Das Amphitheater
im MOndschein in einer lauen Sommernacht zum Elisa-Konzert am 22.07.2010
Musica - Musik
Musicista - Musiker
Cantante - Sänger
Strumento musicale - Musikinstrument
Concerto - Konzert
Palco - Bühne
Biglietto - Eintrittskarte
Esaurito - ausverkauft

Bühnenbild mit Videoleinwand: So
hatten auch die Fans in den letzten Reihen ihren Star immer im Blick
Info
Sardegna Concerti
Ufficio Stampa - Cagliari
Tel.: ++39/070/654904
E-Mail: info@sardegnaconcerti.it
Web: www.sardegnaconcerti.it
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Es
ist einer dieser heißen Sommerabende in der zweiten Julihälfte
im römischen Amphitheater
von Cagliari. Während sich die Dämmerung langsam über
Cagliari
legt, weht ein warmer Sommerwind durch die Ränge des Anfiteatro.
Allein schon wegen des Ambiente lohnt sich ein Konzertbesuch in
der Inselhauptstadt.
In der zur Römerzeit aus dem Stein gehauenen und in der Neuzeit
mit Holzpaneelen verkleideten Amphitheater finden alljährlich
einige der besten Konzerte der Insel statt.
Man macht sich fein raus für das besondere Event: Viele jüngere
Zuschauer, ein paar hartgesottene Teenie-Fans aber auch ältere
Semester haben sich einen besonderen Abend in Cagliari gegönnt:
Das Konzert des musikalischen Multitalents Elisa aus Triest. Was
hat das 32-jährige schwarzhaarige Energiebündel für
ihr Cagliaritaner Publikum vorbereitet?

Da braucht
es keine Vorband, um die Stimmung anzuheizen: Elisa ist beliebt
bei ihrem sardischen Publikum. Gleich zwei Inseletappen auf ihrer
kurzen Sommertour 2010 führten sie nach Cagliari und Alghero
Es war in den letzten Jahren ein wenig ruhig geworden um die Sängerin
und Songwriterin. Bei ihrem vielleicht wichtigsten internationalen
Auftritt 2006 sang während der Abschlusszeremonie der Olympischen
Winterspiele in Turin 2006 das Lied Luce, danach veröffentlichte
sie mehrere Best-Of-Alben unter verschiedenen Titeln. Dann hat sie
erst im letzten Jahr wieder von sich hören lasse: 2009 hat
die damals hochschwangere Elisa ihr neuestes Album „Heart“ aufgenommen,
mit dem sie diesen Sommer auf Tour ist – mit nur wenigen Stationen
überhaupt, da die neugeborene Tochter immer mit dabei ist.
Ein Stopover auf Sardinien war jedoch Pflicht: am 22. Juli 2010
war Cagliari
, zwei Tage hingegen Alghero
an der Reihe.

Elisa ist eine
der wenigen italienischen Musiker, die mal auf Englisch, mal auf
Italienisch singen
Elisa ist beliebt beim sardischen Publikum. Da braucht es
keine Vorband, um die Stimmung anzuheizen. Ganz ohne Pauken und
Trompeten marschiert die kleine Triestinerin . Mit dem Rock-Song
“This Knot“ aus ihrem neuen Album „Heart“ legt Elisa gleich zu Beginn
so richtig los. Elisa ist eine der wenigen italienischen Musiker,
die ohne Rücksicht auf Verluste, mal auf Englisch, mal auf
Italienisch trällert, so wie bei „Anche Se Non Trovi Le Parole“
und dem nächsten Kassenschlager, ihrer Hitballade „Stay“ aus
dem Jahr 2007, die sie ihrem Vater gewidmet hat, der die Familie
der Sängerin vor vielen Jahren mir nichts, dir nichts verlassen
hatte.
Neben selbstgeschriebenen Liedern hat Elisa auch einige Coversongs
im Repertoire. Während sie bei dem Tears for Fears-Stück
„Mad World“ zur Höchstform auffährt und den Klassiker
meisterhaft interpretiert, enttäuschen die Vokalakrobatik bei
der Janis Joplin-Hymne „Mercedes Benz“: Der liebe Gott hätte
ihr bei dieser Interpretation wohl weder eine Luxuskarosse noch
einen Farbfernseher geschenkt. Da hilft auch kein „Hallelujah“ mehr:
den Leonard Cohen-Klassiker kann man mit zuviel Stimmakrobatik auch
einfach verkünsteln. Bis auf diese Ausflüge in die internationale
Musikwelt blieb Elisa, die mit vollem Namen Elisa Toffoli heißt,
doch bei ihren Leisten: Elektropop, Lounge-Ambient, Alanis Morissette-Styles
(„Someone to Love“, „Rainbow“), ein wenig Grunge und Soul (A Prayer),
Björk-Sounds (The Waves) und Soft Rock-Schmuseklänge (Eppure
Sentire, Qualcosa che non c’é). Egal ob mit Tamburin, Klavier
oder Gitarre, Elisa versteht ihr Handwerk. Sie singt und interpretiert
mit Herz und Körper: Bei „Quacosa che non c’é“ möchte
man fast mitweinen und bei „Together“ mit Elisa auf der Bühne
herumspringen. Ihre Zugabe, eine ganz eigene Interpretation des
Bob Marley-Klassikers „Redemption Song“ hat zwar nicht viel mit
dem Original zu tun, ist aber eine sinnreiche Eigeninterpretation
und versöhnt selbst den ärgsten Kritiker.
.

Zu den letzten
Songs hielt es kaum einen Fan auf den Sitzen
Elisa hat echte Fan-Power: Blitzlichtgewitter, reihenweise
in die Luft gestreckte Handys, die die Lieblingssongs an die Daheimgebliebenen
übertragen und Verehrer, die die Holzplanken des Theaters zum
Beben bringen.
Und zu Ende eines schönen Konzertabends steht der Mond hoch
oben über den Gerüsten der Konzertbühne im Cagliaritaner
Anfiteatro. Noch immer weht ein lauer Sommerwind durch die ehrwürdigen
Ränge. Hallen Elisa war ein Konzert, das Fans begeistert, niemandem
weh tut, und ein schöner Abend im Anfiteatro war es allemal.
Text und Fotos: Timo Gerd Lutz
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