Immer wieder Sardinien!
Was gibt es hier Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:

Mit dem Meerwasser-Kanu
durch den Felsbogen
Ganz Mutige stürzen sich vom Felsen
gekonnt in die Fluten
pietra calcare- Kalkstein
arco - Bogen
salto - Sprung
canoa - Kanu
limpido - klar, glasklar
porto - Hafen
Ponte - Brücke

In der Bucht lag
einst auch der wichtige Handeshafen Coracodes Limen

Der windgeschützte, hellgraue, zuweilen auch steinige Sandstrand
Spiaggia dell'Arco mit Blick auf den Felsbogen

Sonnenuntergang im Ferienort. S'Archittu
ist ein Ort mit dem Flair früherer Zeiten

Auf der kleinen, hübschen Strandpromenadein
S'Archittu trifft man sich nach dem Sonnenbad zum Shoppen und Plaudern
... oder zum Aperitif in der Bar
unter Palmen
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Ein bizarres Monument steht an der
sardischen Westküste, zwischen Bosa
und Oristano
gelegen: Der weiße Steinbogen S’Archittu. Ein flacher Kalkfelsen,
der in die Bucht hineinragt, ist auf halber Strecke ausgehöhlt
und formt so eine natürliche Brücke. Doch die Bucht hat
nicht nur dieses Naturschauspiel, sondern auch einen kleinen
Sandstrand und einiges an Geschichte zu bieten.

Beliebtes
Postkarten-Motiv: Der Felsbogen S'Archittu im gleichnamigen Ferienort
an der Westküste
Traumhaft liegt es da: Das beliebte Postkartenmotiv S'Archittu,
was auf Deutsch soviel wie "der kleine Bogen" heißt.
Umgeben von glasklarem, azurblauem Wasser, ist die Bucht von S'Archittu
nicht nur bei Badeurlaubern beliebt, sondern auch Angler, Taucher
und Paddelfreunde kommen hier auf ihre Kosten. Eine Ruderfahrt durch
den Naturbogen ist ein besonderes Erlebnis! Leih-Kanus und
Luftmatratzen gibt es im Sommer am Spiaggia-dell'Arco-Strand.
Wer das malerische Felstor erreichen will, stellt sein Auto auf
dem Parkplatz am nördlichen Ortsausgang ab. Von dort führt
ein gepflasterter Weg in wenigen Minuten zunächst zu einem
Aussichtspunkt und zum Spiaggia dell'Arco,
auf einem Trampelpfad dann weiter zum neun Meter hohen Felsbogen.
Die Jugendlichen der umliegenden Ortschaften stürzen sich hier
mutig und in hohem Bogen direkt vom Felsen in die klaren Fluten.
Nachahmer sollten beim Klettern auf die scharfen Kanten des Kalkgesteins
achten.
Die kleine Spiaggia dell'Arco mit
Blick auf den mächtigen Felsbogen
Der helle Steinbogen hat aber nicht nur dem Strand, sondern auch
dem schon ein bisschen in die Jahre gekommenen Ferienort
seinen Namen gegeben. Betritt man ihn, könnte man glauben,
hier sei alles vor zwanzig bis dreißig Jahren stehen geblieben:
Gepflegte Häuser und Immobilien im architektonischen Stil der
späten 1960er, 1970er aber auch 1980er Jahre reihen sich hier
ohne funktionelle Planung dicht an dicht. Auf der kleinen, hübschen
Strandpromenade wandelt man unter Palmen an Läden, Verkaufsständen,
Restaurants und Bars entlang.
In der Hochsaison herrscht allerhand Trubel - dann ist auch der
schöne, ockerfarbene, feinkörnige Hausstrand mit flachem,
glasklaren Badewasser gut besucht. Außerhalb der Saison ist
der Ferienort hingegen verlassen.

Der hübsche Hausstrand von S'Archittu
ist zur Saison immer gut besucht
In der Bucht von S'Archittu soll einst auch
Coracodes Limen, ein wichtiger Handelshafen, der lange
als unauffindbar galt, gelegen haben. Er war der Hafen der punischen
Stadt Cornus.
Die erste Erwähnung findet sich in einem Werk des römischen
Schriftstellers Titus Livius, der von der Eroberung Teilen Sardiniens
im Jahre 215 v. Chr. erzählt und den Hafen der Stadt als wichtigen
strategischen Eroberungspunkt nennt.
Auch der griechische Astronom Ptolemäus erwähnt die Hafenstadt
in seinem Buch „Geographie“, dem wichtigsten geografischen Werk
seiner Zeit. Die Kartografie von Ptolemäus erlaubte die genaue
Bestimmung der Position der Hafenstadt: Die Bucht von S’Archittu.
Leider wurden aber keine archäologischen Überreste gefunden.
Alle Hinweise auf die bedeutende Hafenstadt beschränkten sich
bis vor kurzem auf Beschreibungen von Wissenschaftlern, die sich
allesamt auf den griechischen Astronomen stützen: Giovanni
Francesco Fara erwähnt die Position von Coracodes Limen, auch
die bedeutenden Sardinien-Forscher Giuseppe Manno, Ettore Pais und
Alberto Lamarmora sind sich sicher, dass der Hafen von Cornus in
dieser Bucht lag.
Marghine-Planargia:
Eine Runde Entspannung auf einer größeren Karte anzeigen
Der deutsche Sardinien-Reisende
Heinrich von Maltzan zweifelte 1868 hingegen an seinen Kollegen:
„Cornus lag nicht am Meer und kann auch nie einen guten Seehafen
besessen haben, was aus der Beschaffenheit der Küste erhellt“.
In der Tat kann man sich nur schwer vorstellen, dass an dieser felsigen
Küste vor Urzeiten ein bedeutender Hafen gelegen haben soll.
Licht in den Gelehrtenstreit brachten erst Forschungen aus dem Jahre
1998: In zehn Metern Tiefe wurde ein in den Fels gehauener Kanal
gefunden, dazu Landungsbrücken, auf denen wohl Waren verladen
wurden und Passagierschiffe anlegten. Scherben und ganze Amphoren
weisen darauf hin, dass die heute so einsame Bucht einmal ein bedeutender
Handelshafen war. Zu sehen gibt es aus archäologischer Sicht
aber in der Bucht von S’Archittu leider nichts mehr.
Text: Andrea Behrmann, Timo Gerd Lutz.
Fotos: Paolo Succu
Letztes Update: 23. Juli 2009
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