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Immer wieder Sardinien! Was gibt es hier Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:
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Die Valle dei Nuraghi genannte Hochebene liegt an der Fernstraße von Sassari nach Macomer Sardinien Foto
Die Valle dei Nuraghi genannte Hochebene liegt an der Fernstraße SS 131 von Sassari nach Macomer



Erloschene Vulkankegel im Tal der Nuraghen Sardinien Foto Erloschene Vulkankegel im Tal der Nuraghen




Unterkünfte in der Marghine & Planargia:
Hotel in Santulussurgiu
Ferienhäuser in Bosa
Unterkünfte in Olmedo

Unser Tipp:

Agriturismo Sa Murta in Sennariolo


Wichtige Adressen:
Info: Cooperativa La Pintadera
Via Carlo Felice, 143 - 07048 Torralba (SS)
Tel. +39/079 847145 und +39/079 847298
E-Mail: nuraghes.antine@tiscali.it
Web: www.nuraghesantuantine.it

Die Ausgrabungsstätte um den Nuraghen Santu Antine ist ganzjährig geöffnet: Ab 9 Uhr bis Sonnenuntergang, im Sommer bis 20.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt ca. 3 Euro und die Eintrittskarte ist auch für das nahegelegene Museum in Torralba gültig (wird zur Zeit renoviert)




Nuraghe Oes bei Giave im Valle dei Nuraghi, sardinien Foto
Überwuchert von Hecken und stacheligen Büschen, ganz als wolle die Natur die zahlosen Geheimnisse der Nuraghen bewahren




Sind die Hochplateaus rund um das Valle dei Nuraghi die natürlichen Vorbilder für die Nuraghenbauten?




Der Nuraghe Oes im Tal der Nuraghen liegt auf dem Gemeindegebiet von Giave

Wie heißt das auf Italienisch?
Paese - Dorf
Casa - Haus
Vicolo - Gasse
Cortile interno - Innenhof
Scavi - Ausgrabung
Torre - Turm
Altopiano - Hochebene
Sella - Sattel
 






Der Pedra Mandarza thront über dem Campo Giavese


Pedra Mandarza, auch Pedra Mendalza genannt Giave Sardinien Foto
unzählige Krähen und Habichte nisten in den steilen Wänden des Pedra Mandarza, auch Pedra Mendalza genannt


Pinnettas: Die sardischen Schäferhütten Sardinien Foto Giave
Pinnettas: Die sardischen Schäferhütten finden heute als Stallungen Verwendung
 
Einsamkeit, Ruhe und jahrtausendalte Geheimnisse im Tal der Nuraghen

Einsam weht ein lauer Sommerwind über die goldgelben Stoppelfelder des Tals der Nuraghen, einem weiten Hochtal auf halber Strecke zwischen Sassari und Macomer. Nur ein paar verstreute Bauernhöfe und einen einsamen Bahnhof gibt es hier, der fast fünf Kilometer von der nächstgelegenen Ortschaft Torralba entfernt liegt. Weite Kornfelder, niedrige, von Brombeeren und wilden Pistazien überwucherte Steinmauern, vereinzelte, krumme Steineichen stehen weit verstreut in dem flachen Tal. Ringsum erheben sich wuchtige Tafelberge und ehemalige Vulkankegel, die seit Urzeiten erloschen sind.
. Einsamkeit, Stoppelfelder und mehere Duzend urzeitliche Turmbauten Das Valle dei Nuraghi  auf Sardinien. Foto
Einsamkeit, Stoppelfelder und mehere Duzend urzeitliche Turmbauten: Das Valle dei Nuraghi

Heute zeugt kaum mehr etwas davon, dass das Hochland eines der Zentren der sardischen Hochkultur war. Mehrere Dutzend Nuraghen und zehn Nekropolen liegen auf der Ebene verteilt: Eine bronzezeitliche Ansiedlung mit Steintürmen, geschäftigen Höfen, Läden und Wohnhäusern, betriebsamen Bronzegießereien und Tonmanufakturen.

uraghen Santu Antine nennen die Sarden ehrfurchtsvoll auch Haus des Königs Sardinien Foto
Den Nuraghen Santu Antine nennen die Sarden ehrfurchtsvoll auch Haus des Königs. Der christliche Name Santu Antine leitet sich von San Costantino ab


Am Eingang des Tals liegt ein urzeitliches Kastell, dass die Sarden ehrfurchtsvoll Sa domo de Su Re, "Das Haus des Königs" nennen: Den Nuraghen Santu Antine. Die bronzezeitliche Trutzburg, die einst bis zu 25 Meter hoch war, stammt zum Großteil aus dem 16. Jahrhundert vor Christus. Bis 1935 lag ein Großteil der Burg unter Schutt begraben und erst im Laufe des vergangenen Jahrhunderts teilweise freigelegt.
Um das mächtige Bauwerk aus dunklem Basaltgestein mit seinem großen, ursprünglich drei Stockwerke hohen Hauptturm mit über 10 Metern Basisdurchmesser wurden drei wuchtige Bastionen mit runden Wehrtürmen errichtet: Eine wahre Festungsanlage mit zwei Brunnen und zentralem Innenhof.
Um den Nuraghen herum entstand eine kleine Siedlung, von der bis heute nur 14 Rundhäuser ausgegraben sind. Bei einer Besichtigung kann man die dunklen Wehrgänge erforschen und die alten, schneckenförmigen Steiltreppen bis auf den zweiten Stock des Steinturms erklimmen.
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Die Nurgahen Oes und Santu Antine Sardinien
Die Nurgahen Oes und Santu Antine liegen nur etwa 800 Meter voneinander entfernt

In Sichtweite zu Santu Antine ragt ein weiterer Turmbau aus er Landschaft hervor: Der Nuraghe Oes, mit seiner von orange-gelben Flechten bewucherten, eindrucksvollen Rundmauer. Obwohl gut erhalten, ist Oes bis heute kaum erforscht.
Lässt man seinen Blick über das weite, flache Tal schweifen, tauchen immer mehr Nuraghen in der Ferne auf: Mehr als dreißig Bronzezeit-Türme zählt man heute im Valle die Nuraghi und dem angrenzenden Landstrich Campo Giavesu. Man vermutet, dass die Nuraghen in späteren Zeiten als Steinbruch für Stallungen und Feldbegrenzungen dienten und viele Steinklötze als Baustoff für die nahe Fernstraße Carlo Felice verwandt wurden. Schon die Römer errichteten auf der Siedlung um Santu Antine einen Bauernhof mit umfangreichen Stallungen und nutzen dazu die uralten Bauelemente des Nuraghen.


Marghine-Planargia: Eine Runde Entspannung auf einer größeren Karte anzeigen


Doch auch die verbliebenen Überreste der Urzeitbauten haben heute noch etwas Geheimnisvolles: Ganz und gar überwuchert von Hecken und stacheligen Büschen, kommt man als Besucher kaum an sie heran, ganz als wolle die Natur dabei helfen, ihre zahllosen Geheimnisse zu bewahren. Denn bis heute weiß man nicht, woher die Nuragher kamen, wer für den Untergang der frühen sardischen Hochkultur verantwortlich war, noch, woher sie ihre Bautechnik kannten und die Inspiration für ihre Turmbauten nahmen.


Vielleicht gibt ein genauer Blick in das Tal der Nuraghen ja Aufschluss: Spitze Bergkuppen und niedrige flache Tafelberge erinnern an die Form von Nuraghentürmen und ihren Seitenflügeln.
Aufschlussreich ist auch der Anblick des Felsturms Pedra Mandarza am südöstlichen Teil der Ebene. Die fast hundert Meter hohe Felsspitze thront seit Jahrtausenden majestätisch über dem Hochtal. Der rotbraune Monolith, der wuchtig aus einem grünen Hang hervorsticht, scheint das natürliche Vorbild für einen Nuraghen zu sein. In Wirklichkeit handelt es sich aber um eine Lavanadel, also den erodierten Schlot eines längst erloschenen Vulkans.


Pinnettas bei Giave: Die Steinhütten wurden früher von Wanderschäfern als Unterschlupf genutzt. Sie erinnern in Form und Bauweise an urzeitliche Nuraghenhäuser

Ob sich die Urzeitsarden beim Bau der Nuraghen an diesen Naturdenkmalen inspirierten, ist natürlich reine Spekulation.
Um so deutlicher ist aber, dass sich die sardischen Schäfer der Neuzeit beim Bau ihrer Schäferhütten an den dreitausend Jahre alten Nuraghenbauten anlehnten: Die Schutzhütten aus Steinplatten, die die Schafhüter in den letzten Jahrhunderten in weiten Teilen Sardiniens errichtet haben, gleichen den einfachen Bronzezeitbehausungen, wie sie rund um große Nuraghenfestungen zu finden sind, bis ins Detail. Besonders schöne Pinnettas, so der sardische Name der Schutzhütten, gibt es am Rand des Tals an der Straße Richtung Giave zu sehen. Sie werden bis heute als Stallungen für Schafe und Ziegen genutzt. So lebt im Tal der Nuraghen heute noch leise das Erbe der geheimnisvollen Urzeitsarden weiter.
Nur das Zirpen von ein paar Heuschrecken unterbricht die einsame Stille der Ebene. Und paar Stunden rattert der klapprige Bimmelbahn der italienischen Staatsbahnen quer durch das Tal der Nuraghen.

 

Texte: Andrea Behrmann und Timo Gerd Lutz, Fotos: Michael Mueller (2), Timo Gerd Lutz

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