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Hinterhof in Santu Lussurgiu


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verwinkelte Gasse in der Altstadt


steil und gewunden sind die Straßen des Dorfes. Viele Davon sind Sackgassen-deshalb das Auto am besten an der Hauptstraße stehen lassen


schwarzbrauner Anglo-Araber
aus Santu Lussurgiu

Wie heißt das auf Italienisch?
Paese - Dorf
Casa - Haus
Vicolo - Gasse
Cortile interno - Innenhof
Cavallo - Pferd
Fantino - Jockei
Frustino - Reitpeitsche
Sella - Sattel
 


In dem kleinen Tal kurz hinter Santu Lussurgiu versteckt sich der Wasserfall Sos Molinos



 
Santu Lussurgiu: Kunsthandwerk, Pferde und Wasser

Es gibt nur wenige charmante Orte auf Sardinien, dessen Schönheit so verzaubert wie Santu Lussurgiu. Das finden auch die Lussurgesi, die vom halbkreisförmig angelegten Ort an der Ostflanke des Monte Ferru wie in einem Amphitheater auf dichte Steineichen- und Kastanienwälder schauen. Der Ort wurde nämlich in einem ehemaligen Vulkankrater errichtet. Die Altstadt aus turmförmigen Häusern, steilen und engen gepflasterten Straßen erinnert an die Vergangenheit, als adelige und reiche Familien aus der Umgebung hier Sommerfrische machten.
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Wie in einem Amphittheater liegt Santulussurgiu in einem erloschenen Vulkankrater

Und damals wie heute lieben die Lussurgesi ihre Pferde.
Die meist braunen oder schwarzbraunen Anglo-Araber aus sardischer Zucht haben schon so manches mal für Aufsehen gesorgt: In Sportprüfungen und auf regionalen sowie nationalen Zuchtschauen.
Ihren orientalischen Einschlag bekamen die etwa 156 - 165 cm großen Pferde wahrscheinlich schon unter der Sarazenenherrschaft, als die bodenständigen Rassen mit orientalischen Tieren gekreuzt wurden. Doch erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Rasse durch die Zufuhr arabischer Hengste wieder aufgebaut und weiter veredelt.
Die soliden Tiere mit hervorragenden Springverhalten wurden noch bis vor wenigen Jahren als Zugtier und Fortbewegungsmittel genutzt.
Heute lebt das 2600 Einwohner zählende Bauern- und Hirtendorf vor allem auch vom alten Handwerk rund um Pferd und Jockei: Neben Sattel-Zubehör, Pferdehalfter, Reitgerten, Reitzügel werden auch Gamaschen, Beinschutz, Reitstiefel, Bekleidung und alles hergestellt.
Santu Lussurgio ist aber auch für ein anderes Kunsthandwerk berühmt: Die handgeschmiedeten Kunstmesser mit Klingen aus Edelstahl und Griff aus Schafbockhorn - das wichtigste Werkzeug der Sarden! Die „Resolzas“ findet man in Santu Lussurgiu in einer einzigartigen Auswahl.





Jedes Jahr wenn der Fasching sich ankündigt, belebt zudem ein besonderes Pferderennen dieses Dorf in der Provinz von Oristano: "Corse a pariglia in Sa Carrela 'e nanti". Heerscharen von Sarden und Urlaubern zieht es dann hierher.
Da schwingen sich waghalsige, in bunte traditionelle Kostüme gehüllte Reiter auf den Sattel und preschen mit einem Affenzahn durch eine enge Gasse - die zentrale Via Roma - dem Ziel entgegen.
Neben dem Rennen zeigen die tapferen Reiter auch kleine Kunststücke auf dem Rücken ihrer Pferde.

Der Wasserfall Sos Molinos
Auf dem Weg von Santu Lussurgiu Richtung Süden liegt ein kleiner unauffälliger Parkplatz, von dem ein steiler, aber gesicherter Pfad zu dem kleinen Wasserfall "Sos Molinos" zu deutsch "die Mühle" führt. Eingerahmt vom satten grün der Korkeichen und Schlingpflanzen stürzt sich ein kleiner Bach aus dem Monte Ferru sechs Meter tief in ein seichtes Becken.
Sos Molinos liegt bereits auf dem Gemeindegebiet von Bonarcado, aber nur 2 Kilometer vom Ortsrand von Santu Lussurgiu entfernt.




San Leonardo di Siete Fuentes
Auf dem Weg Richtung Cuglieri liegt der kleine Kurort San Leonardo di Siete Fuentes. Der Ort ist auf der ganzen Insel für sein Mineralwasser bekannt, dass hier aus sieben Quellen entspringt (daher der Name Siete Fuentes). Sarden aus der ganzen Gegend kommen hierher, um das besonders schwermetallarme Wasser abzufüllen. Die Quellen bilden einen kleinen Bach, der am Rande der Hauptstraße zu einem kleinen Teich aufgestaut wird. Hier steht auch ein ehemaliges Konvent und Hospital, das von den Pisanern im 13. Jahrhundert dem Johanniterorden übertragen wurden. In der romanisch-pisanischen Kirche, die davon noch übrig geblieben ist, sind deshalb noch heute zahlreiche Abzeichen der Malteser zu sehen.
Am ersten Sonntag im Juni wird in San Leonardo die bedeutendste Pferde-Schau der Insel abgehalten.

Texte: Andrea Behrmann und Timo Gerd Lutz, Fotos: Michael Mueller (2), Timo Gerd Lutz

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