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Spiaggia
- Strand
Sabbia - Sand
Scogli - Felsen
Acqua - Wasser
Cristallino - Kristallklar
Alghe - Algen
Conchiglia - Muschel
Onda - Welle
Ombrellone - Sonnenschirm
Sdraio - Liegestuhl
Crema solare - Sonnencreme
Holger Böhme,
Paolo Succu, Timo G. Lutz

Vorne schwarz, hinten weiß: Die "Sabbia nera" sorgte
für Aufregung unter den Cagliaritanern
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Die Cagliaritaner sind stolz auf ihren kilometerlangen feinen
weißen Sandstrand. Am Wochenende flaniert man an den vielen
kleinen Strandbars Baretti entlang und schaut den
Surfern und Seglern zu oder beobachtet die braungebrannten Badegäste,
die sich mit ihren gestählten Luxuskörpern und engen Bikinis
zu überbieten versuchen. Am südlichen Ende des Poetto
thront die Sella
del Diavolo - ein Berg, der seiner Form wegen von den
Einheimischen Teufelssattel genannt wird. Ihm zu
Füßen liegt der kleine Yachthafen Marina Piccola,
der allabendlich zur Flaniermeile wird.
Sonne, Sand und Sonnenschirm: der
längste Sandstrand einer europäischen Großstadt
überhaupt ist Dreh- und Angelpunkt des cagliaritanischen Lifestyle
Den schönsten Blick auf den Strand hat, wer sich ihm tagsüber
mit dem Flugzeug nähert, wenn die Luft klar ist wie Glas und
die Sonne scheint. Nur von oben kann man sehen, wie endlos lang
der
Poetto ist. Keine gewaltigen Appartement- und Hotelanlagen
stören das Bild. Am schönsten ist der Strand in der Vor-
und Nachsaison, dann gehört er nämlich den Cagliaritanern
und den nur wenigen Besuchern. In der Saison ist er hingegen vollkommen
überlaufen. Um das tägliche Verkehrschaos zu mildern,
wurden neue Parkplätze angelegt und die Hauptstraße verlegt
und ausgebaut. In den Sommermonaten ist außerdem ein Teil
der Strandpromenade für Autos gesperrt.
In den letzten Jahren hat die Beach-Kultur des Poetto einen Aufschwung
erlebt. Man begann mit sportlichen Aktivitäten und Veranstaltungen
aller Art - heute ist der Poetto trendy - für Familien mit
brüllenden und schmollenden Kids, für Horden von Jugendlichen,
für Liebespaare, für Aktiv-Sportler, für schrille
Typen und für ältere Menschen, die nur beim Zuschauen
schon eine Verjüngungskur erleben. Abends ist der Poetto
eine Flaniermeile. Die Massen pendeln von einer Strandkneipe zur
anderen: In fast jedem der Baretti wird abends
Livemusik zum Besten gegeben. Und gerade darum werden die Cagliaritaner
beneidet: um ihr Nachtleben und ihren Lifestyle, der sich im Sommer
hier abspielt.
Cagliari
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Ende der 1980-er Jahre sind die riesigen Dünen und die kunterbunten
Badehäuser, die den Poetto einst schmückten,
verschwunden. Die Badehäuser wurden auf Beschluss der Gemeinde
abgebaut, die Dünen hat der Wind unberechenbar auf die angrenzende
Straße gefegt. Zeit zum Eingreifen, dachte sich die Verwaltungsspitze
und hat im Frühjahr 2002 angeordnet, neuen Sand am Poetto
anzuhäufen. Mit einem holländischen Sandbagger wurden
350 Tausend Kubikmeter Sand auf den zur Gemeinde Cagliari gehörenden
Strandabschnitt geladen. Die Folgen waren verheerend: Der aufgeschüttete
Sand ähnelt eher Kies, ist durchsetzt von Steinen und hat eine
grau-schwarze Farbe. Nur noch am Abschluss des jetzt doppelt so
breiten Strandes ist zu sehen, wie der Poetto vorher
war: heller weicher Pulversand. Natürlich gingen die Cagliaritaner
auf die Barrikaden: mit Protesten, Petitionen und Prozessen wird
versucht, das Unmögliche doch noch möglich zu machen:
dem Poetto seinen alten Sand wieder zurückzugeben.
Text: Andrea Behrmann. Aktualisiert
von Timo G. Lutz. Letzte Änderung: 4. Dezember 2009
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