Immer wieder Sardinien. Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:
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Zona umida - Feuchtgebiet
Stagno - Weiher
Fertile - Fruchtbar
Palude - Sumpf
Bonifica - Urbarmachung
Diga - Deich
Villaggio - deutsch
Municipio - Rathaus
Chiesa - Kirche

Virginio
Porcu schwelgt in Erinnerungen

Detail eines Daches
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Ferien in Arborea, und man glaubt, im norditalienischen Padanien
zu sein, jenem gepflegten und fruchtbaren Gebiet Italiens, das der
Politiker Umberto Bossi zu seinem Streitross seiner norditalienischen
Autonomiebewegung gemacht hat. Ein Blick aus dem Autofenster über
die Häuserfassaden oder auf die sauberen Straßen und
schon hat man ein neues, ein ungewöhnliches Sardinien entdeckt.
Entwässerungskanäle ziehen sich durch die Landschaft,
gesäumt von Pappelreihen. Gegründet wurde das Dorf erst
1928, denn vorher war die Landschaft nur ein weiter Sumpf.

Die
Piazza Maria Ausiliatrice in Arborea 1919 begannen die
Sarden mit der Trockenlegung und Nutzung des Gebietes. Virginio
Porcu kann sich nicht mehr genau daran erinnern, doch es muss 1923
oder 1925 gewesen sein. Sein Vater wurde damals, zusammen mit anderen
3000 Männern, von der staatlichen Società di
Bonifica angeheuert, um auf Wunsch Mussolinis den Prozess
der Entwässerung und Kultivierung zu beschleunigen. Es war
ein Segen für den Bauern aus Mogoro. Zehn lange Jahre schuftete
er hier. Man arbeitete mit Pickel und Schaufel, ohne große
Hilfsmittel. Nach den ersten Silos entstanden bald auch Häuser
und Villen für die Verwaltungsangestellten, später dann
auch Wohnungen für die Arbeiter. Mussolinia
hieß die aus dem Nichts gestampfte Stadt damals. Sie ist mit
ihren dem Bauhaus nachempfundenen Gebäuden und den streng symmetrisch
angelegten Straßen völlig unsardisch. Straßennamen
gab es übrigens damals auch nicht, sie wurden einfach nur durchnumeriert
- von 0 bis 30.

Kleiner Plausch mit Virginio, Costantino und Aldo Im
Gemeindehaus, in der Via Omodeo, kann eine Sammlung interessanter
archäologischer Funde besichtigt werden, die allesamt während
der Bauarbeiten zur Trockenlegung gefunden wurden. Auch ein Blick
in die ehemalige "Casa del fascio", neben dem Gemeindehaus,
lohnt sich. Außerdem, sollte man sich die typischen Spezialitäten
Arboreas nicht entgehen lassen: Vor allem die vielen verschiedenen
Käsesorten und die zuckersüßen Wassermelonen.
Text: Andrea Behrmann
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