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Die Legende von der Jungfrau von Bonaria
Im Jahre 1370
verließ ein Segelschiff einen spanischen Hafen und wurde auf
hoher See von einem schweren Sturm überrascht. In ihrer Not warfen
die Seeleute die gesamte Fracht über Bord, darunter eine schwere
Kiste. In dem Moment, als die Kiste das Wasser berührte, legte
sich wunderbarerweise der Sturm. Die Kiste wurde an den Strand von
Bonaria gespült, wo sie von den Brüdern des Klosterordens
„der Heiligen Jungfrau Maria vom Loskauf der Gefangenen“ gefunden
wurde. Sie enthielt eine Marienstatue, welche in der linken Hand das
Jesuskind und in der rechten eine brennende Kerze hält. Auf dem
Platz am Meeresufer erinnert eine Säule an die Fundstelle der
Kiste mit der heiligen Figur. Die 1,56 Meter große Statue der
Mutter Gottes besteht aus einem einzigen Stück Johannisbrotbaumholz.
Sie ist über dem Hauptaltar der Wallfahrtskirche aufgestellt.
Die Verehrung der Madonna von Bonaria ist auf der ganzen Insel und
sogar über Sardinien hinaus verbreitet. Vor allem den Seeleuten
gilt sie als Schutzheilige. Jedes Jahr feiert man in Cagliari
drei Feste zu Ehren der Madonna di Bonaria: Am 25. März, am 24.
April und am ersten Sonntag im Juli. Letztgenanntes mit einer feierlichen
Bootsprozession.

Blick von der Freitreppe auf die Basilika von Bonaria

An das Ufer vor Bonaria wurde der Legende nach die Madonnenfigur angeschwemmt
Das große Eingangsportal der Chiesa di Bonaria

Die Basilika von Bonaria ist eine der bekanntesten Kirchen Cagliaris
und Wallfahrtsort für viele Pilger
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Eine der bekanntesten Kirchen in Cagliari
und Wallfahrtsort für viele Pilger ist die Kirche von
Bonaria. Auf dem gleichnamigen Hügel im Osten der
Stadt thront weithin sichtbar ein Klosterkomplex, die große
Basilika, ein kleines Museum und der angrenzende Friedhof. „Bon
aria“ bedeutet soviel wie „gute Winde“ oder „gute Luft“ und bezieht
sich vermutlich auf die Lage des gleichnamigen Hügels: Vor
den Toren der stickigen, alten Stadt von Cagliari.

Die riesige Freitreppe vor der Kirche
von Bonaria wurde erst 1970 erreichtet
Geweiht ist der Kirchenkomplex der Madonna di Bonaria,
der Patronin der Seefahrer und höchste Schutzheilige von Sardinien.
Hinter der Jungfrauenverehrung steckt eine Legende aus dem 14. Jahrhundert,
nach der eine Marienstatue ein spanisches Segelboot vor dem Untergang
gerettet haben soll. Die Holzfigur wurde an das Ufer bei Bonaria
gespült, wo sie Mönche des Ordens Nostra Signora della
Mercede fanden. Zu Ehren dieses Wunders bauten die Mönche die
Basilika Nostra Signora di Bonaria (Unserer lieben
Frau von Bonaria) auf den Grundmauern einer aragonesischen Festungsanlage.
Die Kirche und das angrenzende Kloster wird noch heute von der Bruderschaft
geführt, deren Mitglieder die Marienstatue am 25. März
1370 fanden. Das Standbild, das angeblich schon manch eine Wunderheilung
vollbracht haben soll, wird jeden Tag von zahlreichen Pilgern besucht.
Am 24. April 1870 erhob Papst Pius X. die Madonna von Bonaria zur
höchsten Schutzheiligen von Sardinien. Mehrere Päpste
besuchten die heilige Stätte, neben Johannes Paul II. im Jahre
1985 auch
Papst Benedikt XVI. im Jahre 2008.
Die riesige Freitreppe vor dem Kirchenkomplex wurde erst 1970 anlässlich
der Sechshundertjahrfeier und des Besuchs von Papst Paul VI. errichtet.
Heute ist der monumentale Aufstieg eine beliebte Location für
Hochzeitsfotos.
Der Legende nach bewahrte Bonaria
auf wundersame Weise im Jahre 1370 ein spanisches Segelschiff auf
hoher See vor einem schweren Sturm
Die Madonna von Bonaria ist jedoch nicht
nur die Schutzheilige der Sarden und der Seefahrer, sondern auch
Namenspatronin der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.
Der spanische Konquistador und Gründer der Stadt, Pedro de
Mendoza war ein ausgesprochener Verehrer der „Jungfrau der guten
Lüfte“ von Cagliari. In
Argentinien hat man die Schutzheilige der Seefahrer nicht vergessen.
In Buenos Aires erinnert auf der „Plaza Cerdeña“ noch heute
eine Marmor-Kopie der Statue aus Cagliari
an das Wunder der Madonna von Bonaria.

Die Basilika wurde von Mönchen
des Ordens Nostra Signora della Mercede auf den Grundmauern einer
aragonesischen Festung gebaut
Wallfahrtskirche
Die Wallfahrtskirche von 1326 ist das erste Bauwerk im gotisch-katalanischen
Stil auf Sardinien. Der Glockenturm ist ein Teil einer früheren
Festungsanlage. Ein kleines Schiff aus Elfenbein aus dem 15. Jahrhundert
hängt über dem Altar und zeigt angeblich die Winde des
Golfo degli Angeli an. Eine noch ältere Madonnenstatue,
die „Madonna del Miracolo“, befindet sich in der ersten Seitenkapelle
rechts. In einem kleinen Raum bei der Sakristei werden Dutzende
von Krücken dankbarer Geheilter aufbewahrt. Neben anderen sehenswerten
Objekten befindet sich in einem angrenzenden Korridor die sagenhafte
Kiste, die im Jahre 1370 an den Strand gespült wurde und die
Madonnenstatue enthielt. Im Museum, untergebracht im alten Kreuzgang
des Klosters, sind weitere Geschenke von Gläubigen an die Madonna
ausgestellt. Darunter sind zahlreiche Schiffsmodelle, Ketten von
Sklaven, Geschenke von Königen, Prinzen und Päpsten, Trikots
bekannter Sportsidole sowie archäologische Funde.
Cagliari
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Basilika
Der Bau der zweiten, angeblich größten Basilika Sardiniens
begann 1704, wurde aber erst 1910 fortgesetzt und schließlich
1920 fertiggestellt. Die Beschädigungen durch die Bombenangriffe
während des 2. Weltkriegs waren verheerend; einzigartige Kunstschätze
gingen dadurch verloren. Der Wiederaufbau der Basilika wurde 1947
in Angriff genommen und Ostern 1998 beendet.
Das mit edlem Marmor ausgestattete Innere der Kirche wirkt elegant
und hell. Der Altar ist von einem Baldachin gekrönt, der von
vier grünen Marmorsäulen getragen wird. Die Malerin Gina
Baldracchini schuf die Darstellung der “Kapelle della Madonna della
Mercede“. Die farbenprächtigen Gemälde der Seitenaltäre
stammen von dem sardischen Künstler Antonio Mura. Den Eingang
der Basilika zieren Bronzeportale, die der Bildhauer Ernesto Lamagna
gestaltete.
Der monumentale Friedhof von Bonaria mit seinen spät-romanischen
Nekropolen und einigen Meisterstücken der Bildhauerkunst ist
ebenfalls sehenswert.
Text und Fotos: Susanne Günther.
Letzte Änderung: 28. Januar
2010
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