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Je nach Reifegrad sind Oliven zuerst grün und später schwarz

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Olivenöl aus Sardinien 

Der Olivenbaum gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die Kultivierung begann wahrscheinlich schon vor ca. 6000 Jahren in Syrien. Vor etwa 3000 v.Chr. wurde der Olivenbaum nach Europa gebracht und dort angepflanzt. Auf Sardinien kann der erste Olivenanbau bis ins 9. Jahrhundert v.Chr. zurückverfolgt werden: Die sardischen Ureinwohner, die Nuragher, hatten die Olivenkultivation von den Puniern übernommen. Die späteren Besatzungsmächte der Insel, die Phönizier, Römer, Pisaner, Genovesen und die Spanier haben den Olivenanbau in verschiedenen Regionen der Insel weiter vorangetrieben. Vor allem im Sassarese, im Igliesiente und in der nordöstlichen Gallura werden noch heute Oliven angebaut. Alghero ist traditionelles Zentrum der sardischen Olivenkultur: 60 Prozent der sardischen Olivenhainfläche befindet sich in der Gegend um die Hafenstadt. Der systematische Anbau geht auf die Spanier zurück: 1625 ließen die Besatzer fünfzig Spezialisten aus dem spanischen Valencia einschiffen, um die Anbaumethoden nach dem damaligen Stand zu optimieren.



Olivenbaum beim nuraghischen Brunnenheiligtum Santa Cristina

Im 20. Jahrhundert lag die Landwirtschaft Süditaliens am Boden: Bauern waren kaum ausgebildet, Pflanzenkulturen häufig veraltet, Böden ungenügend bearbeitet oder Olivenbäume schlicht unsachgemäß beschnitten. Durch Landreformen und Ausbildungsprogramme ist die Olivenölproduktion auf der Mittelmeerinsel heute aber modern und steht der Qualität auf dem italienischen oder spanischen Festland keinesfalls nach, auch wenn die Ertragsmengen geringer sind als beispielsweise in der Toskana. Seit einigen Jahren wird sardisches Ölivenöl sogar exportiert. Die Oliven, die zwischen Cagliari und Alghero gedeihen, sind besonders säurearm, der Geschmack ist ähnlich der toskanischen Olivenöl-Sorten. Natürlich ist das Olivenöl wie aus allen Mittelmeerküchen auch aus den sardischen Kochtöpfen nicht wegzudenken: in Soßen, zu Gemüse, kalt oder warm, egal ob zu Fisch-oder Fleischgerichten.

Text und Fotos: Timo Gerd Lutz

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