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>> Grotta del Bue Marino
>> Die Grotte von Ispinigoli bei Dorgali
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Der Stalagnat von Ispinigoli war urprünglich 38 Meter hoch. Copyright Foto: Gaspartorriero/Flickr Der Stalagnat von Ispinigoli ist insgesamt 38 Meter hoch.






Wichtige Informationen:
Info: Pro Loco
Via Lamarmora 183 - 08022 Dorgali

Tel.: +39/0784/96243
Die Grotte kann vom Frühjahr bis Herbst stündlich besichtigt werden und der Eintritt kostet ca. 7,50 Euro. Ein Besuch ist nur in Begleitung möglich. In der Grotte herrscht strenges Fotografieverbot. 







Unterkünfte in der Barbagia:
Hotels Bue Marino Cala Gonone
Hotel Gustui Maris Cala Gonone
Hotel Costa Dorada Cala Gonone

Unser Tipp in Cala Gonone:

Hotel Nuraghe Arvu Resort






Sardinien, Golf von Orosei, Besichtigung der Grotta del Bue Marino bei Cala Gonone Foto: Axel  Schlegel
Nach einem Besuch in der Grotte von Ispinigoli lohnt sich ein Abstecher an die Bucht von Cala Cartoe


Wie heißt das auf Italienisch?
Grotta - Grotte
Sala - Saal, Halle
Bue Marino - Mönchsrobbe
Acqua - Wasser
Stalagmiti - Stalakmiten
Stalattiti - Stalaktiten



Die Grotte von Ispinigoli: Riesige Tropfsteinsäule bei Dorgali

Einen Abstecher Wert ist die beeindruckende Tropfsteinhöhle von Ispinigoli, die an einem Hang des Monte Irveri gelegen ist und sich etwa 5 Kilometer außerhalb von Dorgali befindet. Hier staunen nicht nur für Tropfstein-Fans und Höhlenbegeisterte. Die mehr als 40 Meter hohe Säulenhalle hat ein besonderes Highlight zu bieten: Eine 38 Meter hohe Kalksäule, die sich vom Boden bis zur Decke erstreckt. Dieses „Spina in Gola“, also Dorn im Rachen genannte Tropfsteinphänomen zählt mit zu den höchsten Säulen überhaupt, die jemals aus der Vereinigung aus Stalagmit und Stalagtit entstanden sind. Immer wenn sich die beiden Tropfsteinformen vereinen, spricht man von Stalagnaten. Lange Zeit hat man behauptet, Ispinigoli sei der höchste Stalagnat der Welt – heute weiß man aber, dass auch in anderen Teilen der Erde die Natur ähnlich hohe Kalksäulen geschaffen hat, doch die Legende besteht werbeträchtig fort.

Blick in den tiefen Schlund von Ispinigoli. Copyright Foto: SehLax/Wikimedia Commons
Blick in den tiefen Schlund von Ispinigoli. Nichts für Besucher mit Höhenangst: Die fast 40 Meter hohe Höhle ist mit mehreren Gittertreppen und Betonstufen zugänglich gemacht worden. Copyright


Als die Halle in den 1970-er Jahren für den Tourismus erschlossen wurde, hat man mehrere Meter des beeindruckenden Tropfsteins mit seinen unendlich vielen Formen, Ausprägungen, Seitenarmen und unzähligen quallenförmigen Stufen leider zugeschüttet – Das was man heute in Ispinigoli sehen kann, sind noch etwa 30 Meter Tropfsteinkunst pur. Daneben bietet die Höhle Ablagerungen in unendlich vielen Formen: Nicht nur Stalagmiten und Stalagtiten, sondern auch fächerförmige Sintervorhänge, blumenkohlförmige Kalksteinsockel und Steintreppen gibt es zu bestaunen.
Ispinigoli ist eine so genannte fossile Tropfsteinhöhle, da es heute kaum noch zu neuen Ablagerungen kommt. Während im Frühjahr und bei Regenwetter noch der ein oder andere Wassertropfen die Stagagmiten entlang rinnt oder in den See am Grund der Grotte plätschert, ist die Höhle in den Sommermonaten weitgehend ausgetrocknet. Die Veränderung des Höhlenklimas durch Besucher und künstliche Beleuchtung tun ihr Übriges dazu. Die Jahrmillionenalte Grotte, von der man heute die größte Halle besichtigen kann, entstand vor Uhrzeiten vermutlich zunächst durch den Einsturz mehrerer übereinanderliegender Auswaschungen. Der größte Teil der Tropfsteine formte sich in einer Zeit, als auf Sardinien noch Tropenklima herrschte und sehr viel mehr kohlensäurehaltiges Wasser als heute durch den Kalkstein sickerte, auf seinem Weg Mineralien löste und schließlich als Kalkspat in unendlich vielen Formen ablagerte.

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Rundreise Barbagia: Ein Stück Wildnis im Herzen der Mittelmeerinsel auf einer größeren Karte anzeigen

Ispinigoli ist über unterirdische Kanäle mit zahlreichen unterirdischen Flüssen und Grotten verbunden, von denen man heute etwa 12 Kilometer erforscht hat. Eine der Grotten, die mit Ispinigoli verbunden ist, ist die Höhle von San Giovanni Su Anzu, in der der berühmte Torineser Höhlenforscher Eraldo Saracco 1965 ums Leben kam. An ihn erinnern heute in Ispinigoli zwei Ahnentafeln.
Der Zugang zu dem unterirdischen Höhlensystem befindet sich am Fuße von Ispinigoli. Zu sehen gibt es nur ein tiefes Loch, gefunden hat man hier in den 1960-er Jahren jedoch Einiges: Schmuckstücke und einige menschliche Knochenfragmente ließen die ersten Höhlenforscher vermuten, hier habe eine phönizische Kultstätte gestanden, an der Jungfrauen geopfert wurden. Tatsächlich weiß man sehr wenig über die Herkunft der Fundstücke. Weder ist geklärt, ob sie hier ursprünglich abgelegt wurden oder womöglich durch die unterirdischen Flüsse während eines Hochwassers die Fundstücke angespült wurden. Außerdem gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei den menschlichen Überresten um Frauenknochen handelte: Dennoch ließ man sich den Namen Abisso delle Vergini (Jungfrauenabgrund) einfallen.


Blick in die Schauhöhle von Ispinigoli


Ob Menschen die einmalige Tropfsteinhöhle von Ispinigoli schon seit Urzeiten kannten, ist reine Spekulation. Offiziell wurde Sie 1954 entdeckt, erforscht und 20 Jahre später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Kaum einer hat jedoch Zweifel daran, dass die Schafhirten der Barbagia die Höhle schon viel länger kennen: Der Eingangsbereich, der nur wenige Meter unter der Erdoberfläche liegt, diente jahrzehntelang als Versteck und Schafstall.
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Text: Timo Gerd Lutz. Fotos: Assessorato al turismo del Comune di Dorgali/Antonio Fancello. Zuletzt aktualisiert am 05. Mai 2010


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