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Sightseeing in Cagliari
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Rundgang durchs Castello-Viertel
Fotogalerie: Impressionen aus Castello
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Palazzo Boyl: Herrenhaus und Kanonenkugeln
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Dom Santa Maria di Castello: Stilmix und zersägte Kanzel
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Das römische Amphittheater: Platz für ganz Cagliari!
Der botanische Garten: Oase der Ruhe
Piazza Yenne: Carlo Felice und Cappuccino
   

Die Legende von der Jungfrau von Bonaria

Im Jahre 1370 verließ ein Segelschiff einen spanischen Hafen und wurde auf hoher See von einem schweren Sturm überrascht. In ihrer Not warfen die Seeleute die gesamte Fracht über Bord, darunter eine schwere Kiste. In dem Moment, als die Kiste das Wasser berührte, legte sich wunderbarerweise der Sturm. Die Kiste wurde an Strand von Bonaria gespült, wo sie von den Brüdern des Klosterordens „der Heiligen Jungfrau Maria vom Loskauf der Gefangenen“ gefunden wurde. Sie enthielt eine Marienstatue, welche in der linken Hand das Jesuskind und in der rechten eine brennende Kerze hält. Auf dem Platz am Meeresufer erinnert eine Säule an die Fundstelle der Kiste mit der heiligen Figur. Die 1,56 Meter große Statue der Mutter Gottes besteht aus einem einzigen Stück Johannisbrotbaumholz. Sie ist über dem Hauptaltar der Wallfahrtskirche aufgestellt.
Die Verehrung der Madonna von Bonaria ist auf der ganzen Insel, sogar in der ganzen Welt verbreitet. Vor allem den Seeleuten gilt sie als Schutzheilige. Jedes Jahr am 24. April wird die Madonnenstatue in einer Prozession auf ein Boot am Ufer gebracht.



Blick von der Freitreppe auf die Basilika von Bonaria



An die Ufer vor Bonaria wurde der Legende nach die Madonnenfigur angeschwemmt



Eingangstür der Wallfahrtskirche




Bonaria: Sardischer Wallfahrtsort und Namenspatron von Buenos Aires

Eine der bekanntesten Kirchen in Cagliari und Wallfahrtsort für viele Pilger ist die Kirche von Bonaria. Auf dem gleichnamigen Hügel im Osten der Stadt thront weithin sichtbar ein Klosterkomplex, die große Basilika, ein kleines Museum und der angrenzende Friedhof. „Bon aria“ bedeutet soviel wie „gute Winde“ oder „gute Luft“ und bezieht sich vermutlich auf die Lage des gleichnamigen Hügels: Vor den Toren der stickigen, alten Stadt von Cagliari.




Die riesige Freitreppe vor der Kirche von Bonaria wurde erst 1970 erreichtet


Geweiht ist der Kirchenkomplex der Madonna von Bonaria, der Patronin der Seefahrer und höchste Schutzheilige von Sardinien. Hinter der Jungfrauenverehrung steckt eine Legende aus dem 14. Jahrhundert, nach der eine Marienstatue ein spanisches Segelboot vor dem Untergang gerettet haben soll. Die Holzfigur wurde an das Ufer bei Bonaria gespült, wo Mönche des Ordens Nostra Signora della Mercede fanden. Zu Ehren dieses Wunders bauten die Mönche die „Basilika unserer lieben Frau von Bonaria“ auf den Grundmauern einer aragonesischen Festungsanlage. Die Kirche und das angrenzende Kloster wird noch heute von der Bruderschaft geführt, deren Mitglieder 1370 die Marienstatue fanden. Das Standbild, die angeblich schon manch eine Wunderheilung vollbracht haben soll, wird jeden Tag von zahlreichen Pilgern besucht. Im Jahre 1907 erhob Papst Pius X. die Madonna von Bonaria zur höchsten Schutzheiligen von Sardinien. Mehrere Päpste besuchten die heilige Stätte, zuletzt Johannes Paul II. im Jahre 1985. Für den 07.September 2008 ist eine Wallfahrt von Benedikt XVI. nach Bonaria angekündigt.
Die riesige Freitreppe vor dem Kirchenkomplex wurde erst 1970 anlässlich der Sechshundertjahrfeier und des Besuchs von Papst Paul VI. errichtet. Heute ist der monumentale Aufstieg eine beliebte Location für Hochzeitsfotos.


Bronzeplastik vor der Bonaria

Die Madonna von Bonaria ist jedoch nicht nur die Schutzheilige der Sarden und der Seefahrer, sondern auch Namenspatronin der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Der spanische Konquistador und Gründer der Stadt, Pedro de Mendoza war ein ausgesprochener Verehrer der „Jungfrau der guten Lüfte“ von Cagliari. In Argentinien hat man die Schutzheilige der Seefahrer nicht vergessen. In Buenos Aires erinnert auf der „Plaza Cerdeña“ noch heute eine Marmor-Kopie der Statue aus Cagliari an das Wunder der Madonna von Bonaria.




Wallfahrtskirche
Die Wallfahrtskirche von 1326 ist das erste Bauwerk im gotisch-katalanischen Stil auf Sardinien. Der Glockenturm ist ein Teil einer früheren Festungsanlage. Ein kleines Schiff aus Elfenbein aus dem 15. Jahrhundert hängt über dem Altar und zeigt angeblich die Winde des Golfo degli Angeli an. Eine noch ältere Madonnenstatue, die „Madonna del Miracolo“, befindet sich in der ersten Seitenkapelle rechts. In einem kleinen Raum bei der Sakristei werden Dutzende von Krücken dankbarer Geheilter aufbewahrt. Neben anderen sehenswerten Objekten befindet sich in einem angrenzenden Korridor die sagenhafte Kiste, die im Jahre 1370 an den Strand gespült wurde und die Madonnenstatue enthielt. Im Museum, untergebracht im alten Kreuzgang des Klosters, sind weitere Geschenke von Gläubigen an die Madonna ausgestellt. Darunter sind zahlreiche Schiffsmodelle, Ketten von Sklaven, Geschenke von Königen, Prinzen und Päpsten, Trikots bekannter Sportsidole sowie archäologische Funde.


Basilika
Der Bau der zweiten, angeblich größten Basilika Sardiniens begann 1704, wurde aber erst 1910 fortgesetzt und schließlich 1920 fertiggestellt. Die Beschädigungen durch die Bombenangriffe während des 2. Weltkriegs waren verheerend; einzigartige Kunstschätze gingen dadurch verloren. Der Wiederaufbau der Basilika wurde 1947 in Angriff genommen und Ostern 1998 beendet.
Das mit edlem Marmor ausgestattete Innere der Kirche wirkt elegant und hell. Der Altar ist von einem Baldachin gekrönt, der von vier grünen Marmorsäulen getragen wird. Die Malerin Gina Baldracchini schuf die Darstellung der “Kapelle della Madonna della Mercede“. Die farbenprächtigen Gemälde der Seitenaltäre stammen von dem sardischen Künstler Antonio Mura. Den Eingang der Basilika zieren Bronzeportale, die der Bildhauer Ernesto Lamagna gestaltete.
Der monumentale Friedhof von Bonaria mit seinen spät-romanischen Nekropolen und einigen Meisterstücken der Bildhauerkunst ist ebenfalls sehenswert.

Text und Fotos: Susanne Günther

letzte Änderung: 02. Januar 2007






 

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