
Am Bahnhof in Senorbì hält
der Zug nur wenige Minuten. Der nächster Haltepunkt ist Suelli

Die Sitze in den Waggons aus den 1930er
Jahren sind mit rotem Leder gepolster

In den Bauchiero-Waggons aus dem Jahr
1913 reiste man noch Holzklasse
Das 1300-Seelen-Dorf Villanovatulo
liegt 571 m ü. NN und bietet einen tollen Ausblick ins Flumendosa-Tal
Vielen Wärterhäuschen entlang der Strecke werden heute nur
noch bei Wartungsarbeiten genutzt
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Sardinien hat frühgeschichtliche Nuraghen und konkurrenzlos
schöne Strände. Es gibt aber auch ganz andere Seiten der Insel zu
entdecken: Viel Natur und eine aufregende Fahrt mit dem "Trenino
Verde".
In keinem Moment würde Herr Albertoni seinen Job gegen einen anderen
eintauschen. So wie die Passagiere an diesem Morgen im Pulk auf
dem Bahnsteig von Monserrato vor den blauen historischen Eisenbahnwagen
stehen, weiß er schon was passieren wird, wenn er seine Trillerpfeife
an die Lippen setzt. Mit lauter Stimme verabschieden sich Bekannte
und Verwandte von den Reisegästen. Herr Albertoni gibt das
Abfahrtssignal, schließt die Tür und der Zug setzt sich
langsam in Bewegung. Der rüstige Sarde aus Quartu Sant’Elena
ist Zugchef und seit 33 Jahren bei der „Ferrovie della Sardegna“,
der sardischen Schmalspurbahngesellschaft, angestellt. Er ist mit
seinem Job zufrieden: „Ich bin nicht nur für die Kontrolle
und Sicherheit der Fahrgäste zuständig“, erklärt
Herr Albertoni. Ein Zug muss immer von einem Zugführer begleitet
werden. Er ist Vorgesetzter des Zugpersonals und sorgt für
die Aufsicht. „Wenn die kleinen Bahn durch die Landschaft rattert,
überkommt mich ein Gefühl von großer Freiheit, ich
habe viel zu erzählen und rede gerne mit den Reisenden, schwärmt
er.
Endlos weite Landschaften und baumlose
Hügel prägen den Süden der Insel
Die sardische Schmalspurbahn „Trenino Verde“ (95 – 98 cm Schienenbreite)
rollt heute in knapp 4 Stunden zu einer Sonderfahrt nach Sadali
ins Inland Sardiniens: Mit Dieseltraktion geht es im "atemberaubenden
Tempo" von 50 bis 70 Stundenkilometern von Monserrato u.a.
über Dolianova, Senorbì und Suelli zunächst nach
Mandas und von dort aus weiter durchs Sarcidano und die Barbagia
di Seulo über Orroli, Villanovatulo und Esterzili nach Sadali.
Sorgfältig füllt Herr Albertoni den Abfahrtszettel aus,
legt ihn zu den anderen Vordrucken auf den Tisch und schaut aus
dem Fenster. Der Blick über das endlos weite und flache Land
im Süden der Insel könnte nicht schöner sein: Gelb
und Gold glänzen Weiden und Felder, das helle Braun der Äcker
leuchtet in der frühen Sommersonne, der Himmel ist strahlend
Blau.
Umsteigebahnhof Mandas: Von hier
aus starten von Mitte Juni bis Mitte September die Tagesfahrten
nach Arbatax und Sorgono
Wie zu früheren Zeiten zieht die Diesel-Elektro-Lokomotive
aus den 1950er Jahren vier Personenwagen durch die zunächst
wüstenähnliche doch malerisch schöne Landschaft.
Bedient wird die Lokomotive des Herstellers Breda aus Mailand von
einem Triebfahrzeugführer und einem Begleiter, der als „Beimann“
die Arbeitsfähigkeit des Lokführers überwacht. Die
Waggons aus den 1930er Jahren sind liebevoll restauriert und bieten
pro Abteil etwa 104 Personen Platz.
Kurz hinter dem Dorf Gesico erreicht der Zug das Städtchen
Mandas. Der Bahnhof mit dem rosafarbenen Bahngebäude ist ein
Ort zum Ein- und Aussteigen. Er gilt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt
für die Nord-Süd-Verbindung nach Sorgono und die Süd-Ost-Verbindung
nach Arbatax.
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