In der Barbagia di Mandrolisai, in einer noch unverfälschten und
traditionsreichen Region, versickern Unruhe und Stress auch in der
Ruhe des alten Bergdorf Teti mit seinen Häusern aus Schiefergestein.
Nur ein kleiner Punkt auf der Landkarte, dicht bei Ovodda,
nicht weit entfernt von Tiana,
am Fluss Tino.
Ein besonderer Charm, ein archäologisches Museum und drei im
direkten Umfeld verborgene Nuraghendörfer (S'Urbale, Abini
und Su Ballu) laden zum Besichtigen ein.
In "Abini" soll zur Bronzezeit (1800 v.Chr. bis 900 v.
Chr.) die Barbagia-Schmiede der Bronzestatuetten gestanden haben.
Hier sollen die Handwerker einst ihre Formen gegossen haben: Man
spricht sogar von einer regelrechten Kleinindustrie, denn die Bronzen
waren eine gefragte Ausfuhrware und wurden auch außerhalb
der Insel abgesetzt. Nicht nur zur Herstellung von Gegenständen
des täglichen Gebrauchs und von Schmuckstücken hatte die
hoch entwickelte Metallverarbeitung Bedeutung. Praktisch schufen
die "Picassos
der Bronzestatuetten" auch viele kleine Kunstwerke, die
im Kult der Nuragher ihre Anwendung fanden. Solch ein Werk und zugleich
Wahrzeichen des Dorfes ist zum Beispiel der "Dämon"
oder "Krieger", mit seinen vier Augen, vier Armen und
zwei Schildern.
Die Reste des
abgetragenen Nuraghen
Fernando Usai,
der in Teti zusammen mit seiner Frau Chiara den einzigen Schreibwarenladen
mit Informationsbüro und Internet-Point führt, erklärt
uns, dass das 13 Kilometer nordöstlich vom Ort liegende Nuraghendorf
"Abini" um das Jahr 1875 entdeckt wurde. Archäologisch
erschlossen wurde es jedoch erst 1930 bis 1931 als Professor Taramelli
große Teile der Stätte ausgrub. Der italienische Archäologe
beschrieb die Ausgrabungsstätte in seinen Veröffentlichungen
als "Priestersitz" und wies darauf hin, dass diese Klasse
zu kultischen, magischen sowie medizinischen Handlungen berechtigt
war. Aufgefallen war ihm nämlich, dass er hier neben einer
Muttergöttin und Speerspitzen endlos viele Bronzestatuetten
fand. Und die Handwerkshütten in denen die Form der "Bronzetti"
zunächst aus Wachs modelliert, dann mit einer Tonpaste beschichtet
und schließlich gebrannt wurde fand er auch - immer in "Abini".
Heute kann man nur noch die Reste bewundern. Einen Blick auf den
fast abgetragenen Nuraghen werfen, den Grundriss des etwa 140 Hütten
zählenden Dorfes bestaunen und die fast noch unberührte
Natur genießen.
Wer sich im Dorf entspannen möchte, kann das bei einem wirklich
guten Vier-Gänge-Menü im "Ristorante L'Oasi"
tun - allerdings zu Preisen der gehobenen Klasse.
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