In der Barbagia di Ollolai, an der Grenze zur Barbagia di Mandrolisai,
in einer noch unverfälschten und traditionsreichen Region,
versickern Unruhe und Stress in der Ruhe des alten Bergdorf Teti
mit seinen Häusern aus Schiefergestein. Nur ein kleiner Punkt
auf der Landkarte, dicht bei Ovodda,
nicht weit entfernt von Tiana,
am Fluss Tino.
Ein besonderer Charme, ein kleines archäologisches Museum und
drei im direkten Umfeld verborgene Nuraghen-Dörfer (S'Urbale,
Abini und Su Ballu) laden zum
Besichtigen ein.
Archäologisch
erschlossen wurde die Ausgrabungsstàtte Abini erst 1930 durch
den italienischen Archàologen Taramelli
In Abini soll zur Bronzezeit (1800 v.Chr. bis
900 v. Chr.) die Barbagia-Schmiede der Bronzestatuetten gestanden
haben. Hier sollen die Handwerker einst ihre Formen gegossen haben:
Man spricht sogar von einer regelrechten Kleinindustrie, denn die
Bronzen waren eine gefragte Ausfuhrware und wurden auch außerhalb
der Insel abgesetzt. Nicht nur zur Herstellung von Gegenständen
des täglichen Gebrauchs und von Schmuckstücken hatte die
hoch entwickelte Metallverarbeitung Bedeutung. Die "Picassos
der Bronzestatuetten" schufen praktisch auch viele kleine
Kunstwerke, die im Kult der Nuragher ihre Anwendung fanden. Solch
ein Werk und zugleich Wahrzeichen des Dorfes ist zum Beispiel der
Dämon oder Krieger, mit seinen vier Augen, vier Armen und zwei
Schildern.
Rundreise
Barbagia: Ein Stück Wildnis im Herzen der Mittelmeerinsel auf
einer größeren Karte anzeigen
Das etwa 13 Kilometer nordöstlich vom Ort liegende Nuraghendorf
Abini wurde um das Jahr 1875 entdeckt. Archäologisch
erschlossen wurde es jedoch erst 1930 bis 1931 als Professor Taramelli
große Teile der Stätte ausgrub.
Der italienische Archäologe beschrieb die Ausgrabungsstätte
in seinen Veröffentlichungen als "Priestersitz" und
wies darauf hin, dass diese Klasse zu kultischen, magischen sowie
medizinischen Handlungen berechtigt war. Aufgefallen war ihm nämlich,
dass er hier neben einer Muttergöttin und Speerspitzen endlos
viele Bronzestatuetten fand. Und die Handwerkshütten in denen
die Form der Bronzetti zunächst aus Wachs
modelliert, dann mit einer Tonpaste beschichtet und schließlich
gebrannt wurde, fand er auch - auch in Abini.
Heute kann man nur noch die Reste bewundern. Einen Blick auf den
fast abgetragenen Nuraghen werfen, den Grundriss des etwa 140 Hütten
zählenden Dorfes bestaunen und die fast noch unberührte
Natur genießen.
Wer sich hingegen im Dorf entspannen möchte, kann das bei einem
wirklich guten Vier-Gänge-Menü im Ristorante L'Oasi
tun - allerdings zu Preisen der gehobenen Klasse.
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Paolo Succu.
Letztes Update: 27. Januar 2010
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