Von Anbeginn
verzauberten Jethro Tull mit einer explosiven Mischung aus Rock,
Blues, Folk, Jazz und Klassik
Jethro Tull
war Mitte der Siebziger eine der erfolgreichsten Live-Acts
Musica Rock - Rockmusik
Musicista - Musiker
Artista - Künstler
Basso - Bass
Tromba - Trompete
Pianoforte - Klavier
Contrabasso - Kontrabass
Chitarra - Gitarre

Während
des zweistündigen Auftritts merkte man dem Flötenvirtuosen
sein Alter nicht an
|
|
Am 1. Juli 2009 legte die englische Artrockband
um Frontmann Ian Anderson den ersten von vier Italienauftritten
in der kleinen Industriestadt Sarroch hin. Im Rahmen des Sarroch
Summer Groove Festival gab der Flötenmeister zusammen mit Gitarrist
Martin Barre, Drummer Doane Perry, David Goodier am Bass und John
O’Hara am Keyboard ein unvergessliches Konzert im Stadion der Kleinstadt
bei Cagliari.
Jethro Tull, die bereits ihr 40. Bühnenjubiläum hinter
sich haben, verzauberten am vergangenen 1. Juli 2009 mit einer spannenden
Mischung aus Rock, Blues, Folk, Jazz und Klassik. Dafür sorgten
in erster Linie außergewöhnlichen Soundkombinationen,
die unverwechselbaren Flöteneingaben von Pide Piper und Sänger
Ian Anderson, der an diesem Abend stimmlich voll auf der Höhe
war, und die handfesten Gitarrensolos von Martin Barre.
Ian Anderson,
der die Querflöte in der Rockwelt etabliert hat, machte sie
zum Markenzeichen von Jethro Tull
Im Programm hatte die englische Progressiv-Rockband nicht nur die
Top-Zugpferde einer jeden Jethro Tull Show wie Aqualung
und Locomotive Breath sondern auch viele Klassiker
wie Mother Goose, Thick As A Brick,
Heavy Horses und Pastime With Good Company.
Das Konzert eröffnete Anderson, der beim Flötenspiel weiterhin
auf einem Bein steht, mit dem rockigen Nothing Is Easy
vom 1969 erschienenen Album Stand Up'. Nach der
energischen Eröffnung folgten eine Reihe bluesiger, jazziger
und verspielter Songs wie Beggar's Farm, Serenade
To A Cuckoo und Jeffrey Goes To Leicester Square.
Das nachfolgende We Used To Know, das dem Eagles
Song Hotel California sehr ähnelt, führte direkt zu Barres
Gitarrensolo und mündete schließlich im Flöteninstrumental
Bourée, das im Original von Johann Sebastian
Bach verfasst wurde. Mit dem Heavyrock-Stück Back To
The Family wurde es wieder lauter und rockiger. Von den
über 250 von ihm geschriebenen Liedern, sei dies das schlechteste,
erklärte Anderson. Er wollte sein Publikum damit bestrafen
und Barre die Möglichkeit zu einem ausgedehnten Gitarrensolo
geben, witzelte er weiter.
Jethro Tull
ist handfester Rock Sound, der sich seit 1968 kaum verändert
hat
Während des zweistündigen Auftritts mit weiteren berühmten
aber auch weniger bekannten Songs quer durch die 40-jährige
Bandgeschichte merkte man der Gruppe ihr Alter nicht an.
Agil stelzte und trippelte Ian Anderson, teilweise gebückt,
im Piratenlook und mit Querflöte über die Bühne.
Der Frontmann war prächtiger Laune, animierte das Publikum
zum Mitsingen und sinnierte über Heinrich VIII., seine sechs
aufeinander folgenden Ehen und Anne Boleyns Hinrichtung.
Schlagzeuger Doane Perry spielte immer noch wie zu den Anfangszeiten
der englischen Band und Lead-Gitarrist Martin Barre überzeugte
mit scharfen Riffs und ausgedehnten Zwischensoli. Aber auch der
7. Bassist in der Geschichte von Jethro Tull David Goodie und Keyboarder
Nummer 8 John O’Hara gaben ihr Bestes.
Nach dem Tull-Klassiker Aqualung stand das Publikum
endgültig Kopf und das Konzert endete mit dem obligatorischen
Locomotive Breath als Zugabe um 20 vor zwölf.
Text: Andrea Behrmann, Fotos: Paolo
Succu
<
zurück |