Unser Tipp:
Immer
wieder Sardinien! Was gibt es Besonderes zu sehen? Wir zeigen Ihnen
zum Beispiel:
>> Cagliari - Hauptstadt
von Sardinien
>> Cagliari
- Die Sagra di Sant'Efisio
>> Cagliari
- Die Saline von Santa Gilla
>> Der
Matrimonio Selargino
>> Das Museumsdorf
San Sperate
>> Das
Eisenbahnmuseum in Monserrato
>> Quartu S. Elena
>> Die schönsten Badeziele
>> Nightlife
an der Südküste

Für die Coppa
d'Oro del Litturia wurden dem Fiat 508 Balilla Sport motorradähnliche
Kotflügel angebaut, was dem Flitzer den Beinamen "Coppa
d'Oro" einbrachte
Wie heißt das auf
Italienisch?
Maccina d'epoca - Oldtimer
Circolo Automoto d’Epoca - Oldtimer-Club
Macchina - Auto
Moto - Motorrad
Distributore - Tankstelle
Raduno Automoto
d’Epoca - Oldtimer-Treffen

Fiat 500 C aus
dem Jahr 1953: Die dritte Modelvariante des Topolino erschien erstmals
1949 und wurde bis 1955 gebaut
Circolo Sardo Auto Moto d'Epoca S.C.Q.
Piazza Is Maglias, 8 - 09122 - Cagliari
Tel.: +39/070/288638
Web: www.automotodepocascq.it

Fiat 508 Viotto
aus dem Jahr 1933: Die 2-türige geschlossene Limousine gab es
in den Versionen Standard und Luxus

Ein Chrysler Spider
Six aus dem Jahr 1931: Lediglich drei Exemplare dieses Modells existieren
heute noch

Fiat 520 Torpedo
aus dem Jahr 1929: Die Staatskarosse diente auch schon Benito Mussolini
zu Repräsentationszwecken
Fiat 500 C Belvedere
aus dem Jahr 1954: Das 4-sitzige Fahrzeug sollte den Ansprüchen
nach mehr Sitzplätzen gerecht werden
Mercedes 280 SL
aus dem Jahr 1980: Das Team Vincis & Vincis hat mit wenigen Sekunden
Vorsprung das Coppa delle Dame gewonnen
|
|
Am 27. März 2010 erkundeten 32 Teams mit ihren polierten
Oldtimer-Limousinen aus den Jahren 1929 bis 1980 die frühlingshafte
Inselhauptstadt Cagliari.
Susanna Vincis hat die Oldtimer-Rallye Coppa delle Dame
für sich entschieden. Mit einer handvoll Sekunden Vorsprung
gewann die Sardin mit ihrem Mercedes 280 SL das 8. Oldtimer-Rennen.
Der Motor rasselt, die Ventile klappern, Cinzia Bruschetti sitzt
offen im Wind. Zwei Sitze, vier Räder und ein bisschen Verkleidung,
mehr hat er nicht, ihr knallroter, wendiger Kabrio Fiat
508 Balilla Sport. „Überrollbügel, Sicherheitsgurte,
Airbag und was sonst noch alles für die Sicherheit sorgen soll,
gab es 1935 nicht“, scherzt sie, „die offenen 2-Sitzer-Sportwagen
glichen eher rollenden Motoren mit Auspuff, aufgeschraubten Sitzen
und Pedalen für Kinderfüße.“

Der Fiat 508 Balilla Sport war nicht besonders schnell, dafür
aber sehr leicht und wendig
Ihr Mann, Antonio Saba, darf sich heute als Co-Pilot bewähren
und quetscht sich auf den Beifahrersitz. „Selbst wenn man nicht
weiß, wo man seine Beine lassen soll und einem bei dem Lärm
die Ohren wegfliegen, so geht von diesem schnurrenden Flitzer doch
ein unnachahmliches Flair und Fahrgefühl aus“, beteuert er.
Viel bequemer hat es da Cinzias Mutter. Sie sitzt mit ihrem Mann
in einem Fiat 508 Viotti. Die komfortable Limousine
aus dem Jahr 1933 ist mit seiner eckigen Karosserie, den freistehenden
Kotflügeln und dem senkrecht im Wind stehenden Kühlergrill
ein Vertreter der klassischen Fiat 508 Formen.

Beim
Oldtimer-Rennen in Cagliari gehörten die Straßen der
Inselhauptstadt den Damen
Null winddicht ist hingegen der offene 4-türige Fiat
520 Torpedo aus dem Jahr 1929. Das Modell gehörte
zu den luxuriösesten Fahrzeuge der Vorkriegsjahre und diente
schon dem italienischen Diktator Mussolini zu Repräsentationszwecken.
Heute fährt ihn Cinzias Onkel, da es im selben Rennen auch
eine getrennte Wertung für Herren gibt.
Angespornt hat ihn sein Bruder, Cinzias Vater Natale, ein leidenschaftlicher
Sammler mit Benzin im Blut. Der 79-Jährige ist Unternehmer,
hat aber Mitte der 1960-er Jahre Kfz-Mechaniker gelernt. Seitdem
sammelt er alte Autos und restauriert die zum Teil zerfallenen Karossen
vollständig. Ob Alfa Romeo, Fiat, Maserati, Renault oder Chrysler
- die Garage des ehemaligen Automonteurs ist ein kleines Automobilmuseum.
Etwas ganz Besonderes ist da auch der Chrysler Spider Six
aus dem Jahr 1931. „Von diesem Modell existieren lediglich noch
drei Exemplare auf der Welt“, schwärmt Natale stolz.
Beim
Oldtimer-Rennen in Cagliari gehörten die Straßen der
Inselhauptstadt den Damen
Insgesamt 16,2 Kilometer, sieben Prüfungen sowie vier Zeitmessungen
mussten die Pilotinnen und Piloten der gut erhaltenen, flotten Kisten
von Anno dazumal bewältigen, denn bei dem Coppa delle
Dame kam es auf Geschicklichkeit, Navigationsvermögen
und Regeltreue beim Tempo an.
Um 10.45 Uhr startete der sardische Abgeordnete Edoardo Tocco das
Rennen durch schwenken der Italien Flagge und die 32 Rallye-Fahrerinnen
und Fahrer schwärmten von der zentralen Via Roma im 1-Minuten-Takt
in verschiedene Richtungen aus. Über die Via Cocco Ortu, die
Viale Sant'Avendrace, den Largo Carlo Felice, den Piazza Yenne und
die Via La Playa ging es in drei Runden quer durch die Stadt. "Dabei
geht es weder um Bestzeiten, noch darum als Erster im Ziel zu sein",
erklärt Nello Alfano, Präsident des sardischen Oldtimer-Clubs
Circolo Sardo Automoto d’Epoca S.C.Q.. "Die
Schwierigkeit besteht vielmehr darin, den richtigen Weg zu finden,
zur richtigen Zeit an versteckten Durchfahrtskontrollen vorbeizufahren,
sich zu vorgegebenen Uhrzeiten einen Kassenbon ausstellen zu lassen
und konstant ein bestimmtes Tempo zu halten", beteuert er.
Dazu gehörte an einem normalen Samstagmorgen auch jede Menge
Glück im chaotischen Straßenverkehr der Inselhauptstadt!
Zudem war Präzision in der Zusammenarbeit zwischen Pilotin
und dem sekundenzählenden Co-Piloten gefragt - eine Herausforderung,
die nicht jedes Team zum ersehnten Sieg führte. Bei Susanna
Vincis und ihrem Vater hat es indes geklappt: Aus den verschiedenen
Wertungen ging das eingespielte Team am Ende des Tages in Capoterra
als Gesamtsieger hervor.
Nach Abschluss des Rennens feierten die Fahrerinnen und Fahrer Susannas
Sieg und ihren schnittigen Mercedes 280 SL bei
einem gemeinsam Festessen in Capoterra
und ließen die Oldtimer Rallye nach der Prämierung dann
entspannt ausklingen.
Cagliari
Sehenswürdigkeiten auf einer größeren Karte anzeigen
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Nicole Isabelle
Künstle, Andrea Behrmann
Letztes Update: 29. März 2010
<
zurück
|