Unser Tipp:
Immer
wieder Sardinien! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen
zum Beispiel:
>> Der
Matrimonio Selargino
>> Das
Eisenbahnmuseum in Monserrato
>> Quartu S. Elena
>> Cagliari - Hauptstadt
von Sardinien
>> Portraits
- Künstler aus San Sperate

Die wunderschöne
Pfarrkirche in San Sperate
Wie heisst das auf Italienisch?
Paese - Dorf
Murales - Wandbilder
Artigianato - Handwerk
Paese Museo - Museumsdorf
Casa - Haus
Loggiato - Laubengang




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San Sperate ist das Dorf der Kunst: Unzählige
Wandbilder – ihre Zahl wird auf 320 geschätzt, meterlange Gedichte,
farbenprächtige Kompositionen, meisterhafte Skulpturen und
andere Kunstwerke zieren Häuser, Mauern, Gehsteige, Straßen
und Grünflächen der Gemeinde.
Das 7000 Einwohner zählende San Sperate liegt
etwa 20 Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Cagliari.
und ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zum größten
Freilichtmuseen der Insel geworden. Das Dorf ist seit 1968 Paese
Museo (Museumsdorf) und gibt jedem Dorfbewohner die Möglichkeit,
künstlerisches Schaffen öffentlich vorzustellen. Schöpfer
dieses Kulturprojektes ist der 1942 in San Sperate geborene berühmte
Bildhauer und Maler Pinuccio
Sciola.

Früchte-Skulptur in der Piazza von San Sperate
Der Weg in die Open-Air-Kunsthalle führt durch weite, flache
Landschaften, Pfirsichplantagen und Zitrusfrüchtehaine. Einmal
angekommen, gibt es Kreativität in vielfältiger Form zu
bestaunen: Wand- und Straßenmalereien, Skulpturen, Metall-Installationen,
Klang- und Megalithsteine. Führende zeitgenössische Künstler
sind neben Pinuccio Sciola auch Angello
Pilloni, Raffaele Muscas, Gianni
Pinna, Giampaolo Mameli, Mauro
Cabboi und Aldo Costa.
Die sozial engagierten Murales
(Wandbilder) stammen aus verschiedenen Zeiträumen. Sie dokumentieren
die Entwicklung des Bauerndorfes, zeigen geschichtliche Hintergründe,
geben Einblicke in das ländliche Leben und Arbeiten der Menschen,
entführen in eine längst vergangene Welt von alten Riten
und Bräuchen. Unter der Leitung von Pinuccio Sciola entstanden
1968 die ersten Murales, in denen sich die großen Themen des
sardischen Muralismo
abzeichneten: die Geschichte Sardiniens, die bäuerliche Kultur,
die enge Bindung der Bevölkerung an Acker- und Weideland und
die Alltäglichkeit.

Zum
Patronats- und Pfirsichfest putzt sich die Altstadt alljährlich
im Juli heraus
Eine besondere Attraktion sind die vielen Skulpturen, die berühmten
Klangsteine
Sciolas und ein Megalith-Garten im Dorfzentrum.
Der einzigartige Megalith-Garten ist das größte Bildhauerkunstwerk
Sciolas: Gemeinsam mit seinen Schülern und der Bevölkerung
hat der Bildhauer auf einer Grünfläche vorhandene große
Steine in Form gehauen. Die Skulpturen sollen Aufschluss geben über
Riten und Zeremonien der vergangenen sardischen Nuraghen-Kultur.
Mit seinen aufsehenerregenden Klangsteinen, die er seiner Gemeinde
zum Geschenk gemacht hat, verleiht Sciola der Natur eine Stimme.
Zu diesem Zweck schneidet er ganz dünne Linien oder Gittermuster
in die naturbelassenen Steine ein, die dann bei Berührung Klänge
erzeugen.
Doch die zahllosen Kunstwerke locken nicht nur Scharen von Besuchern,
sondern auch jedes Jahr viele Künstler in den Süden der
Insel. Im Oktober treffen sich in San Sperate italienische und internationale
Künstler in ausgelassener Stimmung zum Kulturaustausch im historischen
Stadtzentrum: No Arte heißt die Veranstaltung,
die aktives Handwerk und Kunst zum Anfassen, beispielsweise von
Paolo Fresu,
Mario Dondero, Attila Kleb, Judith Horváth, György Stalter,
Bernd Arnold und Pablo
Volta, bietet.
Pinuccio
Sciola in seinem Skulpturen-Garten mit seinen berühmten Klangsteinen
Ein weiteres Kulturfestival findet jedes Jahr Ende Juli statt. Unter
dem Titel Cuncambias bieten Künstler aus den
Bereichen Musik, Theater, Literatur verschiedene Beiträge zum
Thema Volkskunst. Alljährlich lockt das Dorf im Juli außerdem
mit einem ein großes Pfirsichfest - ein köstliches Fest
mit vielen kulturellen Events.
Das Kunst- und Künstlerstädtchen bietet aber auch noch
andere Sehenswürdigkeiten: In San Sperate,
mit dem romanischen Namen Civitas Valeria, befindet sich die hübsche
Chiesa San Giovanni Battista aus dem 16. Jahrhundert,
die Pfarrkirche aus dem 17. Jahrhundert und das
Heilige Kreuz zum Gedenken an die Opfer einer Flut
aus dem Jahre 1892. Fünf Nekropolen, ein Nuraghe und mehrere
Brunnenheiligtümer bezeugen zudem die lange Geschichte des
Kunststädtchens.
Im Jahr 2008 feierte der Muralismo in San Sperate 40-jähriges
Bestehen.
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Stefania
Aresu, Andrea Behrmann
Letztes Update: 17. Juli 2008
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