Akute Erkrankung oder Unfall unterwegs
Tipps zur medizinischen Behandlung auf Sardinien
Wer ist im Urlaub nicht schon einmal krank geworden? Oft weiß man dann gar nicht an wen man sich wenden soll. 

Zur Saison betreibt das sardische Gesundheitsamt ASL in vielen Ortschaften, vor allem in den Küstengebieten, eine ambulante Erste-Hilfe-Stelle für Urlauber. Die sogenannte Guardia Medica Turistica gewährleistet eine 24stündige Erreichbarkeit und ist in der Regel von Juni bis September geöffnet. Patienten die hier eine Behandlung oder äztliche Verschreibung erhalten, müssen eine Praxisgebühr zahlen. Eine Liste der Erste-Hilfe-Stellen für Urlauber gibt die Homepage des Sistema Sanitario della Sardegna

In dringenden Fällen oder bei schweren Beschwerden sollte ins nächste Krankenhaus gefahren werden. Die Notaufnahme Pronto Soccorso der Krankenhäuser ist rund um die Uhr besetzt. Die Behandlung erfolgt nach der Dringlichkeit der Fälle. Unter entsprechenden Umständen muss man sich in der Notaufnahme auf lange Wartezeiten einrichten. Je nach Schwere der Erkrankung und Alter des Patienten verlangt das Krankenhaus eine Gebühr für die Notfallbehandlung. Eine Liste der sardischen Krankenhäuser mit Notfallversorgung gibt es auf der Homepage des Sistema Sanitario della Sardegna

Je nach Art der Erkrankung kann der Patient aber auch zum Allgemeinmediziner oder zum Facharzt gehen - als gesetzlich Versicherter oder Privatpatient.
 
Bei einer Auslandsbehandlung sollten folgende Hinweise beachtet werden
 
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei einem vorübergehendem Aufenthalt im EU-Ausland die ambulanten bzw. stationären Behandlungskosten. Voraussetzung ist, dass das gesetzlich krankenversicherte Mitglied oder seine familienversicherten Angehörigen beim Vertragsarzt bzw. im Vertragskrankenhaus die europäische Krankenversicherungskarte vorlegen. Der Patient kann dann die Leistungen der italienischen gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Art und Umfang der Leistungen richten sich nach dem italienischen Recht. In Italien eventuell vorgesehene Zuzahlungen oder Eigenanteile wie beispielsweise Praxisgebühren (Ticket) müssen gesetzlich versicherten Patienten selbst tragen. 
 
Vor Reiseantritt sollten gesetzlich Krankenversicherte deshalb an ihre Krankenversicherungskarte (KV-Karte) denken, auf deren Rückseite die Europäische Versichertenkarte aufgedruckt ist. Sie wird auch European Health Insurance Card oder EHIC genannt.
 
Auf Sardinien kann man mit der europäischen KV-Karte direkt Vertragsärzte, und Vertragskrankenhäuser aufsuchen. Dort bekommt man alle medizinischen Leistungen, die notwendig sind, damit man seinen vorübergehenden Aufenthalt unter Berücksichtigung der geplanten Aufenthaltsdauer unter medizinischen Gesichtspunkten unbedenklich fortsetzen kann (z.B. ärztliche Behandlung, Krankenhausbehandlung, Arzneimittel). Dies gilt auch dann, wenn man eine bestehende Krankheit während des vorrübergehenden Auslandsaufenthalts weiter behandeln lassen muss oder wenn man chronisch krank ist und regelmäßig medizinische Betreuung benötigt (zum Beispiel Diabetes, Sauerstofftherapie). 
 
Die europäische KV-Karte gilt nicht für Fälle, in denen man sich aus bestimmten Gründen für eine Behandlung auf Sardinien entscheidet und diese Behandlung dort gezielt in Anspruch nimmt. Solche Behandlungen müssen von der Krankenkasse vorher genehmigt werden. 
 
Es kann passieren, dass bei einer akuten Erkrankung nicht der nächsterreichbare Vertragsarzt sondern ein Privatarzt aufgesucht werden muss. Das gilt auch bei einer plötzlichen notwendigen Krankenhausbehandlung. Beim Privatarzt und in der Privatklinik wird die europäische KV-Karte meist nicht anerkannt und der Patient muss die Behandlungskosten selbst zahlen. In diesen Fällen ist es ratsam, sich die erbrachten Leistungen quittieren zu lassen und die Rechnung nach der Rückreise bei der Krankenkasse einzureichen. Die Krankenkasse erstattet dann maximal die Vertragssätze der ausländischen gesetzlichen Krankenversicherung. In der Regel sind diese Vertragssätze niedriger als die bereits gezahlten Privattarife.
Tipp: Um zu verhindern, auf eventuellen Mehrkosten sitzen zu bleiben, ist der Abschluss einer zusätzlichen EU-Auslandsreisekrankenversicherung oder eines Versicherungspaketes sinnvoll. Zudem deckt solch eine zusätzliche private Versicherung die Kosten eines eventuell notwendigen Rücktransportes, den deutsche Krankenkassen beispielsweise von Gesetzes wegen nicht übernehmen dürfen. 
 
 
Andrea Behrmann
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