Rennrad und Tourenradfahren auf Sardinien
Die Küstenstraßen und Bergstrecken sind ideal für Rennradfahrer
Die Küstenstraßen und Bergstrecken Sardiniens sind ideal für Rennradfahrer: Sportlich herausfordernde Küstenstrecken mit abwechlsungsreichen Streckenprofilen und gut ausgebaute, kaum befahrene Straßen. Nur ausgedehnte, schnurgerade Sprintstrecken und lange Flachetappen wird man bei den endlos vielen schönen Kurven zuweilen vermissen. Dafür bietet Sardinien von anspruchsvollen Bergtouren über spannende Straßen am Meer Abwechslung pur.
Beste Reisezeit
Wenn die Tage im Januar länger werden und die Tagestemperaturen steigen, beginnen im Süden der Insel bereits die Trainingslager für Ausdauerathleten.
 
Das wichtigste Straßenradrennen der Insel war der Giro di Sardegna, der bis 2011 jedes Jahr im Februar ausgetragen wurde. Ein Event für Freizeitradler ist der GiroSardegna, der immer im April im Nordosten der Insel stattfindet. Auch der Giro d'Italia hat schon mehrmals auf der Insel Station gemacht: Nach 1961 und 1991 zuletzt 2007 mit einem Mannschaftszeitfahren auf den Inseln Caprera und La Maddalena sowie zwei Inlandsstrecken von Tempio Pausania nach Bosa sowie von Barumini nach Cagliari.
 
2017 kehrt der 100. Giro d'Italia nach Sardinien zurück. Die Jubiläumsausgabe des Radsportklassikers startet am 5. Mai mit einer 203 Kilometer langen Etappe von Alghero nach Olbia. Das zweite, 208 Kilometer lange Teilstück des Giro d'Italia führt am 6. Mai von Olbia nach Tortolì. Am 7. Mai müssen die Fahrer die 148 Kilometer lange Strecke von Tortolì nach Cagliari bewältigen. Danach folgen weitere Etappen auf Sizilien und der Apenninhalbinsel.
 
Rennradler mit guter Kondition schrecken selbst vor den heißen Sommermonaten nicht vor Ausfahrten zurück. Gestartet wird dann allerdings bereits in den frühen Morgenstunden, um schon bald in große Höhen mit akzeptablen Temperaturen zu radeln und den sommerlichen Urlaubsverkehr auf den Küstenstraßen zu meiden. Nur wenige Radler findet man in den niederschlagsreichen Monaten mit kurzen Tagen, also im November und Dezember.
 
 
Was ist zu beachten
So schön und menschenleer die endlosen Rennstrecken der Inseln sind, so verlassen sind auch die wenigen Strandbars, Restaurants und Imbissbuden entlang der Pisten. Zu den klassischen Rennradfahrerzeiten sind viele Serviceeinrichtungen vor Ort geschlossen und man sollte sich dementsprechend mit Proviant und vor allem Wasser eindecken. Material und Ersatzteile findet man nur in den großen Städten. Inzwischen haben sich auch einige Hotels der Insel mit Fahrradgaragen, Werkzeugkisten und Tourentipps auf Bike-Urlauber eingestellt. 
Die wunderbaren Küstenstraßen der Insel sind zwar einmalig schön, aber auch eng und gefährlich: Deshalb ist im Straßenverkehr besondere Vorsicht angesagt.
 
 
Rennradregionen
Die beliebtesten Rennradtouren führen zum Beispiel an der einsamen Westküste von Alghero über Bosa, durch das Montiferru-Massiv bis nach Oristano. Die weite Kulturlandschaft der Marmilla im südlichen Zentralsardinien bietet weite flache Abschnitte für Speedgruppen. Richtig anspruchsvoll und in große Höhen geht es im Supramonte, wo man selbst in der wärmeren Jahreszeit noch gute klimatische Bedingungen vorfindet, wenn es an der Küste oft schon zu heiß ist. Auch die Gallura ist bei Radrennfahrern sehr beliebt, weil hier von anspruchsvollen Bergstrecken im Limbara bis traumhaften Küstenstraßen an der Costa Smeralda für Jeden was dabei ist.
Idealer Ausgangspunkt ist auch Orosei an der Ostküste, denn hier kann man Tagestouren und Sternfahrten sowohl auf der legendären Kurvenstrecke SS125 Orientale Sarda von leicht Richtung Nord als auch anspruchsvoll Richtung Süden erleben.
 
 
Weiterführende Informationen und Tourenvorschläge 
Ein umfangreiches, klassisches Roadbook hat die Region Sardinien 2008 aufgelegt, mit dessen Hilfe man die Insel in fünf Rundfahrten mit insgesamt 24 Etappen erkunden kann. Den Führer “Guida cicloturistica della Sardegna" gibt es auf Englisch und Italienisch zum kostenlosen Download (auf den Zielseiten einfach auf "versione PDF" klicken und herunterladen). Dieselben Touren sind auch in dem praktischen Spiralband "Radatlas Sardinien" zu finden: komplett in deutscher Sprache und mit einer kurzen Tourencharakteristik zu jeder Fahrt. Wer lieber mit GPS unterwegs ist, findet zum Beispiel bei bikemap.net eine umfangreiche Sammlung verschiedener Biketouren für unterschiedliche Terrains und übersichtlichem Filter für Routenlängen und praktischem KML und GPX-Export.
 
 
Timo Lutz
Auf der Küstenstraße SP71 von Chia nach Porto Teulada
Küstenstraße von Chia nach Porto Teulada
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Montiferru
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