Immer wieder
Sardinien! Was gibt es in der Gallura besonderes zu sehen? Wir zeigen
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Bizarre Granitfelsen im Valle della
Luna bei Aggius.
Weite Grasländer neben Steinwüsten:
Jede Landschaft im Valle della Luna ist anders.
Die kleine Granitsteinkapelle San
Fillippo im Herzen des Valle della Luna

Das Valle della Luna wird auch landwirtschaftlich genutzt

In den Bächen und Auen des Valle della Luna leben wilde Landschildkröten,
Zornnattern und Laubfrösche

Endlos viele Windkrafträder
thronen hoch über dem Mondtal
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Eine kleine Hochebene im Norden Sardiniens trägt einen magischen
Namen: Valle della Luna, Tal des Mondes. Der weniger poetische Name
der Landschaft bei Aggius lautet hingegen Piana dei Gran Sassi,
zu Deutsch Ebene der großen Steine. In der letzten Eiszeit
auf Sardinien haben Gletscher, Wind und Wetter hier bizarre Felsen
und Hügel geschaffen, massive, hausgroße Findlinge aus
Granitsein durch die Landschaft geschoben und Felsbrocken übereinander
getürmt. Sie bilden eine schier endlose Landschaft aus Granit,
Tafoni-Felsen und Steinplateaus, die überwuchert sind von ockergelben
und karminroten Flechten, Brombeerbüschen, Myrthenhecken, Ginster
und Schwarzdornbüschen.

Die bizarre Granitlandschaft Valle
della Luna entstand in der letzten Eiszei. Nicht zu verwechseln
ist das Mondtal bei Aggius übrigens mit der gleichnamigen Felsbucht
am Capo Testa bei Santa
Teresa Gallura oder der Cala
Luna am Golf von Orosei.
Hinter jedem Felsturm verbirgt sich eine andere Landschaft: Mal
eine Geröllwüste, unterbrochen von Mastixsträuchern
und Zistrosenbüschen, mal weite Grasländer, in der eine
Unzahl von Insekten, Schmetterlingen, Spinnen, Vögeln, und
Kleinsäugern leben. Dunkle Stein- und Korkeichenwälder
mit Farnen und Affodilllilien fehlen ebensowenig wie saftige Wiesen
und Felder, in denen einige Bauern Landwirtschaft betreiben. In
den Bächen und Auen des Valle della Luna leben wilde Landschildkröten,
Zornnattern und Laubfrösche. In den zahlreichen Fugen der Steinmauern,
die das Tal wie ein Netz überziehen, fühlen sich Eidechsen
und Salamander wohl.

Geröllwürste und sanfte
Hügel im Valle della Luna, im Hintergrund das Bergmassiv des
Monte Abbalata
Obwohl die Hochebene nordwestlich von Aggius ein einmaliges Naturparadies
ist, sind Landschaft und Natur hier nicht durch einen Naturpark
geschützt. Kuhweiden, Haferfelder und ein Granitsteinbruch
gliedern sich harmonisch in die Landschaft ein. Da die Wiesen und
Wälder aber von Bauern genutzt werden, sind viele Gebiete weitläufig
eingezäunt und wer hier wandern will, muss zwangsläufig
mit einer der vielen Stichstraßen und Feldwege Vorlieb nehmen.
Rundreise
Gallura: türkisblaues Meer neben Mondlandschaft
auf einer größeren Karte anzeigen
Ob diese Landschaft nun wirklich einem Tal auf dem Mond gleicht,
liegt im Auge des Betrachters. Die bizarre Landschaft der Hochebene,
eingebettet in die Berge der Gallura
mit Fernblick auf das gewaltige Limbara-Massiv
ist aber wirklich außergewöhnlich. Nicht von dieser Welt
scheinen jedenfalls die endlos aneiandergereihten Windkrafträder,
die Jahr ein Jahr aus auf den spitzen Bergrücken des Punta
Salici ihre Rotorblätter drehen.

Die bizarre Granitlandschaft
des Valle della Luna erreicht man über die Provinzstraße
SP74 von Isola
Rossa nach Aggius. Am nördlichen Ende des Tals befindet
sich eine Bar mit Aussichtsterrasse
auf das Mondtal
Text und Fotos: Timo Gerd Lutz. Zuletzt
aktualisiert von Andrea Behrmann am 25.11.2009
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