Immer wieder
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Heute ist die
Naturerscheinung nur noch in zwei Nuraghen zu sehen: Im Nuraghen
Aiga und im Nuraghen Isili
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Pietra -
Stein
Torre - Turm
Sole - Sonne
Raggi - Strahlen
Solstizio d'estate - Mittsommerwende
Cielo - Himmel
Luna - Mond
Stelle - Sterne
Luce - Licht
Estate - Sommer
Inverno - Winter
Comune di Abbasanta
Telefon:
+39/0785/54058
Knapp eine Stunde dauert das Phänomen zur Mittsommerwende:
Von 11.40 bis 12.30 Uhr ca.
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Sonne macht glücklich! Die Sonne erhellt unser Gemüt,
macht froh und belebt unser Glücksempfinden. Sie stimuliert
und aktiviert den Körper. Das müssen auch schon die Bewohner
der Nuraghen
gewusst haben, denn seit der frühen Bronzezeit sollen Priester
in ihnen Sonne, Mond und Sterne beschworen haben.
Die wuchtigen, an einen Kegelstumpf erinnernden Steinbauten zählen
zu den bekanntesten und interessantesten Kulturdenkmälern Sardiniens.
Ihre Türme, Kammern, Wendelgänge, Nischen, Stufen und
Plattformen geben schon seit Jahren Anlass für allerlei Spekulationen,
wenn es um die Deutung ihrer Nutzung geht. Wirklich weiß man
bisher kaum mehr, als dass die konischen Rundtürme den bronzesteinzeitlichen
Nuraghern offenbar auch als Kur- und Heilstätten, sowie als
Kalender dienten, von denen Priester und Gelehrte astronomische
Beobachtungen anstellen konnten. Inmitten der Hochebene von Abbasanta
liegt der eher unscheinbare Rundturm Aiga in dem ein besonderes
astronomisches Phänomen beobachtet werden kann.

Für eine kultische Bedeutung der Nuraghen fehlen die Beweise,
doch für viele Menschen fällt im kleinen und unscheinbaren
Nuraghen Aiga die Lebensenergie gewissermaßen vom Himmel.
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Der Nuraghe Aiga bestand ursprünglich aus drei Außen-
und einem zweistöckigen Hauptturm. Um ihn herum befand
sich eine relativ große Siedlung. Heute sind nur noch
wenige Reste davon zu sehen.
Jedes Jahr am 21. Juni, wenn die Sonne ihren höchsten
Stand am Zenit erreicht hat, finden zahlreiche Menschen den
Weg zu diesem Nuraghen, um die Sonne anzubeten, Energie zu
tanken, sich der Erde und ihren Kräften nahe zu fühlen
und den Nuraghern aus grauer Vorzeit ihre Ehre zu erweisen.
Zur Mittsommerwende wirft die Sonne ihre Strahlen durch eine
kleine dreieckige Öffnung in der Decke des Hauptturms
und trifft eine eigens darauf eingerichtete Nische in der
Felswand. Wie jedes Jahr zur Mittsommerwende ist auch Arianna
Mendo aus Palau von der "Associazione Uomo Natura Energia"
vor Ort, um Energie zu tanken. Sie beteuert: "Dieses
Phänomen im Nuraghe Aiga ist ein Beleg für die kultische,
religiöse und astronomische Bestimmung der Nuraghen."
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Wer nach oben schaut, erkennt die dreieckige Öffnung
in der Decke des Nuraghen, durch die die Sonnenstrahlen in
den Nuraghen treffen. Zur Mittsommerwende kurz vor zwölf
Uhr Mittag treffen die Strahlen für etwa eine Stunde
gebündelt eine Nische in der Wand: Eine lebensenergiespendende
Mittagssonne vom Himmel, die Körper, Seele und Geist
stärkt, Gefühle in Balance bringt und Gedankenformen
ausgleicht. Die Kraft der Sonne verstärkt die Verbindung
des Menschen mit dem Kosmos und der universellen Lebensenergie.
"Das Phänomen", erklärt Frau Mendo, "wiederholt
sich zur Wintersonnenwende, doch nicht wenn die Sonne ihren
höchsten Stand erreicht hat, sondern bei Sonnenaufgang.
Am 21. Dezember treffen die Strahlen die Wandvertiefung dann
nicht von der Öffnung in der Decke, sondern vom Eingang
aus".
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"Die Nuraghen hatten oben eine Aussichtsterrasse, von
der man Sterne und Sternenbilder beobachten konnte,"
erklärt Frau Mendo weiter. "Die Nuraghen waren Sonnenanbeter,
ihre wuchtigen Rundtürme keine Befestigungsanlagen sonder
Kalender, Kult- und Heilstätten."
Aufmerksam
auf dieses Phänomen wurden vor etwa dreißig Jahren
die Forscher Carlo Maxia und Lello Fadda. Bei der Untersuchung
vieler sardischer Ausgrabungsstätten stellten sie fest,
dass sich bei einigen Nuraghen der Schlussstein des Rundturms
entfernen ließ.
Anfahrt: Von Abbasanta aus auf die Straße
Richtung Santulussurgiu fahren und dann der Ausschilderung
folgen. |
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Letzte Änderung: 21. Juli 2005
Text und Fotos: Andrea Behrmann
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