Unser
Tipp:
Immer
wieder Sardinien? Was gibt es Besonderes zu sehen. Wir zeigen Ihnen
zum Beispiel:
>> Pan di Zucchero beiNebida
>> Schachtanlage Porto Flavia
>> Tempel von Antas
>> Das Städtchen Villacidro
>> Ethnograf. Museum in Nuxis
>> Mattanza in Carloforte
>> Die Insel Sant'Antioco
>> Sant' Antioco Martire
>> Handwerkliche Schiffswerft
>> Freie Fahrt v. Olbia nach S.Antioco
Nach
dem Schriftsteller Giuseppe Dessì ist der lokale nationale
Literaturpreis benannt
www.ferien-in-sardinien.com
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Strega - Hexe
Incantesimo - Zauberspruch
Cigliege - Kirschen
Cascata - Wasserfall
Premio Letterario - Literaturpreis
Scrittore - Schriftsteller
Villacidro lockt mit einer atemberaubenden
Natur und vielen Kulturdenkmälern

Das erleuchtete alte Waschhaus bei Nacht


Wichtige
Adressen:
Comune di Villacidro
Piazza Municipio, 1
09039 Villacidro (Medio Campidano)
Tel.: +39/070/934421

Die "Sagra delle Cigliege" zieht jedes Jahr zahlreiche
Besucher an

Der gelbfarbige Branntwein „Villacidro Murgia“ war einst Regionalgetränk
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Wer die Abwechslung sucht und das ganz Besondere: Villacidro bietet
vielfältige Möglichkeiten, Kultur und Natur zu genießen.
Die knapp 15.000 Einwohner zählende Stadt trohnt in 267 Metern
Höhe in der Landschaft des Monte Linas. Sie ist die Heimat
des Schriftstellers Giuseppe Dessì, der sowohl Romanschriftsteller
als auch Dramaturg und Essayist war. Nach ihm ist der nationale
Literaturpreis „Premio Letterario Nazionale Giuseppe Dessì“
benannt. Er wird seit 1986 jedes Jahr für besondere literarische
Leistungen verliehen. Nicht weit von seinem Wohnhaus entfernt, erinnert
die „Casa Todde“ an einen weiteren berühmten Einwohner: Giuseppe
Todde, seinerzeit Wirtschafter und Dozent. In seinem Haus verweilte
1882 der junge italienische Schriftsteller Gabriele D’Annunzio und
verfasste die berühmten Verse über den nahen Wasserfall
"Sa Spendula".
Sardische Pracht: Blühende Macchia und fallende
Kaskaden
An die Vergangenheit erinnern auch ein altes Waschhaus, das um das
Jahr 1893 zum Wohle der Allgemeinheit im Jugendstil errichtet wurde
sowie ein kleines Apothekermuseum „Sa Potecarìa” mit antikem
Mobiliar und zahlreichen Gefäßen, das der Stadt vom Apotheker
Ignazio Fanni überlassen wurde. Sehenswert ist außerdem
das Rathaus, das ursprünglich ein Kloster des Ordens der Barmherzigen
Brüder aus dem Jahre 1650 war. Im Jahre 1862 wurde das Kloster
nach seiner Enteignung durch eine königliche Verordnung zum
Rathaus und Schulgebäude umgebaut. Zu den weiteren Kulturdenkmälern
gehören die Pfarrkirche Santa Barbara im gotisch-katalanischen
Stil aus dem 15. Jahrhundert, die Kirche Anime Purganti aus dem
17. Jahrhundert und das barocke Oratorium SS. Vergine del Rosario
sowie ein kleines Archäologisches Museum und ein Museum für
Sakralkunst.

Dank einer einfühlsamen
Restaurierung ist das alte Waschhaus auch heute noch Treffpunkt
der Bewohner
Von Villacidro aus geht es in die atemberaubende grüne Gebirgslandschaft
des Monte Linas: Zwischen rosafarbenen Granitfelsen blüht eine
dichte Vegetation aus duftendem Thymian, Rosmarin, Lavendel und
Currykraut (Helichrysum italicum). Schluchten, Täler und Wildbäche
liegen an der Strecke zum größten Wasserfall Sardiniens,
dem Muru Mannu. Er stürzt süd-östlich von Villacidro
aus 72 Metern über gleitende Abschnitte in die Tiefe. Gleich
nebenan lockt der „Cascata Linas“ mit einem Gefälle von 60
Grad. Die berühmteste Kaskade Sardiniens fällt jedoch
im Nordwesten der Ortschaft beim Monte Margiani: Sa Spendula. Inmitten
eines grünen Steineichenwaldes geht ein Abschnitt des Rio Coxinas
hier über Absätze in den freien Fall über. Die landschaftliche
Pracht bezauberte den jungen italienischen Schriftsteller Gabriele
D’Annunzio schon 1882 so stark, dass er seine berühmten Zeilen
über den Wasserfall verfasste.
Ein abschließender Höhepunkt sind die Wälder „Montimannu“
und „Punta Camedda“. Mit etwas Glück kann man hier neben exotischen
und seltenen Pflanzen, Mufflons, Hirsche, Füchse und Wildkatzen
beobachten. Und den Flug des majestätischen Kaiseradlers, der
in den Granitfelsvorsprüngen nistet.
Das Städtchen in der Provinz Medio Campidano lebt hauptsächlich
von der Landwirtschaft. Villacidro produziert neben Zitrusfrüchten
und Oliven große Mengen an Süßkirschen sowie Pfirsichen
und ist Hersteller des gelbfarbigen „Villacidro Murgia“ - ein 40
prozentiger süßer Kräuterbranntwein aus Safran und
zwanzig verschiedenen Beeren, Kräutern und Wurzeln.
Im Juni sind die hell- oder dunkelroten Kirschen jedes Jahr Bestandteil
eines Kirschfestes, der „Sagra delle Cigliege“. Zu diesem Termin
bietet die Stadt im Gemeindepark ein buntes Programm: Neben hellen
Frühkirschen, roten Saftkirschen und dunklen Herzkirschen präsentieren
die Bauern auch andere kulinarische Erzeugnisse. Kunsthandwerk,
Musik und Tanz runden die Veranstaltung ab.
Schaurige Legenden und Fabeln
Die Villacidresi erzählen gerne schaurige Geschichten
von bösartigen Tieren und zauberkräftigen Hexen. Lange
Zeit war im Volkglauben die Überzeugung verwurzelt, das Dorf
werde von Hexen und Xanthippen mit großer Zauberkraft und
schädigenden Kräften bewohnt. Die „Cogas“ (Hexen) entsprachen
zaubersprechenden, hässlichen, bösen weiblichen oder männlichen
Personen, die sich abends, wenn es dunkel wurde, in Katzen oder
Fliegen verwandelten, und den Kindern des Dorfes nachtrachteten.
Von diesem Hexenglauben sind die „Contus de Forredda“ (Geschichte
vor dem Kaminfeuer) abgeleitet, womit insbesondere den Kleinen,
als abschreckende Wirkung, Angst gemacht werden sollte. Hilfe gegen
die Hexen erhielt die Bevölkerung schließlich vom Heiligen
Martyrer San Sisinnio: Als das Neugeborene eines älteren Ehepaars
von einigen blutsaugenden Killer-Fliegen angegriffen wurde, griff
die verzweifelte Mutter nach dem Heiligenbild des erwähnten
San Sisinnio. Sofort erschien eine riesige Spinne die den Fliegen
den Garaus machte. Seitdem wird der Heilige als Schutzpatron gegen
übersinnliche Mächte verehrt. Obwohl Hausteufel und Keiferinnen
ihr Unwesen schon lange nicht mehr in Villacidro treiben, ist trotzdem
noch heute von Hexen und Furien die Rede, wenn irgend etwas Unerklärliches
oder Unheimliches geschieht.
Text: Andrea Behrmann
Letztes Update: 25. Februar 2008
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