Während
des zweieinhalbstündigen Auftritts merkte man dem Schlagzeugvirtuosen
sein Alter nicht an
Zu Zeiten der
Beatband Quelli hatten Gitarrist Franco Mussidda und Schlagzeuger
Franz di Ciccio mit Fabrizio de Andrè am Album La buona novella
gearbeitet
Musica Rock - Rockmusik
Musicista - Musiker
Artista - Künstler
Basso - Bass
Tromba - Trompete
Pianoforte - Klavier
Contrabasso - Kontrabass
Chitarra - Gitarre

Neben seiner
Fidel spielt der Orchesterdirektor aus Crema noch Keyboard und Gitarre
Keyboarder Gianluca
Tagliavini begann schon mit fünf Jahren Klavier zu spielen
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4000 PFM-Fans sind am 16. Juli 2009 in das
Amphitheater
der Inselhauptstadt
Cagliari gekommen, um beim Gedenkkonzert für den italienischen
Liedermacher Fabrizio De Andrè dabei zu sein. Heute würde
De Andrè, der von seinen Freunden Faber genannt wurde, seinen
69 Geburtstag feiern, wenn er nicht vor zehn Jahren in Mailand an
Krebs gestorben wäre. Zur Erinnerung hat die italienischen
Prog-Rock-Band PFM (Premiata Forneria Marconi) um Schlagzeuger und
Sänger Franz di Cioccio zwei Konzerte auf Sardinien hingelegt.
Franz di Cioccio eröffnete die Veranstaltung mit der satirischen
Ballade Bocca di Rosa, die von einer Frau erzählt,
die alle Männer eines Dorfes beglückt und darum ausgewiesen
wurde. Schon nach wenigen Minuten bebt und klatscht das ganze Amphitheater,
denn Di Cioccios Stimme war so kräftig und dennoch so angenehm
sanfte wie die des großen Liedermachers.
Franz di Cioccio,
charismatischer Schlagzeuger und Sänger der Gruppe PFM, gründete
in den 1960-er Jahren die Beatgruppe Quelli
Es folgen gefühlvolle, populäre Kompositionen
wie Andrea, La guerra di Piero
aber auch traditionelle und folkloristische Melodien wie Un
giudice, Giugno 73, Zirichiltaggia
und das traurige, ausdrucksstarke Lied La canzone di Marinella,
über den Tod einer sechzehnjährigen Prostituierten.
Gemeinsam mit Gitarrist Franco Mussidda ließ Di Cioccio keine
Gelegenheit aus kleine Geschichten und Anekdoten an den Mann zu
bringen: trotz seines Alters sprang er hin und her zwischen Mikro
und Schlagzeug, animierte das Publikum zum Mitsingen und Klatschen
und erzählte von Faber und ihrer musikalischen Kooperation:
Die künstlerische Zusammenarbeit zwischen der Mailänder
Prog-Rock-Gruppe und dem erfolgreichsten Chansonnier Italiens geht
auf das Jahr 1979 zurück, als PFM und Fabrizio De Andrè
im Teatro Tenda in Florenz dem Publikum ein besonderes Konzert boten
und die bekanntesten Songs des Liedermachers in einem ganz neuen
Licht arrangierten. Dem Konzert folgte kurze Zeit später das
erfolgreiche Doppelalbum De André e P.F.M. in Concerto
PFM spielen
seir 1971 improvisierten, progressiv-experimentellen Rock in unterschiedlicher
Zusammensetzung
30 Jahre nach diesem unvergesslichen Erlebnis in Florenz
haben Di Cioccio und Mussidda gemeinsam mit Bassist Patrick Djivas,
Violinist Lucio Fabbri sowie Pietro Montevisi am Schlagzeug und
Gian Luca Tagliavini am Keyboard nun am 16. Juli 2009 das sardische
Publikum mit dieser überraschend lebendigen Zeitreise in die
Vergangenheit begeistert.
Nach den Songs des damaligen Konzertes im ersten Teil der Veranstaltung
kamen im zweiten Teil aber auch die schönsten Lieder von PFM,
die in den 1970-er Jahren quasi zu den italienischen Pink Floyd
avancierten, zum Vortrag. Von La carrozza di Hans
über Celebration und Impressioni di
settembre – spielten sie noch einmal ihre größten
Hits.
Kaum zu glauben, wie sechs Jungs, denen man ihr Alter nicht anmerkte,
in zweieinhalb Stunden mit einer musikalischen Bandbreite aufwarteten,
die sich von traditionellem italienischem Violinenfolklore, über
progressiv-experimentellen Rock und psychedelische Hammond-Orgel-Klänge
bis hin zu Country- und Pop erstreckt. Sie haben bewiesen, dass
sie all diese Stile mühelos beherrschen. Ein großartiges
Konzert!

PFM, die Band
um Franz di Cioccio, Franco Mussidda und Patrick Djivas, avancierte
in den 1970-er Jahren quasi zu den italienischen Pink Floyd
Zur Band
Als PFM Anfang der 1970-er Jahre ihre ersten Erfolge feiert, war
Italien ein Zentrum des europäischen Prog-Rock. Bands wie PFM,
Banco Del Mutuo Soccorso, Area und Le Onde waren über die Grenzen
der Appeninhalbinsel bekannt. Ihre Songs wiesen Einflüsse aus
der Klassik und dem Jazz auf. Ihre Album „Storia di un minuto“ (1972)
wurden 1973 sogar in einer englischsprachigen Fassungen, “Photos
of Ghosts“, neu veröffentlicht. Die Texte hierfür verfasste
Peter Sinfield, der berühmte Texter der King Crimson. In den
1980-er Jahren spielten sie hingegen vorwiegend italienisch geprägte
Popmusik, bis sie in den Neunzigern wieder ins progressive Lager
zurückfanden.
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Paolo
Succu
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