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Die achteckige Kuppel des Doms von
Oristano

Detail der Kuppel von San Francesco
Neben
diesen Highlights bietet Oristano noch einige weitere kulturelle Anlaufpunkte,
darunter beispielsweise die Pinacoteca, ein saniertes ehemaliges Mädchenheim,
das Gemälde von sardischen Künstlern ausstellt. Darüber
hinaus können noch weitere Kirchen besichtigt werden: Die Kirche
Santa Chiara in der Altstadt beispielsweise ist gänzlich im Stil
der französischen Gotik gebaut und angebunden an das zugehörige
Klarissenkloster. Auch San Martino hat eine lange Ordenstradition.
Die Kirche war ein Geschenk des Richters Pietro II. an die Benediktinermönche,
ging dann in die Hände der Dominikaner über und wird seit
1832 als Krankenhaus genutzt. Zu einem Komplex aus Kirche und Konvent
gehört die Chiesa del Carmine, die heute der Ort für die
wichtigsten kulturellen Veranstaltungen in Oristano ist. An der Eingangspforte
der Kirche ist noch immer das Wappen des Hauses Arcais zu sehen, das
den Bau des Gebäudes in Auftrag gegeben hat.

Corso Umberto: Die Einkaufsmeile von Oristano
Kirchen, Kunst und Kultur: Oristano hat überraschend viele Sakralbauten
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Oristano ist ein malerisches Städtchen, das bei genauerem Hinsehen
noch viel von seiner bewegten
Geschichte zu zeigen hat. Die Altstadt von Oristano lädt zu
einem gemütlichen Spaziergang bei dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
bequem zu Fuß erreicht werden können. Idealer Ausgangspunkt
ist die Kathedrale in der Via Duomo.

Die
Piazza Roma mit dem ehemaligen Wehrturm Porta Manna
Größere
Kartenansicht
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Die
Kuppel der Cattedrale di Santa Maria Assunta
ragt hoch über die Dächer der Stadt und ist schon von weitem
zu sehen. Der gotische Dom wurde um 1228 von Marianus II.
in Auftrag gegeben und auf dem Fundament einer byzantinischen
Klosteranlage gebaut. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts
wurde der Dom, der durch die verschiedenen Eroberer mehrmals
zerstört worden war, restauriert und der gotische Stil verlor
sich immer mehr. Einziges Überbleibsel dieser Zeit ist die
Capella del Rimedio, der untere Bereich des Glockenturms,
der mit Marmorfragmenten gestaltet ist. Im Dominneren fällt
sofort die außergewöhnliche achteckige blaue Kuppel
auf, die mit einem goldenen Sternenhimmel geschmückt ist.
Auch die hellgelben Deckengewölbe mit verschiedenfarbigen
Verzierungen sind überaus beeindruckend und bilden einen farblichen
Gegensatz zu dem Rest des Doms, der größtenteils mit rotem
und weißem Marmor gestaltet ist. Der Reiz der Cattedrale di
Santa Maria besteht vor allem in der Mixtur verschiedener
Stile, von Barock über Neoklassizismus bis hin zu
zeitgenössischen Elementne. Früher diente der Dom in erster
Linie den Richterfamilien als Grabstätte. Heute ist er ein
Anlaufpunkt für Gläubige, Kunstliebhaber und Kulturinteressierte. |
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Schräg gegenüber der Kathedrale, in der Via San'Antonio, befindet
sich die Kirche San Francesco. Die ehemalige Klosteranlage
des heiligen Franziskus aus dem 14. Jahrhundert ist heute
nicht mehr erhalten. Die helle, neoklassizistische Kirche
wurde 1838 von dem cagliaritanischen Architekten Gaetano Cima
erbaut und beherbergt eine kostbare Besonderheit: das so genannte
Nikodemus-Kruzifix. Es befindet sich gleich
links neben dem Eingang im Inneren der Kirche und ist in seiner
beeindruckenden Größe nicht zu übersehen. Der Name Nikodemus-Kreuz
bezieht sich nicht auf den Schaffer des Kruzifix, denn dieser
ist leider unbekannt. Vielmehr geht er auf einen jüdischen
Gelehrten aus dem Johannes-Evangelium zurück, der den gekreuzigten
Jesus in derselben Perspektive gesehen hat, wie der Betrachter
des Werkes es tun soll. Das bereits um 1350 entstandene Nikodemus-Kreuz
gilt als Vorbild für eine Reihe von Kruzifixen der Folgezeit,
darunter auch ein Kreuz im Kölner Dom.
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Nicht weit von San Francesco befindet sich die Piazza Eleonora
d'Arborea, die ganz der Richterin
und Volksheldin von Oristano gewidmet ist. Mitten auf
dem Platz ist eine große Marmorstatue von Eleonora d'Arborea
zu sehen, die von dem florentinischen Bildhauer Ulisse Cambi
geschaffen und 1881 feierlich eingeweiht wurde. Auf der Piazza
findet man gemütliche Bänke, Bars und Cafès, die zu einem
kleinen Schwätzchen einladen. Angrenzend beginnt die Einkaufsmeile
Corso Umberto, in der auch Shopping-Fans auf ihre
Kosten kommen. Rund um die Piazza Eleonora befinden sich verschiedene
Palazzi, darunter beispielsweise der Palazzo Colonna,
der Sitz des Stadtrats, der Palazzo degli Scolopi,
eine ehemalige Synagoge, der neoklassizistische Palazzo Carta-Corrias,
Palazzo De Castro und schließlich der Palazzo D'Arcais,
der erste Adelspalast der Stadt. Ganz in der Nähe der Piazza
Eleonora d'Arborea, in der Via Parpaglia, steht der Palazzo
Eleonora, das angebliche Wohnhaus der Volksheldin. |
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| Rund um Oristano befand sich
zu Zeiten Marianus' II. eine zwischen fünf und sechs Metern
hohe Stadtmauer mit 28 kleinen Türmen, die der Richter zur
Verteidigung erbauen ließ. Heute sind davon noch zwei Wehrtürme
erhalten: Der Torre San Cristoforo, auch
Torre di Mariano II. oder Porta Manna
genannt, befindet sich auf der Piazza Roma und ist eines der
ehemaligen Stadttore. Gegenüber der Via Mazzini ist ein weiteres
Relikt aus der Zeit Marianus' II. zu sehen, der Torre
di Portixedda. Der 8,80 m hohe Wehrturm war ursprünglich
viereckig, wurde aber während der spanischen Herrschaft umgestaltet
und hat bis heute seine runde Form behalten.
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In Oristanos Altstadt ist der
Parpaglia-Palast zu finden, der das Antiquarium Arborense
beherbergt. In dem Museum können Funde aus der Vor- und
Frühzeit der Region begutachtet werden, so auch Relikte
aus der phönizisch-römischen Stadt Tharros und eine
Sammlung von Tafelbildern aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
Besonders bekannt ist das Antiquarium Arborense aber für
seine einmaligen antiken Masken und Urnen aus Terrakotta
und Glas, die in Tharros gefunden wurden. Darüber
hinaus können eine Rekonstruktion der Stadt Tharros und
ein Modell des mittelalterlichen Oristano bestaunt werden.
Das Museum bietet Führungen auf Italienisch, Englisch
und Französisch an.
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Text, Recherche und Fotos: Julia da Costa
letzte Änderung: 04.03.2010
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