kork- und Steineichenwälder sowie entlang der Felswand des Monte Su Nercone in etwa 1,5 Stunden zu einem der tiefsten Canyons Europas.



Ausgangspunkt der Wanderung ist der Parkplatz vor dem ehemaligen Straßenwachthaus Cantoniera "Genna Silana". Der Pass ist mit 1017 Metern gleichzeitig der höchste Punkt der Panoramastraße S.S. 125 von Dorgali nach Baunei. Der wanderweg ist mit einem großen Schild "Gola Gorroppu. Trekking ore 1,15" und einem Madonnenaltar gekennzeichnet. Die gesamte Strecke ist zwar nicht markiert, aber kaum zu verfehlen. Zunächst führt der Weg steil bergab durch einen dichten Steineichenwald, in dem im Frühjahr Alpenveilchen und wilde Pfingstrosen blühen und im Herbst Erdbeerbäume gelb und rot leuchtende Früchte tragen. Der Blick schweift über die Berge des Supramonte di Dorgali. Vor uns liegt das Oddoene-Tal, durch das sich der Gebirgsbach Flumindeddu wie ein weißes Band durch die dichten, saftigen Wälder zieht. Ab und zu stöbert ein halbwildes Hausschwein in das Unterholz. Mit etwas Glück kann man an den Berghängen ein seltenes Mufflonschaf erkennen. Steinadler, Turmfalken und Sperber ziehen ihre weiten Kreise über dem Tal.


Über Geröllfelder und schattige Waldstücke geht es hinab in das Flumineddu-Tal

Über Geröllfelder und schattige Waldstücke geht es weiter in Richtung der massiven Bergwand des Monte Su Nercone, wo man in einigen Felshöhlen alte sardische Schäferhütten (barraccu) aus Holzscheiten und Korkrinden bestaunen kann. In den meterhohen engen Höhlen und Spalten der Felsnadel Il Campanile hausen Schwalben.
Von hier aus erahnt man schon den Eingang der engen Schlucht. Nach einer weiteren steilen Strecke gelangt man zur Talsohle, wo der Rio Flumineddu mit kleinen Wasserbecken und schattigen Oleanderbüschen für Erfrischung sorgt und dazu einlädt, die geschundenen Wanderbeine vor der nächsten Etappe ein wenig abzukühlen. Vor uns liegt der mehrere hundert Meter hohe Eingang zu einem der gewaltigsten Canyons Europas: Der Gola Su Gorroppu.
Die kolossale, acht Kilometer lange Schlucht, die der kleine, unscheinbare Bach in Jahrtausenden bis zu 400 Meter tief in den Supramonte gefräst hat, teilt sich die Liste der tiefsten Canyons Europas mit der Samaria-Schlucht auf Kreta, der Verdonschlucht in den französischen Alpen und dem Canyon des Tara-Flusses in Montenegro.

Am Eingang der Schlucht tritt der meist unterirdisch verlaufende Gebrigsbach hervor
Am Eingang der Schlucht tritt der meist unterirdisch verlaufende Gebirgsbach hervor

In der Schlucht, die wuchtig in den strahlend weißen Karst führt, versperren große, runde Felsbrocken den Weg, ganz als wolle der Flumineddu-Bach nicht, dass Eindringlinge den beeindruckenden Canyon bevölkern. Dennoch führen zahlreiche geführte Trekkingtouren in dieses beeindruckende Wunderwerk der Natur.
Bis zum frühen Mittag treffen die Sonnenstrahlen noch bis in die Sohle der Felsspalte, danach wird es selbst im Sommer etwas kühl, insbesondere wenn ein scharfer Wind durch die Schlucht pfeift. Der Flumineddu führt im Inneren des Canyon bereits im Frühjahr nur noch unterirdisch Wasser.
Der erste Teil der Gorroppu-Schlucht kann noch recht einfach erwandert werden. Manchmal ist allerdings etwas Fantasie gefragt, um in dem Labyrinth von hausgroßen Felsbrocken voranzukommen. An manchen Stellen hilft auch ein Ausweichen auf kleine Pfade an den steilen Hängen der Schlucht. Nach etwa einer Stunde Wanderung und kurz nach einer Kletterstelle über eine glatte Felsplatte, die nur mit Hilfe eines Seils zu erklimmen ist, endet der gut zu erschließende Teil der Schlucht. Hier geht es nur für erfahrene Canyonkletterer weiter. Hier endet die Etappe für die meisten Wanderer mit einem sonnigen Platz zum Picknicken.
Zurück geht es auf demselben Weg. Wer in der sengenden Mittagshitze zurückwandert, sollte sich vor dem Aufstieg noch mit etwas kalten Wasser aus dem Bach versorgen.


Hausgroße weiße Steinkugeln versperren den Weg


Wie häufig bei so beeindruckenden Naturschauspielen auf Sardinien ranken sich auch um Su Gorroppu zahlreiche Legenden. Manche sagen, die Schlucht sei Su Gorroppu so tief, dass die steilen Felswände den Himmel berührten und man am hellichten Tag die Sterne sehen kann. Andere Volksglauben behaupten, am Ende der Schlucht lebe der Teufel höchstpersönlich und warte nachts auf Sterbliche, die ihre Seele im Tausch für Reichtum, Glück, Ehre oder die Liebe einer Frau verkauften.


Wandern auf Sardinien: Die schönsten Wanderstrecken auf einer größeren Karte anzeigen
Text und Fotos: Timo Gerd Lutz (05/2009)

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