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Nuraghe Aiga, Sardinien Provinz Oristano Foto
Ein Teil der Basalttreppe wird von einer spiegelbildlichen Stufendecke versteckt



Unterkünfte rund um Paulilatino:
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Albergo Diffuso in Santulussurgiu

Unser Tipp:

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Wie heißt das auf Italienisch?
Scavi - Ausgrabungen
Pozzo sacro - Brunnentempel
Gradini - Stufen
Recinto - Abgrenzung
Pozzo -
Brunnen
Acqua
- Wasser
Specchiarsi - spiegeln
Nuristenes - Pilgerhütten
Sacro - heilig
Estate - Sommer
Inverno - Winter

   

Wichtige Adressen:
Archeotour Soccoop Arl
Località Santa Cristina
09070 Paulilatino (OR)
Tel./Fax: +39/0785/55438
 


Pozzo di Santa Cristina bei Paulilatino: Auf den Spuren vorchristlicher Wasserkulte

Lange bevor das Christentum die Insel eroberte, haben die Nuragher Quellen, Brunnen und andere Gewässer verehrt, denn Wasser bedeutete Leben und Wachstum. Sie verstanden die Quelle als heiligen Ort an dem Götter wirken und errichteten dort Gotteshäuser in denen sie kultische Rituale vollzogen. Zudem offenbarten ihre Bauten ein ganz eigenes mathematisch-messtechnisches und vor allem himmelskundliches Wissen.

Das Brunnenheiligtum von Santa Cristina bei Paulilatino, das zu den schönsten Kultstätten Sardiniens zählt, sollen die Nuragher schon im 1. Jahrtausend v. Chr. errichtete haben. Von oben betrachtet ähnelt der Brunnentempel, der von einer niedrigen Mauer umgeben ist, der Frontalansicht eines Schlüssellochs. Über eine kleine Vorhalle führen 25 mit höchster Präzision angefertigte Basaltstufen hinunter in den tholosartigen Brunnenschacht zur unterirdischen Quelle.

Sardinien, Pozzo di Santa Cristina bei Paulilatino
Die tholosartige Öffnung über die sich das Mondlicht periodisch im Quellwasser des Brunnenheiligtums von Santa Cristina spiegelt

Wie an anderen Quellen und Gewässern der Insel wurden auch in Santa Cristina zahlreiche geopferte Bronzestatuetten gefunden. Die Figuren stellen Göttinnen und Götter, Menschen in ihrer typischen Bekleidung, aber vor allem Krieger dar. Einige Astronomen haben daneben in einer aufwendig angelegten Forschungsarbeit dokumentieren können, dass sich der Mond alle 18 Jahre und 6 Monate Ende Dezember / Anfang Januar im Quellwasser des heiligen Brunnen spiegelt. Diese Gesetzmäßigkeit lässt die Wissenschaftler darauf schließen, dass die Nuragher astronomische Beobachtungen betrieben. Aus der Betrachtung des Himmels zogen sie aller Wahrscheinlichkeit nach Ihre Schlüsse über die Naturgesetze.
Das Brunnenheiligtum liegt in einem mehr als 10 ha großen Park mit zahlreichen alten Ölbäumen und ist von einem großen Tempelbezirk umgeben. Reste der Grundmauern von Pilgerhütten und Verkaufsständen sind noch heute zu erkennen. Unweit des Brunnentempels liegt zudem die kleine Feldkirche von Santa Cristina. Sie ist von den sogenannten Muristenes oder Cumbessias, den Behausungen der Pilger für die christlichen Feste im Mai und Oktober, umgeben.


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Auch wenn die Bedeutung einzelner Quellen auf Sardinien mittlerweile in Vergessenheit geraten ist, hat man auf der Insel bisher mehr als 50 heilige Brunnen gefunden. Neben dem Pozzo Sacro di Santa Cristina gehören der Pozzo Sacro Funtana Coberta bei Ballao, der Pozzo Sacro Is Pirois bei Villaputzu, der Pozzo Sacro Noddule bei Nuoro, die Fonte Sacra Su Tempiesu bei Orune, der Pozzo Sacro di Santa Vittoria bei Serri, der Pozzo Sacro Sa Testa bei Olbia und der Pozzo Sacro Predio Canapoli bei Perfugas zu den wichtigsten Brunnentempeln der Insel.

Text: Andrea Behrmann, Fotos: MMV. Letzte Änderung 22. Februar 2010.

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