Abfahrt in Sadali. Das Städtchen
ist berühmt für seinen Wasserfall im Stadtzentrum

Im Büro des Bahnhofvorstehers
von Sadali - Seulo steht noch ein alter Fernschreiber, der im 19.
Jahrhundert zur Übermittlung von Nachrichten diente
Kleine Schalttafel in einer Diesel-Elektro-Lok
des Herstellers Breda/Mailand

Triebfahrzeugführer Marurizio
fährt die Strecke Cagliari - Sorgono fast täglich
Einsam und verlassen stehen heute viele
Wärterhäuschen mitten im Grün
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Entsprechend einer Konzession mit dem italienischen Staat durfte
die römische Adelsfamilie Pasquini die Strecken der Schmalspurbahn
betreiben. Die neu gegründeten „Società-Ferrovie-Secondarie-Sarde
Eisenbahngesellschaft“ erteilte man damals eine Betriebserlaubnis
von 90 Jahren.
Die historischen Bauchiero-Waggons
(1913) werden insbesondere bei Festen, Feiern oder anderen Events
eingesetzt
1888 war es soweit: Die ersten dampfbetriebenen Personen- und Güterwagen
fuhren von Cagliari nach Isili und von Monti nach Tempio. Später
kam die Strecke Bosa – Macomer – Tirso hinzu. 1930 nahm dann die
„Strade Ferrate Sarde Eisenbahngesellschaft“ den Zugbetrieb zwischen
Sassari und Sorso auf.

Dieser Diesel-Elektro-Triebwagen
aus den 1950er Jahren kann vorwärts und rückwärts
fahren und sieht auf beiden Seiten gleich aus
Mitte des 20. Jahrhunderts nahm der Personen- und Güterverkehr
jedoch immer mehr ab, so dass bald auf Grund des geringen Fahrgastaufkommens
über die wirtschaftliche Tragbarkeit einiger Strecken nachgedacht
wurde. Als in den 1970er Jahren auch die Konzession der Grafen Pasquini
ablief und die Schmalspurbahn an den italienischen Staat zurückfiel,
stand dem „Aus“ nicht mehr viel im Wege. 1989 fusionierten die Bahngesellschaften
„Società Ferrovie Secondarie Sarde“ und „Strade Ferrate Sarde“
zur „Gestione Governativa Ferrovie della Sardegna” (FDS), die sich
um Maßnahmen und Initiativen bemüht die Schmalspurstrecken
touristisch zu erschließen.
Die Diesel-Elektro-Triebwagen ABDe
verkehren im sogenannten "Trasporto Pubblico Locale (TPL) nur
noch auf wenigen Abschnitten
"Trenino Verde" hautnah
Heute bietet die „Ferrovie della Sardegna“ (FDS) ganzjährig
Sonderzugfahrten und von Mitte Juni bis Mitte September Tagesfahrten
auf den Strecken Mandas - Arbatx, Isili - Sorgono, Macomer - Bosa
und Nulvi - Tempio – Palau.
Mit 50 bis 70 km/h fahren die leistungsstarken Diesel-Elektro-Lokomotiven
(Breda Stanga TIBB ABDE) spezielle Tour-Angebote mit historischen
Wagen. Für Feiern, Hochzeiten, Firmenfeste oder andere Events
kann auch ein ganzer Sonderzug gemietet werden.
Liniendienste mit den Diesel-Elektro-Triebwagen ABDE verkehren nur
noch auf den Abschnitten Cagliari – Isili, Macomer – Nuoro, Sassari
– Alghero, Sassari – Sorso und Sassari – Nulvi.
Sonderfahrplan der „Linee Turistiche“ (von Mitte Juni bis Mitte
September)
Mandas – Arbatax: An allen Wochentagen außer montags
Tempio – Palau: Donnerstags und freitags
Macomer – Bosa: Samstags und sonntags
Tempio – Nulvi: Freitags
Isili – Sorgono: Nur auf Anfrage
Historisches Material im Museo delle Ferrovie
Informationen zur Geschichte der sardischen Schmalspurbahnen gibt
es im Schmalspurbahnmuseum
in Monserrato. Ein etwa 1000 qm großen Gebäude auf
dem Bahnhof in Monserrato bietet Bahnfans ein besonderes Erlebnis.
Historische Loks, Wagen und andere Zeitdokumente versprechen Eisenbahnnostalgie
pur.
Öffnungszeiten:
Dienstags und mittwochs 9.00 bis 13.00 Uhr und 15.00 bis 18.00
Weitere Wochentage auf Anfrage.
Sonntags und Feiertage geschlossen.
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letztes Update: 22. Juni 2006
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| Texte und Fotos: Andrea Behrmann |
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